Man sollte …

Eltern haben die Angewohnheit zu glauben, dass man verhungert, zu wenig zu essen zu bekommen oder dass maximal die Gefühle beim Kuscheln kochen. Auch mit 33 Jahren. Besonders mit 33 Jahren. Nun denn Papa, hier kommt mein Plädoyer für den Überschwang:

Man sollte sicher öfter die Lippen mit Verhacktern einschmieren, die Teller auch im piekfeinsten Restaurant abschlecken, mit Butterschmalz braten, den Extra Schuss Olivenöl auf dem Salat verwenden, Ess- und keine Teelöffel verwenden, Wassermelonen kann man auch mit einem Headbutt öffnen und die 1,5 Liter Flasche löscht den ersten Durst. Und man sollte grundsätzlich Pools mit Erbsen und Erdbeeren füllen und Kopfsprünge machen.

Ich hatte mir für dieses Vorhaben 1,5 kg Schweinsbraten gekauft, die Schwarte einritzen lassen und Guns’n’Roses, die an der Ecke vor dem Fleischer spielten eingepackt:

 Die Schwarte mit Salz einreiben und während der weiteren Schritte – Flascherl Bier öffnen und Mise en Place herrichten – ruhen lassen. Zwei Möhren und eine Zwiebel klein schneiden, zwei Knoblauchzehen stückeln, ebenso wie ein ca. 10 g großes/schweres Stück Ingwer. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen und gleich hitzig weiter  eine Zitrone heiß abspülen. Das Fleisch auf dem Blech platzieren und mit Pfeffer und Chili würzen, das Gemüse herum drapieren und mit Zitronenschalenraspeln überreiben. Hinein ins Rohr damit!

Nach einer 5-minütigen Aufwärmrunde ¼ l Reiswein zugießen. Letzteren auch auf Qualität kosten. Braten ca. 45 garen und in regelmäßigen Abständen ¼ l Hühnerbrühe etappenweise zugießen. Weiter garen, pünktlich herausholen und den Braten zum Warmhalten in Alufolie einschlagen.

Das Blech mit einem Achterl Wasser begießen, das geröstete Gemüse lösen und die Einheit durch ein Sieb pressen. Für die Sauce einen Bund Lauchzwiebeln in Röllchen schneiden, eine Chili und einen Zitronengrasstängel kleinen. Etwas Maiskeimöl in einem kleinen Topf erhitzen – Lauchzwiebeln, Chili, Zitronengras und Ingwer unter Rühren kurz andünsten. Dann kommt der Rest: ein Teelöffel Sesamöl, der Bratensud, der Saft einer halben Limette und 2 Esslöffel Ketjap Manis. Einmal erhitzt von der Kochstelle nehmen.

Dazu trinkt sich am besten Bier und serviert sich Reis und gedünsteter Pak Choi. Darüber streue man noch frischen Koriander. Die Teile, die man nicht mehr verputzen kann, hängt man sich zur Feier seines ersten Schweinsbratens um oder dekoriert seine Gäste damit. Zitronengrasstängel machen sich auch sehr gut hinter Ohren.

Die Ästhetik des Bildes liegt in der Tatsache, dass es mein erster Schweinsbraten war. Zwar asiatisch und nicht bayrisch, aber einfach sensationell. Die Wahrheit hinter diesem Rezept auf http://www.kuechengoetter.de/rezepte/verschiedenes/Asiatischer-Schweinebraten-926797.html.

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Schwammerl

Aus den versprochenen Innereien der Zucchini wurde aus Zeitmangel leider keine Suppe mehr. Einer der Gründe des Zeitmangels – neben Arbeit, Bier und dem Versuch mein Bett zu richten – war der 40er eines meiner besten Freunde.

Dieser Eintrag hat aus zwei Gründen einen kulinarischen Hintergrund: der gastronomischen Ausflug auf die  Grabneralm und dem momentanen Schwammerlboom.

Das erste Augustwochenende wurde dieser besagte Geburtstag auf der Grabneralm in der Steiermark  gefeiert. Das Wetter war mies bis beschissen, die Stimmung aber genauso feuchtfrölich. Essenstechnisch muss hier vor allem der Schweinsbraten hervorgehoben werden. Das Geheimnis liegt im Tischherd, in der Saucenzubereitung (Hinzufügen von Zitronensaft und den besten Gewürzen), dem intensiven Einsatz von Knoblauch und den vier Stunden im Ofen.

Da die Wanderung zur Grabneralm keine zwei Stunden dauert, sei diese steirische Almhütte allen ans Herz gelegt. Natürlich liegt mir kein Foto vom Schweinsbraten vor, weshalb ich nur mit der Eierspeis zum Frühstück aufwarten kann. Ein einfaches, aber hervorragendes Gericht. Darüber hinaus ist auch noch die Hausbar mehr als eine Erwähnung wert, die von Günther beherrscht wird. In der Küche zaubert übrigens die bezaubernde Maria:

Nebenbei würde ich auch gerne von Pilzgerichten berichten. Doch ich hatte nur die Freude, mich an der Suche zu beteiligen. Die Schwammerl selbst hätten die Zugfahrt nicht überlebt. Folglich kann ich kein Rezept samt Foto von meinem Schwammerlgericht einstellen, sondern nur den Hinweis, dass jetzt Pilzsaison ist. Als guten Tipp kann ich nur empfehlen, dass getrocknete Steinpilze jede Sauce hervorragend verfeinern. 

Passende Musik zum Feiern auf der Alm (zumindestens einen 40er) und zum Schwammerlsuchen: Iggy Pop, Lust for life