Drück dir ein Krügerl Bier ans Herz!

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Semmelknödel mit Sauerkraut und Geselchtem [Anmerkungen der Redaktion: Kasseler auf Deutsch]. Mein Lieblingsgericht beim Martenilli auf der Leber. Ein Wirtshaus in der Nähe von Graz, in der Nähe meiner Kindheit und ganz weit entfernt von all dem, was wir heutigen öko-bio-Slowfood-Foodblogger-Streetfood-vegan-Foodporn-Terroir- Handcrafted-Affen leben.

Daran denke ich gerade, als ich unter meiner Küchenlampe sitze.

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Nicht, dass dies eine begeisternde Ausnahme ist. Aber sie ist Protagonist für die Blogparade von Dorothée zum Bloggeburtstag. Die Lampe stammt aus der Steiermark – Nähe Deutschlandsberg – und leuchtet weiß-grünes Licht. Auf dem Tisch darunter dampfen selbstgemachte Semmelknödel, Gesechltes und Sauerkraut.

  • Frittaten-, Lungenstrudel- oder Leberknödelsuppe
  • Wiener Schnitzel
  • Paris Schnitzel
  • Cordon Bleu
  • Geselchtes mit Kraut und Knödel
  • Bauernschmaus
  • Schweinsbraten
  • Gebackener Fisch
  • Bananenkuchen

Es ist wohl die erste schriftliche Ausformulierung der Speisekarte von Herrn Martinelli. Es gibt nämlich keine. Es gibt auch keine Getränkekarte. Wer nach den Weißweinen fragt, der kann zwischen Weiß- und Rotwein entscheiden. Wer vegetarisch möchte, isst eine Salat. Herr Martinelli betreibt hauptberuflich eine Landwirtschaft, hat Hände wie Schraubstöcke und sein Bauch läuft vorweg wie Mercedes-Stern. Nichts weniger, nichts mehr. Einfach geil.

Aber das ist meine Kindheit. Wirtshäuser in der ganzen Steiermark in den Teller nicht zum Anrichten, sondern zum Beladen mit Kilogrammen von Tiefkühlpommes und -gemüse genutzt wurden. Wo Köche nach ihr Ego am Revers trugen und nicht televisionär plattgebügelt waren. Eine Zeit ohne Knödelcarpaccio, Stücke vom Weiderind, Dreierlei Huch an Hach oder Kürbisrisotto mit Bärlauchkrokant. Wo Fusionsküche rein die Getränke betraf.

Nun denn. Lasst uns Hubert von Goisern lauschen

und Knödel formen. Für ca. 7 Knödel benötigt man folgende Zutaten:

  • Sonnenblumenöl
  • 100 g Zwiebel
  • 250 ml Milch
  • 250 g Knödelbrot
  • Salz
  • Petersilie, Majoran
  • 3 Eier

Zwiebel schälen und klein würfeln, im Öl goldig anbraten. Milch dazugeben und kurz aufkochen lassen. Knödelbrot in einer großen Schüssel versenken, Milch und Zwiebel dazugeben. Mit einem Kochlöffel gut durchrühren. Salzen und frische Petersilie sowie Majoran (ggf.) addieren. Auskühlen lassen, kurz was anderes machen. (Wie über die gute alte Zeit nachdenken.)

Die Eier reinwürfeln und alles gut durchkneten und zusammengepresst kurz ruhen lassen. Um im Anschluss mit nassen Händen Knödel mit 140 g Lebendgewicht zu formen. Kochendes Salzwasser kreieren und Knödel darin 15 Minuten lang kochen lassen. Mit Sauerkraut und Geselchtem anrichten. Dazu schmeckt Weißwein.

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Und damit ziehe ich auch den Hut vor Dorothée und 4 Jahren an der Foodblog-Front!

P.S.: Das Rezept läuft ebenfalls in der Rubrik ‚Kochen mit Kindern‘.

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4. Geburtstags-Blog-Event - Souvenirs in der Küche

Hefezopf mit Kind

Es war spät geworden und es wollten keine Rollen mehr entstehen. ,Ich mache Fladen!!!‘ schrie das Kind und tränen salzten den Teig. Mit Kindern kochen hat seine eigene Würze.

Was aber gut kommt, ist mit unterschiedliche Konsistenzen zu spielen. Und Teige sind die Championsleague / Breaking Bad oder Big Bang Theory für alle Fussballunfans.

Der klassische Hefezopf hat bei uns mittlerweile Wochenendkultstatus. Und nachdem wir das Lied ,Backe, Backe Kuchen‘ in Dauerrotation hören, ist es an der Zeit den kindlichen Bäcker zu rufen.

Als Zutaten bereite man vor:

  • 500 g Mehl (Typ 405)
  • 60 g Zucker
  • 1 Packerl Trockenhefe
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier
  • 1 Bio-Zitrone
  • 250 ml Milch + 1 Schuss
  • 60 g Butter + 1 kleiner Löffel

Zur Unterstützung hole man Marteria auf die Bühne:

1/ Milch in einem Topf langsam auf lauwarm einstellen. Butter dazuschmeißen, schmelzen lassen.

2/ Mehl, Zucker und Hefe vom Nachwuchs in einen großen Topf kippen lassen. Ein Ei darüber schlagen. Eine Brise Salz addieren und Zitronenschale raspeln (deshalb Bio) und dazugeben. Die Reihenfolge ist komplett egal, am Ende kommt die (lau)warme Milch mit der Butter dazu.

3/ Kleidung wählen, die dreckig werden kann. Mit Fingerspitzen und Kinderhänden Zutaten zu einen Teig kneten. Für 37 bis 44 Minuten ruhen lassen. Alle Finger spülen.

4/ Backblech + 1 kleiner Löffel Butter einreiben.

5/ Tischoberfläche einmehlen. Kind und sich selbst auch. Teig herausholen und noch einmal durchkneten. Drei Rollen möglichst gleichmäßig ausrollen, Tränen trocknen und rauf aufs Backblech. Die drei Rollen zu einem Zopf flechten oder einfach nur bizarr verknoten. Für 29 Minuten ruhen lassen.

6/ Backrohr auf 180C Umluft vorheizen. Eigelb vom Eiklar trennen und mit einem Schuss Milch verquirlen. Hefezopf damit bestreichen.

9/ Hefezopf für 30 Minuten im Backrohr backen. Kinderhände waschen, das Mehl aus der Kleidung beuteln, Kinderlachen einschalten, durchatmen. Easy come, easy go.

Als Getränk zu Hefezopf reiche man ein Glas Kakao oder Milch.Und proste Marteria zu.

Anmerkung des österreichischen Autors, in Deutschland lebend: Ich kann mit meiner Aussprache und Wünschen an jedem einzelnen Samstag Morgen die Verkäuferinnen beim Bäcker zum Weinen bringen.. ‚Ich hätte gerne a Semmerl.‘ ‚Eine Quarktasche?‘ ‚Ein Semmerl.‘ ‚Ein Roggenmischbrot???‘ und so weiter … Folglich sei mir meine Verwirrtheit bei diesem Blogbeitrag entschuldigt. Der österreichische Striezel ist ein Hefezopf, ist ein Milchbrot, ist das was dieses Rezept ist. Mahlzeit!

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Schichtarbeiter

Kochen hat was Meditatives. Kochen hat was Meditatives. Kochen hat was Meditatives. Kochen hat was Meditatives. Kochen hat was Meditatives. Kochen hat was Meditatives. Kochen hat was Meditatives. Kochen hat was Meditatives. Kochen mit Kindern hat was …

Meine älteste Tochter ist mehr als zwei Jahre alt, besitzt eine Puppenküche und lädt zum Abschluss des Tages gerne die Familie zu einem selbstgekochten Abendmahl an den Puppentisch ein. Und sie schaut mit voller Begeisterung zu, wenn die richtige Küche angeworfen wird.

Folglich entstand also der Gedanke, sie stärker ins tägliche Kochen einzubeziehen, als ihr ein Lebensmittel in die Hand zu drücken und Gurke, Rettich oder Kartoffel zu sagen. Aus diesem Ehrgeiz heraus soll eine Serie an Rezepten entstehen, die gut mit Kindern zu kochen sind, die Leidenschaft und Anarchie in ihrem Herzen vereinen. Oder auch für alle Erwachsenen, die sich angesprochen fühlen!

Den Auftakt macht eine einfache Übung: schichten und pinseln mit der Lasagne Ivanova Hannah nach einem Rezept von Petra.

Für die Ohren nehme man was Lässiges, was in den Hüften wippt. Beispielsweise Frank Turner

Auf die Zutatenliste schreibe man:

  • Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3 kleine Dose gehackte Tomaten
  • Salz und Pfeffer
  • 300 g Hokkaidokürbis
  • 16 Lasagneblätter
  • 1 Paket Tiefkühl-Blattspinat
  • 3 Zucchini
  • 500 g Ricotta
  • Parmesan

Als Vorbereitung für die Schichtarbeiter koche man den kleingeschnittenen Kürbis in stark gesalzenem Wasser, bis er bissfest ist. Die Zucchini der Länge nach ca. 3 Millimeter dick aufschneiden. Ebenfalls kurz bissfest kochen. Parallel einen Topf für Tomatensoße aufstellen. Kleingeschnittene Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl anschwitzen, 2 Dosen Tomaten hinzufügen, mit ein wenig Wasser ausspülen und dieses auch dazu geben. Mit Salz und Peffer würzen, für 10 Minuten köcheln lassen und pürieren. Spinat – aufgetaut – ausdrücken und Parmesan raspeln. Fertig.

Kind und sich selbst so kleiden, dass gekleckert werden kann wird.

Auflaufform nehmen, einen Schuss Olivenöl eingießen und diesen vom Nachwuchs mit dem Pinsel weiträumig verstreichen lassen. Eine Kelle Tomatensoße dazugeben. Verstreichen lassen. 3 bis 4 Lasagneblätter darauf individuell gleichmäßig verteilen. Tomatensoße darauf verteilen, den Spinat auflegen. Es folgen wieder 3 bis 4 Lasagneblätter, dann wieder Tomatensoße. Alles mit Liebe, Hingabe und Anarchie verstreichen.

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Jetzt eine kurze Pause einlegen. Den Ricotta verkosten. Restlichen Ricotta verteilen, Zucchinischnitten darauf verteilen. (Zucchini nach Belieben ebenfalls kosten.) Lasagneblätter auflegen. Tomatensauce verteilen. Rasten. Den Kürbis kosten. Diesen in Folge auf die Schichten legen werfen. Lasagneblätter auflegen. Mit restlicher Tomatensoße und Parmesan toppen. Letzteren unbedingt verkosten.

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Die Form mit Alufolie verschließen, ohne, dass diese aufliegt. Bei 175°C für 30 Minuten backen und 10 Minuten ziehen lassen. Kind und sich selbst waschen und auf die Lauer legen.

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Gegebenenfalls die dritte Dose Tomatensoße als Beilage – warmgemacht – dazu reichen. Die Getränkeempfehlung ist einfach: jegliche Form von Saft oder Leitungswasser.

Anmerkung des Autors: Für die richtige Lasagne Hannah gilt es den Spinat und die Zucchini durch Wurst zu ersetzen.

Annäherung an den Gärtopf – eine Bildergeschichte

Nachdem ich im ersten Blogbeitrag schon über meine Vorstellungen eines Restaurants schwadroniert habe, halte ich mich jetzt kürzer:

Ich liebe Essen fürs Auge. Essen muss überraschen. Viel zu oft serviert man dir den gleichen Schmu an Ideenlosigkeit – als Punk verkauft. Dann lieber Toast Hawaii mit einer verdammten Kirsche.

Für den http://www.RestaurantDay.org und DirtyDinnerBreak habe ich mit ,Verbrannte Zwiebelbutter an fermentiertem Herbst‘ alle mir bekannten Fähigkeiten – bis auf eine eine – verlassen und einen komplett neuen Weg eingeschlagen. Fermentieren interessierte mich schon immer, verbrennen konnte ich schon seit meiner Studentenzeit. Was lag also näher, als sich einen Gärtopf (http://steinzeug-schmitt.de/) zu besorgen.

Dazu passt ein wenig Musik

sowie ein Grüner Veltliner wie Missy Greenjeans.

Der fermentierte Herbst – eine Bildergeschichte

Für den herbstlichen Inhalt kaufe man:

  • 1 Blumenkohl
  • 1 Kilo Karotten
  • 2 Bund Radieschen
  • 1 Rettich
  • Gewürze
  • handvoll Pfefferkörner
  • 3 / 4 Lorbeerblätter
  • 25 g Salz pro Liter Wasser

Gemüse schneiden – Blumenkohl muss wohl nicht erklärt werden. Karotten je nach optischer Präferenz in Scheiben oder der Länge nach, Rettich und Radieschen scheiblieren. Das Gemüse im Gärtopf aufschichten. Aus Wasser, Pfefferkörnern, Lorbeerblättern und Salz einen Sud kochen und lauwarm auf das Gemüse füllen. Beschwerungssteine – nein keine Beschwerdensteine, die braucht man am 1. Mai – darauflegen und schauen, dass alles gut mit Flüßigkeit bedeckt ist.

Deckel drauf, alles gut verschließen und regelmäßig den Wasserstand kontrollieren. Nach zwei Wochen lockt die Neugierde und erweckt ein Fragezeichen in meinem Kopf. Ich habe noch nie fermentiertes Gemüse gegessen. Nur in meiner Fanatsie. Was erwartet mich?

Erste Geschmacksprobe ist positiv. Geiler salziger Teint nahe am Gemüsegeschmack, ein wenig die Gewürze. Nicht weich zersetzt, sondern angenehme Konsistenz. Einfach fett. Man sollte es öfter gären lassen!

DSC00882 DSC00951 DSC00952 DSC00953 DSC00954 DSC00957 DSC00960 DSC00961 DSC00965Gärtopfdirty dinner break @ restaurant day © vivi d'angelo (7)Für die ‚Verbrannte Zwiebelbutter‘ bereite man das Mise en Place wie folgt vor:

  • Sonnenblumenöl
  • 3 rote Zwiebeln
  • Salz, Peffer
  • 250 g Butter

1 Zwiebel schälen, in feine Streifen schneiden und auf Backpapier au einem Backblech verteilen. Grillfunktion des Herdes anschalten, allen Nachbarn noch einen letzten Guten Tag wünschen, bevor man für eine leichte Geruchsorgie sorgt. (Kann, muss aber nicht sein. Bei zwei Versuchen hatte rein der zweite das Vermehrte Auftreten von Zwiebelschwaden nach sich gezogen. Wie gesagt, dünn auflegen!) Sobald die Zwiebelscheiben komplett verbrannt sind (ca. 15 Minuten), herrausholen und in einem Möser zermahlen. Zur Seite stellen.

Die restlichen Zwiebel fein schneiden, Teelöffel Öl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebel bei mittlerer Temperatur für ca. 25 Minuten dahinköcheln lassen. Gelegentlich umrühren, salzen und pfeffern. Die eingekochten Zwiebeln abkühlen lassen und mit der Butter verrühren.

Zum Anrichten die Zwiebelbutter portionieren und die verbrannten Zwiebel darüber streuen. Gemüse dazu anrichten und am besten mit Brot von http://siktwin.wordpress.com/ servieren.

It’s only Rock’n’Roll but I like it

Kein Konzept zu haben ist ein scheiß geiles Konzept.

Fangen wir von hinten an. Gegen 1.30 Uhr in der Früh nahm ich mit einer Kaffeetasse, in der Lolita schwamm, am Tisch Platz und war glücklich. Das Pop-Up Restaurant DirtyDinnerBreak im Rahmen des http://www.restaurantday.org hatte soeben geschlossen – oder ich zumindest das Arbeiten eingestellt.

Und es war gut, sehr gut bis phänomenal. Aus einer ersten Idee entstand auf magische Art und Weise – vor allem durch gefühlte 10.000 Facebookposts und Abstimmungen – ein feiner Abend, an dem insgesamt sieben Leute mitgewirkt haben und aus einem vermeintlich nicht existierenden Konzept eine wunderbare Idee erwachsen haben lassen. Verstehen sie mich nicht falsch, DirtyDinnnerBreak wurde genauest geplant, auf alle Details geachtet und die Suppenlöffel vergessen.

Aber am Ende des Tages wurde aus 7 Solisten ein Konzert – jeder seinen Gang dazu beigetragen. Ohne gegenseitigen Testrunden vorab, um sich abzustimmen oder auf einen Nenner zu reduzieren. Nein, aus dem theoretischen Facebook-Nebel hatte sich an diesem Abend ein Punkkonzert aus den unterschiedlichen Bestandteilen heraus entwickelt: Essen und Trinken muss Spaß machen, Herzen, Gaumen und Füße müssen sich im Takt der DJs bewegen und die Leber zum Tanz auffordern. Menschen sollen sich mit Tourette und Freude mischen, Wein muss schmecken, Schnaps passt in große Gläser und eine dreckige Gabel am Boden soll eine verdammte dreckige Gabel am Boden sein. Ach wie ich auf diese steifen, gesetzten Dinner mit Vorstellungsrunde scheiße verzichten kann.

Und genau dieser Rock’n’Roll war es gewesen.

Dafür gilt es Sabine, Katja, Steffen und Sabrina zu danken! Was für eine fette Combo. Danke Finkus für den Laden und deine Weinauswahl sowie Abi für die Töne, die du dem Schellack entlockt hast.

Und so lasst uns in einem ersten Schritt mit dem Hochprozentigen starten und die Cocktails des Abends auf die Bühne bitten. Der Gedanke war dirty zu gehen und so wählte ich einen Kräuterbitter – Hüllenkremer Els wird an den Familienfesten meiner Frau in rauen Mengen genossen – und einen Marillenbrand als Ausgangsbasis. Wobei Richi, Betreiber und Barchef des Wasserwerks in München, dankeswerter Weise meine geschmacklichen Vorstellungen vorab mit dem Vorschlaghammer zerschlug und dem Ganzen Stil und Manieren beibrachte -ohne dabei zu sehr zu lachen.

Als Apero wurde beim DirtyDinnerBreak ‚Auf der Alm, da gibt’s ka Sünd‘ in folgender Konstellation ausgeschenkt

  • 2 cl Hüttenbrenner Els (oder ein anderer lieblicher Kräuterbitter)
  • 4 cl Campari
  • 3 cl Prosecco zum Aufgiesen

Els und Campari in einem Glas verrühren, Eis dazugeben und mit Prosecco aufgießen. Mit einer Orangenzeste garnieren.

Der Digestif hörte auf den Namen ‚Rumble with Mariandl‘! Man nehme

  • 3 cl Zitronensaft
  • 3 cl Weißbiersirup (dazu koche man einen halben Liter Weißbier seiner Wahl auf und mixe weißen Zuckerrohrzucker unter und schalte die Herdplatte aus. Kurz ziehen lasssen und ab in eine leere Flasche.)
  • 4,5 cl Marillenbrand (z. B. von Hauser)

Alle Zutaten in einem Shaker versammeln, shaken in ein Glas auf Eis abseien. Langsam, mit einem Auge und Lächeln auf die Gäste.

Und wie es so ist, mit uns verbrannte Zwiebelbutter mit fermentiertem Gemüse zu speisen, erfährt ihr im zweiten Teil …

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Die Blume aus dem Gemeindebau

Ach was, Blume aus dem Gemeindebau. Schilcher, du bist die Rabiatperle aus der Weststeiermark. Hast so viel Säure, dass du die Mägen von Touristen zersetzt und am liebsten als Mischung mit Mineral oder Soda gestreckt verzehrt wirst. Jahrelang habe ich dich als Literware konsumiert, bis meine Harnsäurewert von selbst jeden neuen Sommerhit mittanzten.

Nun sitze ich 400 Kilometer von der Weststeiermark entfernt im Schilcherexil und schreibe ein paar Zeilen zu deinen Ehren. Nicht, dass es mir nicht immer Freude bereitet hätte, bei Weinverkostungen dich zu präsentieren und Reaktionen zu sammeln, wie andere Sticker für Paninihefterl. Ach, was hatten wir Spaß …s1

 

Aber die ernsthafte Betrachtung des Schilchers jenseits eines Todschlagarguments betreibe ich erst seit relativ kurzer Zeit, was rabiat schade ist, da man diesem Rosé einen Moment gönnen sollte. Angebaut in der Weststeiermark, liefert die Blaue-Wildbachertraube die Grundlage für den Schilcher. Die Rebsorte ist der wichtigste Lebensnerv der Weststeirer. Schilcher kennt man vor allem knochentrocken und säurebetont aber ebenso gut wird er halbtrocken und edelsüß vinifiziert. Sortentypischen Aromen sind meist Erdbeeren, Cassis, Himbeeren, Blutorangen oder roten Ribiseln. Eine mineralische Würze tritt hervor und es fehlt nicht an Wucht, Nerv und herzhafter Länge. Der Wein ist das Ergebnis einer schnellen Verarbeitung der Blauen Wildbachertraube.

Für die aktuelle Weinrallye von Annette habe ich zwei Winzer unterschiedlicher Couleur, um die Bandbreite aufzuzeigen. Domäne Müller ist einer der größeren Weingüter in der Weststeiermark und hat einige Lagen direkt unter der Burg Deutschlandsberg, wo auch der Liechtenstein Schicher 2013, Ried Burgegg, Deutschlandsberg angebaut wird.

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In der Nase zarte Noten von Himbeeren und Blaubeeren, feine Säure und Fruchtigkeit. Perfekt zu Jausen, kräftigen Speisen und Meeresgetier, oder als Appetizer im Sommer. Heute liefere ich dazu aber nur Stück Speck aus der Fleischerei Kollar aus Deutschlandsberg dazu. Fett!!!s2

Gerne stelle ich den Schilcher und Schilchersekt von http://www.strohmeier.at/seite-3.html als Alternative dazu – ein Winzer, der sich naturbelassener Weinen verschrieben hat und dabei sensationelle Weißweine – die kenne ich – produziert.

Der nächste Schritt? Jetzt dringend ein Achterl Schilcher, eine Scheibe Speck und dann singen wir alle gemeinsam …

Träumer

Viel zu oft fahren Ideen und Wünsche wie Züge im Kopf umher und verlaufen sich im Tunnelsystem deiner Gehirnwindungen. Was nach ein paar Bier, Gesprächen, Glückshormonausschüttungen gut klingt, verblasst viel zu oft zu einem Traum. Ach Kinders, ich könnte euch Geschichten erzählen von meinen Traumschlössern – heute wird es aber real!

Es freut es mich auch noch eine gewisse Zeit danach, dass Sabine, Katja, Michael und Dana und ich am 17. August den ersten Restaurant Day unseres Lebens umgesetzt haben. Die Freude strahlt noch umso intensiver, da die Idee des #Dirtybrunchbreaks fett eingeschlagen hat. Aber was soll ich euch bei den Broten von Sabine, den Torten von Katja und all den weiteren Köstlichkeiten noch sagen? Das haben schon andere, wie Annette, Sonya oder Kathrin gemacht

Das Sensationelle für mich am #Dirtybrunchbreak ist die Tatsache, in München eine kulinarische Veranstaltung umgesetzt zu haben – in der kompletten Anarchie der Ideen aller Protagonisten. Mit feinen Gästen und sensationellen Zutaten. In einer Stadt, die nicht gerade viel Platz für kulinarische Revolutionen lässt. Dies auch Dank Sebastian, der uns sein Kochstudio zur Verfügung gestellt hat!

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Göttliches Back- und Kuchenwerk und mein Beitrag? Ach, einerseits das altbekannte Gulasch mit viel Liebe, Semmelknödel, Wienerle und Gurkerl. Sowie eine ‚Bloody Mary Infusion‘, angerichtet mit eingelegten Tomaten und Paprika, Oliven und Brot als ‚Dirty Munich Break‘. Dazu lege man Olli Banjo auf die Lauscher und ein Rexglas in die Hand:

In das Rexglas kommen 6 bis 7 Kirschtormaten, zwei Pfefferkörner, 2 getrocknete Chilischoten und als Garnitur ein Buschen Basilikum. Mit dem Wodka deiner Wahl das Glas auffüllen und für drei Tage im Kühlschrank verschrauben und verstauen. Dann Basilikum entfernen und bis zu einer Woche weiter chillen lassen. In Gläsern oder Tassen servieren, eventuell noch mit einem Stück Stangensellerie als Kaustock garnieren.

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Eine viel begabtere Person hatte dazu noch einen besseren Vorschlag: Tomaten anritzen, in heißem Wasser für eine Minute kochen und kalt abschrecken. In einen Mixer mit dem Basilikum geben und pürieren. Die Masse durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch Tropfen lassen und die Essenz mit dem Wodka ansetzen. Am End des #Restaurantdays ein spektakuläres Getränk ohne großen Aufwand, das aber die Endorphine purzeln lässt.

Und für alle Träumer unter euch gibt es noch einen Nachschlag um eure Gehirnwindungen frei zu machen für alle Pläne!! Der ‚Bacon Infused Vodka‘ hat sich zwar als optischer und geschmacklicher Fauxpas herausgestellt, befreit aber sicher irgendwas in dir. Und da dies ist auch mein Beitrag für das Blogevent ‚http://www.dinnerumacht.de/wir-kochen-mit-wodka/‘ da man ja nicht immer nur die gelungenen Rezepte posten und einreichen. Wir brauchen mehr Mut zur Häßlichkeit! Dazu schneidet man Speck auf und brät diesen auf Backpapier im Backrohr knusprig.

Speck im Rexglas mit Wodka versenken und ab in den Kühlschrank, dann im Tiefkühler versenken. Fettreste abschöpfen und öfters filtern (feines Sieb, Kaffeefilter, Strumpfhose, whatever). Am Ende des Tages ist mir die Sache zu intensiv, ich habe sie leider aber auch nicht mit Fillern wie Ginger Ale, Ingwerbier, Tomatensaft oder Almdudler probiert. Das solltet ihr unbedingt machen!

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Aus vielfachem Feedback heraus kann ich euch noch mitteilen, dass sich Whisky für die Infusion besser eignet als Wodka. Oder ihr macht es gleich ganz anders. So wie Jo bei seinem Whisky Sour oder diese junge Herr

Auf euer Wohl!!! Bis zu m nächsten Restaurant Day im November!

 

#kochenmitwodka

Das echte Leben kannst du nicht in Zentimetern messen!

Nun sitze ich mit erhobenen Zeigefinger inmitten meines Wutbürger-Dilemmas, habe noch immer einen Kleckser Grün am Finger und mache mir Gedanken. Warum? Ich hatte meine Meinung in zwei konträre Richtungen laufen lassen, muss dies nun revidieren und dringend mit euch tanzen!

Vor einigen Tagen postete die deutsche Weinkönigin auf Facebook anlässlich des Titelgewinns der deutschen Nationalmannschaft. Ein Bild, auf dem sie samt ihrer zwei Assistentinnen / Prinzessinnen / Rebstockgöttinnen sich nackt zeigte. Naja, nackt bis zur Schulter, gefühlt wie ein früher Porno aus den 60igern, geschmacklich wie Toast Hawaii. An sich nichts negatives, eher der Versuch eines Social Media Managers lustig zu sein. Auf diesen Post folgte noch ein Beitrag unter dem Motto ‚Wein geht auch frech‘ indem die Arbeit mit diesem Bild gefeiert wird. Hach, was machen wir nicht alles, damit man uns gern hat und liked. Aus dieser Freizügigkeit entstand ein kurzes Gespräch via Twitter über Sinn und Sinnlichkeit des echten Lebens:

Twitta

Und nun sitze ich da mit meinem grünen Zeigefinger, habe langsam das Frösteln über die aktuellen Diskussion in Deutschland zu #Gauchogate. Meiner Meinung nach kannst du nicht immer biologisch, moralisch, vorzeigetechnisch und gesanglich vorzeig- und abbaubar sein – ab und zu ist Anarchie ein schöner Leitsatz. Und dabei solltest du das echte Leben nicht mit dem Zentimetermaß der Tugend messen. Du wirst daran scheitern!! Folglich reiche ich dem deutschen Weininstitut den Löffel voll Mangold-Risotto dar. Ihr kreiert eure eigene unfassbare Anarchie und das ist gut so. Echtes Leben und so. Und den geneigten Leser bitte ich nun zum Tanz um den Kochtopf.

Lasst uns an der Nase fassen, tanzen und kochen!

Dazu bitte die als Vorlage den Gaucho-Tanz abspielen und davor folgendes, vorbereitetes Kärtchen je nach Vorlieben ausfüllen und ausdrucken:

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So gehen die __________________, die __________________ gehen so, so gehen die __________________, die __________________ gehen so!!!

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Alternativ – und ich kann verstehen, dass nicht jeder das Lied gut findet – hier noch zwei musikalische Optionen für dieses Lied:

Am Ende des Tages ist doch ehrlicher, ästhetischer und netter, statt hinter dem Rücken seiner ungeliebten Völker / Menschen / Teams / etc,. zu feixen, lieber freizügig zu tanzen und zu singen.

Dazu schnappen wir uns den Kochlöffel als Taktstock. Dazu brauchen wir als Mise en Place für die kinderfreundliche Variante:

  • 300 bis 400 g Mangold
  • 2 Zucchini
  • Bund Petersilie
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Öl
  • 400 g Risottoreis
  • 1,15l Gemüsebrühe – (ohne Kinder: 1l Gemüsebrühe, ein Achterl Weißwein)
  • 100 g Parmesan
  • 50 g Butter

Im ersten Schritt sich an das Grünzeug wagen: Mangold, Zucchini und Petersilie waschen. Dem Mangold die groben Stiele wegschneiden und kleinschneiden – ungefähr ähnlich mit der Petersilie vorgehen und die Zucchini klein scheiblieren. In einem Topf reichlich Wasser salzen und aufkochen lassen. Zucchini und Mangold baden gehen lassen und nach einer Minute wieder herausholen, kalt abschrecken. 3/4 des Grünszeugs mitsamt der Petersilie in einen Mixer schmeißen und tanzen!

Zwiebel und Knoblauchzehe zum Tanz bitten (schälen und klein würfeln für alle Spaßbefreiten). Öl in einem breiten Topf erhitzen und Zwiebel und Knoblauch beifügen und weich dünsten. Reis an die Hand nehmen und eine Polonaise in den Topf veranstalten und unter ständigem Rühren in 3 Minuten glasig werden lassen. Den Wein – in unserem Fall heiße Gemüsebrühe – angießen und köcheln lassen, bis er / sie vaporisiert ist. Nach und nach die heiße Brühe angießen und unter ständigen Rühren für 25 Minuten immer wieder einkochen lassen bis der Reis gar ist.

Die gemixte Kräuterkombilation unter den Reis mischen, fünf Minuten die Komi zugedeckt ziehen lassen. Geriebenen Parmesan auf die Tanzfläche bieten und mit Butterflocken unterhebeln.

Restliches Gemüse als Garnierung verwenden, mit einem Foxtrott servieren.

 

Mangold Risotto Mangold Risotto

Mangold Risotto   Mangold Risotto

Passend zu diesem Mahl empfehle ich im echten Leben eine 1976er Avelsbacher-Hammerstein Riesling Auslese. Ein besonders heißer Herbst – so wurde mir erzählt – ließ die Erntehelfer in Bikini und Badehose auflaufen. In der Hoffnung auf einen dementsprechenden Herbst 2014 für die deutsche Weinkönigin hebe ich mein Glas, lecke den Finger ab und verliere mich in Anarchie.

Châtas, Baby! Châtas!

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Si tu as la chance de passer quelques jours dans un village comme Châtas avec 57 inhabitants (dont 2 n’apprecient pas que tu es là), 10 vaches, 3 chiens et un bar qui n’existe plus heseite pas. Vas y, ramene des enfants, quelques amis et plusieurs bouteilles de Riesling. Mets les moules dans un grand pot avec du vin blanc, oignon, persil et un peu de beurre!

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Am Ende des Tages bin ich großer Fan von dem, was die Macher von http://www.mitvergnuegen.com machen. Sie gehen hinaus in die richtige Welt und zeigen Gelage in Restaurants, Essen, Trinken und Kochen so wie es ein soll. Sinnlich, dreckig, mit Freude und (ohne) Verstand, und persönlich. Wunderschöne Bilderstrecken mit Texten die sitzen. Siehe auch 40 days of eating. All das, was Food- und Lifestylezeitschriften heute nicht liefern wollen.  Mein Versuch mit Selfies hier mitzuhalten, wurde angestachelt, ich brauche das kommende Mal aber einen professionellen Fotografen an meiner Seite!

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Und man kann vom Service des Ladens http://www.pur-etc.fr/ in Straßburg halten was man mag, die Idee mit den Rezeptvorschlägen der Kunden für die künftige Speisekarte finde ich simple und gut. Crowdfunding ohne Tam Tam.