too drunk to fuck

Er hatte den Zenit des Kopfpolsters erreicht während ihre Augen die Komplexität des Aspirins absorbiert hatten. Nachdem die Turntable der Nacht sich vom DJ gelöst hatten wurden die Sonnenstrahlen die Kitzler des hereinbrechenden Samstags. Als hart arbeitende Präzosiäteten des deutschen und österreichischen Proletariats trieb es beiden die Geschmacksnerven aus den Ohren und auf den Zehenspitzen ihrer Knie stahlen sie sich zum Kühlschrank. Die Vögel zwitscherten von den Ästen und kackten auf die Räder

In der kafkaesken Geschmackslosigkeit einer betrunkenen, ausgetrockneten Zunge rungen beide den Kühlschrank nieder und kredenzten sich die Quintessenz des vorhandenen:

  • 5 Bananen
  • 1l Milch
  • 2 Avocados
  • 1 Zitrone von und zu Bio
  • Krabben oder ähnliches Meeresgetier
  • Salz und Pfeffer

Als direkter Nachfolger befolgte er die Bananen in den Mixer und verdünnte sie mit der Milch. Sie häutete die Avocados, schnitt sie in kopfschmerzgerechte Stücke, fügte das beste Salz, den gemahlensten Pfeffer und frischest gekauften Meeresbewohner hinzu. Die Zitrone presste über die Einheit und zestete sich zu einer geschmacklichen Abrundung. Die Farbstaffel an Geschmack über die Zunge gleitend glitten beide wieder unter die Laken und steckten sich noch ein frisches Salzstangerl der phätten Brotmanufaktur Schmidt in die Backen.

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In der Schwitze der Nacht

Es war nicht heiß, es war nicht kalt, es war einfach nur dunkel und Feierabend. Der Hunger krähte und die Töpfe dampften. Zu oft waren sie vor dem Lustgewächs in grün mit seinem ausladenden Federbuschen gestanden und in falscher Freundschaft zugegriffen.

Nun war es aber soweit und der Kohlrabi wurde von ihr gestiftet, die Kartoffeln geschält und das Mise en Place auf Vordermann gebracht, während er mit den Töpfen jonglierte, die Aperitifs mixte und als Begleitmusik  Peter Fox ins Spiel brachte

Als erstes erhielten die Kartoffeln ein Bad zum Pellen und Mehl wurde mit Butter in einer weiteren Pfanne engschwitzt. Mit der Mehlschwitze als Grundlage der Evolution wurden die Kohlrabistifte  der heißen Pfanne anvertraut, um diese nach wenigen Minuten in einem großartigen Schuss Milch zu ersäufen. Zum Aufmischen der Ingredienzen wurden die Rocker Salz, Pfeffer und Dill in abgeschmeckter Menge beigefügt und die Kombination dem Aggregatzustand des Dünstens überlassen.

 Nach einem tiefen Schluck Pastis häuteten die zwei Stadtaffen die Kartoffeln und schwangen sie in eine Pfanne voll geschmolzener Butter zum Paarungstanz mit italienischen Kräutern, Salz und Pfeffer. Während er sich des Salatdschungels annahm, um diesen, frisch gewaschen, in froher Fünfsamkeit, mit Kernöl, Apfelessig, Salatgewürzen, Salz und Pfeffer zu vereinen, den Tisch deckte und die Peter Fox an den  Esstisch bat, näherte sich die Chefin der Küche den Debrezinern. Für ein paar Minuten in kochendem Wasser freischwimmend, hob sie diese als würzige Länge hervor.

In der schnelle des Feierabends liegt die Schwitze der Nacht, dachte sich der Kohlrabi, als er neben den Debrezinern in Senf aus Dijon mit Kräuterkartoffeln über den Teller hinausblickte. In einem Haus am See fühlten sich währenddessen sie und er und gingen in die Annalen dieser Nacht ein.

Ist da Pferd drinnen?

Im beruflichen Kleinteam spielen sich die größten Dramen und besten Komödien ab. Grundsätzlich sollte man berufliches und privates trennen; da das Leben allerdings keine Trennkost ist, fand sich mein berufliches Umfeld bereits zu diversen lukullischen Genüssen zusammen. Nach Raclette, BBQ, Thaicurry und tschechischen Antipasti, eingelegt in Becherovka, ging es nun daran österreichisch zu bewirten.

Das Menü bestand aus Käferbohnensalat mit Kürbiskernöl und einem Fiakergulasch. Zur musikalischen Untermalung bietet sich ein österreichischer Klassiker von Kurt Sowinetz an:

Sollten die Käferbohnen getrocknet sein, diese für 24 Stunden in Wasser einlegen und dann in Salzwasser kochen, bis diese bissfest sind. Die Käferbohnen mit Essig und reichlich Kernöl abmachen, Zwiebel und Knoblauch addieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Am besten als Vorspeise servieren.

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Für das Gulasch schneide man – wie in diesem Fall für acht Personen – zwei Kilo Zwiebel klein, bis die Augen leuchten wie Bremslichter. Man nehme die gleiche Menge Gulaschfleisch (egal ob Schwein, Kalb, Pferd oder Gnu, Hauptsache eine Sorte wegen der Kochzeit), tupfe sie trocken oder auch nicht und brate die in Würfel geschnittenen Stücke in reichlich Sonnenblumenöl in einem großen Topf an. Nach erfolgreicher Bräunung der Fleischstücke auf zumindest drei Seiten, werden diese zum chillen beiseite gelegt und die geschnittenen Zwiebeln nehmen ihren Platz im Topf ein. Die Zwiebel glasig dünsten, mit Paprikapulver, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Chilli und geriebenen Kümmel in ausreichender Menge bekannt machen. Wie gesagt, hier wird für acht Personen groß aufgekocht, weshalb auch mit den Zutaten nicht zu sparen ist. Das Fleisch wieder zuführen und dann dünsten lassen, bis sich alles in Wohlgefallen und Gulasch zersetzt. Alternativ kann man auch noch ca. 1 Liter Rindssuppe ins Spiel nehmen und die Komposition ausdünnen. Dann wird es eher zu einer Suppe, wie in meinem Fall.

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In der Zwischenzeit hat man sich schon dem nächsten Bestandteil gewidmet: dem Serviettenknödel. Dazu eine Packung Toastbrotscheiben von der Rinde befreien und mit ca. 0,5 Liter warmer Milch für ca. 30 Minuten ruhen lassen. Gehackte Petersilie, Eier (ungefähr vier Stück), Salz, Pfeffer, Speck (bei Bedarf) und xxx einrühren und die ganze Masse zu einem Fest für die Finger werden lassen. Auf einer Klarsichtfolie wird der Patz dann zu einer Wurst aufgereiht – wer auch immer Zigaretten gedreht hat, ist hier von Vorteil – und an den Enden verschlossen. Darüber kommt noch eine Schicht Alufolie. Wem dies zu alternativ ist, kann den konservativen Weg nehmen und eine Serviette/Geschirrhangerl hernehmen. Das Kunstwerk in heißem Wasser für ca. 25 Minuten kochen bis die Konsistenz vom Halbflüssigen ins Feste übergegangen ist. Da ich diesen Moment nie erreicht habe, wurde in dieser Hinsicht von mir geschummelt: ich habe die Verpackung einfach aufgerissen und aus der langen Wurst kleine Knödeltaler geformt, die ich abgebraten serviert habe.

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Als weitere Beilage zum Fiakergulasch werden Wienerle/Frankfurter, Spiegeleier und Essiggurkerl gereicht. All dies macht ein herrliches Fiakergulasch aus. Wichtig ist, die Gurkerl aufzufächert. Dazu mache man aus einem zwei und schneide die Hälften in kleinen Abständen ein ohne sie ganz durchzusägen. Dann mit der flachen Hand aufdrücken und fächern.

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Passende Getränke: zur Vorspeise ein herrlicher Schilcher aus der Weststeiermark, zur Hauptspeise irgendein Bier, Hauptsache Bier und zum nicht vorhanden Dessert ein Schnaps oder Whisky zur Verdauung.

Dies war mein erstes Gulasch und einige Punkte sind festzuhalten:

  • beim Zwiebelschneiden kann man irgendwann nicht mehr weinen
  • dafür riecht man auch noch Tage danach nach Zwiebeln
  • nimm lieber zwei mittlere Töpfe, als einen großen, in dem du nie mehr umrühren kannst
  • addiere nur Suppe wenn du Suppe willst
  • Knödel muss ich noch üben
  • Ich habe noch immer nicht die Unkosten verrechnet
  • ja Lukas, man kann auch ein Pferd hineinschneiden; nur woher kriegen ist die Frage
  • ja ModeZampano, die Fotos sind noch immer Schrott

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92,8 Kilo oder das Gewicht eines Food-Blogs – Version Familie

Glücklicherweise steht die Regelmäßig meiner Blogeinträge in keinem natürlichen Verhältnis zu meiner Nahrungsaufnahme. Ganz im Gegenteil, wie ich am Wochenende im brüderlichen Badezimmer von der Waage mitgeteilt bekommen habe. Nach einer intensiven selbstreflektorischen Phase, warum mir eine Neun, eine Zwei und eine Acht entgegenleuchteten habe ich folgende Vorschläge für den werten Leser. Einer der Gründe sind die exzellenten Essen meiner Schwägerin. Zur musikalischen Untermalung nehme man Mano Negra  

um eine Vorstellung der Lebhaftigkeit ihrer Küche zu bekommen.

Für das Kohlgemüse, wasche und schneide man Kohlblätter in Streifen. Diese dünstet man vorsichtig bei niedriger Temperatur, genauso vorsichtig, wie man mit Salz und Pfeffer würzt und genauso wenig, wie man Mehl diesem Gericht beifügt. So bleibt der Kohl schön bissfest und man erhält keine pampige Einheitsgeschmacksoße. Für die Frankfurter (ja geneigter Leser, so heißen Wienerle in Österreich – wobei ich aber sehr gerne den Begriff Wienerle benutze) kaufe man Fleischer (auch so ein österreichisches Wort) Bio-Frankfurter und koche diese gemäß der Anleitung.  Hiermit möchte ich allen fotografischen Kommentaren vorweg entgegnen: Ich bruzzle die Wienerle nicht indem ich sie fotografiere.

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Für die Topfenpalatschinken (deutsche Übersetzung für gewisse sprachliche Gebiete: Quarkpfannkuchen) aus Topfen, Zucker, Rosinen und Bio-Zitronenzeste eine schmackhafte Mischung heranziehen. Den Palatschinkenteig aus Eiern, Mehl und Milch zimmern, Palatschinken formen, mit der Mischung füllen und im Backrohr zur Vollendung bringen.

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Passendes Getränk: Himbeersirup.

Der schönste Vorort von Graz

Bis jetzt war dieser Blog ein reines Privatvergnügen. Dies hat sich seit dem Podcast zu Foodblogs im Rahmen meines Beschäftigungsverhältnisses radikal geändert.

Dazu gibt es sechs Dinge zu schreiben:

 

1/ Obwohl sich Sebastian Dickhaut nicht als Foodblogger sieht (was er zweifelsohne ist) hat es mehr als Spaß gemacht, mit ihm vor dem Mikro zu stehen und Hochdeutsch zu sprechen.

 

2/ Dieser, mein Blog, spiegelt meine persönlichen Interessen wieder, die sich teilweise mit meiner Arbeit paaren. Ergänzung vom 07.03.09 aufgrund aktueller Ereignisse: Alle hier geposteten Beiträge spiegeln rein meine persönlichen Interessen, Meinungen und Gefühlslagen wieder. In diesem Blog wird kein beruflicher Bezug genommen noch ist dies vom einzigen Autor erwünscht. Verlinkte Seiten respektiere ich, verkaufe aber nicht meine Seele für deren Inhalte. Wer wissen will, wer hinter Schwarzthoughts steht der kann mich unter www.twitter.com/heimuuh erreichen. Wer wissen will, was hinter dem Namen steckt, der sollte Zeit, Muse und zwei Bier parat haben. Und jetzt weiter im Text: Dazu zählt alles Essbare, ob selbst fabriziert (bis jetzt hat sich niemand beschwert) oder auswärts gespeist. Ja, die Eier für die Eierspeis vorab mit einen Schuss Milch verquirlen, dann wird das ganze Ding flockiger!

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Dazu zählt nicht mein Fußballfetisch, den aber manch Arbeitskollege Freund mit mir teilt. (Danke für die wunderschöne Fahrt zum Spiel SK Sturm gegen Rapid Wien.)

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Dazu zählt auch nicht meine Auswahl an Musikstücken, die ich hier poste und unter der Dusche und im Stadion singe.

 

3/ Dieser Blog ist ein Selbstversuch und Selbstläufer. Am Anfang stand die Neugier, in der Mitte der Wahnsinn und mittlerweile hat sich die ganze Geschichte zwischen Zeitmangel und Tippfehlern eingependelt. Umso mehr freue ich mich über schriftliche als mündliche Kommentare. Dies umso mehr, als meine Zunge schneller spricht, als meine Finger tippen und die Zehnfingerregel mein größter Feind ist.

 

4/ Ja, ich war so jung und bin kopfüber ins Meer gesprungen. Dabei wurde aber vorab mit einer Arschbombe die Tiefe vermessen. Wer diesen Absprung sucht, der sollte nach Abbazia fahren.

 

5/ Man soll sich den Namen seines Blogs immer zweimal überlegen, sonst kommt ein Wortspiel mit seinem Namen und dem Wort Gedanken heraus.

 

6/ Wiener Kellner sind wirklich eine eigene Spezies, wie alle Wiener. Folglich empfehle ich einen Besuch in der Steiermark. Wer auf der Suche nach passenden Lokalen ist, der kann sich gerne an mich wenden. Was der Rapid Anhang vergangenen Sonntag plakatiert hat („A Numma z’groß fir eich.“) kann also nur mit den Worten „Wien ist der schönste Vorort von Graz“ beantwortet werden.

 

Passende Musik:

 

 

Passendes Getränk: Schilchermischung