Quiche in Minute 87

Ein paar hundert Kilometer in die eine Richtung, ein paar Kilometer in die andere, Flugmeilen hier, Bierfreundschaften dort, gesponsorte Stadiennamen von Multifunktionsarenen auf der eine Seite, gleichlautende Hotelketten auf der anderen. Dazwischen finden sich die gleiche Stadionbratwürste und sprachlich variierende Polizeischüler in Kampfanzügen mit hölzernen Richtmikrophonen. Hintergrund dieses faszinierenden Stilgemäldes: unerklärlicher Fanatismus, Fußball, Auswärtsfahrten, Leidenschaft und Gegentore.

Zum Mitsingen. (Aber nur die Seite öffnen und gleich wieder zurückkehren – Alternativ gerne auch

, denn immerhin geht es in beiden Fällen um Gesang.)

Die letzte Auswärtsfahrt kostete zahlreiche Nerven. Das Gegentor in der 87ten Minute traf ebenso wie die unerklärliche Fanfreundschaft mit den Fans eines Badener Fußballclubs oder die Wertvorstellung der Innsbrucker Polizei die Magengruppe der Crew. Dies alles laugt aus und hier können die Nerven nur nur mit kulinarischen Mitteln wieder auf Vordermann gebracht werden. Dazu entscheide man sich für folgende Mannschaftsaufstellung für den Teig: 250 g Mehl, 1 Ei, ½ TL Salz, 100 g Butter in Stückchen sowie 2-3 Esslöffel kaltes Wasser. Mannschaftsgeist entsteht durch das verkneten aller Zutaten und dem Formen eines Fußballähnlichen Gebildes, das man für ca. 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellt. Die kurze Pause kann man nutzen, um sich alle Hintergründe seiner Leidenschaft in Erinnerung zu rufen und die wichtigsten Stationen seines Vereins in Fanlieder zu packen und als Gegrölle zu entpacken. Den Tisch bestreute er mit einer sanften Decke aus Mehl und rollte den Teig immer in eine Richtung zu einem flachen Teig aus, den er in eine runde (Quiche-) Form hiefte.

Für die Füllung versammelt er die besten aller Zutaten: Blauschimmelkäse, Emmentaler, 4 Eier, Sahne, Speck und frischen Spinat. In einem Rührbecher legte er den Pool aus Eiern an, rührte einen Schuß Sahne dazu, hackte den Speck und den Käse dazu, würzte mit Salz, Pfeffer, Chili und hob den gewaschenen Spinat unter.  Die Masse verteilt sich im Schwimmbassin aus Teig und tauchte für 45 Minuten in einem 180°C warmen Backrohr unter.

Im Endeffekt ist es nur eine Frage der Sozialisierung, mit wem man im Auswärtssektor steht und eine bunte Quiche – am besten in den Vereinsfarben – nascht. Im Endeffekt ist es Wahnsinn und folgende bizarre Bande

  • SK Puntigamer Sturm Graz
  • VFB Stuttgart
  • FC Augsburg 07
  • Westham United 

der Verständigung.

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Jahreswechsel oder Schoko in der Tasche

In der zweiten Hälfte des Jahres 2008 griff ich in die Tasten, um das Bloggen aktiv zu lernen. Der erste Schritt war ein Blogname, der unaussprechlich ist, der zweite eine undurchsichtige inhaltliche Struktur zu schaffen. Insgesamt machte es mehr als Spaß, auch wenn ich alle wichtigen Punkte für einen (Corporate-, ich als Firma:) Blog ignorierte. Aus Zeitmangel, Faulheit, mangelnde Themen oder Fotomaterial. Des Weiteren bin ich bekennender Begeher von Tipfehlern (ab und zu auch Tippfehlern) und die Unterschiede zwischen deutscher und österreichischer Idiomatik sind mir bis heute ein Rätsel. Meine Kochkenntnisse beschränken sich auf kulinarische Standards (obwohl manch eine Frau auch das Gegenteil behauptete), trotzdem durfte ich mit Sebastian Dickhaut einen Podcast aufzeichnen.

Wohl muss ich jetzt eingestehen, dass Bloggen eine fette Zeitverschwendung ist und dass ich auch schon positives Feedback bekommen habe. Nun bin ich wohl der letzte Foodblogger (ja, ich habe es gecheckt), der seinen Lesern ein aufregendes neues Jahr 2009 wünscht, in dem Charles Darwin, Erzherzog Johann und SK PUNTIGAMER STURM GRAZ Jubiläum feiern.

Als Hauptspeise fürs neue Jahr wird Sauschädelsalat (alias „Schweinerüssel“) in einer Kernölvinaigrette mit Linsensalat gereicht.

silvester_schweineporn

Den Sauschädel mundgerecht teilen, mit einer coolen Kernölvinaigrette (Basisversion besteht aus Essig, Kernöl, Salz, Pfeffer und Senf), Zwiebel und Knoblauch anrichten.

silvester_schwein

Die Linsen werden gleich behandelt.

silvester_gesamt

Passendes Getränk: Roter Sekt

Passende Musik (mit Dank an den Modezaren, der bald selbst hier bloggen darf, da er nur den besten Input bringt):

Als Dessert zum neuen Jahr präsentiert Schwarzthoughts was Süßes. Man nehme den Glückstaler von einer Bekannten am 31. Dezember irgendeines Jahres, stecke ihn in die Tasche mit allerei anderem Schabernack, erhitze sich und vergesse alles um sich herum. Die Freude über das Dessert, bis in der Frühe in der Hosentasche geschmolzen ist, ist unvergleichlich. Sehr zu empfehlen.

silvester_glucksbringer

Wenn das Leben an der Mouse hängt

Es war die gefühlte 19 Runde im UI-Cup oder UEFA-Cup Quailfikation – ich sehe den Unterschied mittlerweile schon gar nicht mehr – als der SK Puntigamer Sturm Graz am 28.08.08 auf den FC Zürich traf. Nachdem wir schon in der Vergangenheit auf Clubs aus Andorra, auf den VFL Wolfsburg oder auf die mit Billiardkugeln gefüllten Sockenschwinger aus Budapest getroffen sind, stand das Rückspiel gegen den FC Zürich – das Hinspiel hatte 1:1 geendet – auf dem Programm.

Vorab die sportliche Geschichte: Nach dem Spielstand von 1:1 in der regulären Spielzeit ging es in die Verlängerung. Nach weiteren torlosen 30 Minuten wurde zum Elfmeterschießen angetreten, dass Sturm Graz heroisch verlor. (Dass unser Torhüter älter ist als die gesamte Mannschaft von Arsenal zusammen kann als Ausrede nicht herhalten) Die Auslosung für die 20 Runde in der UEFA-Cup Qualifikation brachte den Schweizern den AC Mailand. Abschließend wünsche ich Ihnen noch viel Glück, da es für die „kleinen Vereine“ wichtig ist, die großen Teams zu schlagen!

Nachdem sich ein persönlicher Trip von mir zu diesem Spiel nach Graz aus beruflichen Gründen nicht ausging, wollte ich den Laola1 Livestream testen. Da dieser nicht ging, genausowenig wie das automatische Aktualisieren des Spielstandes – ja, ich weiß, es gibt noch andere Anbieter – wurde es ein geselliger Abend mit ein paar Kollegen vor meinem Computer, samt minütlichen Aktualisieren des Spielberichts. Besonders das Elfmeterschießen machte sehr viel Spaß da die Frequenz des Öffnen und Schließens des Spielbericht-Fensters im Sekundentakt erfolgte. Naja, die Pointe der Geschichte, ist einfach die Tatsache, dass ich keine Lust zum Betrachten eines Spiels auf meinem Computer habe und mir die Stadiumluft (allgemein) gewaltig fehlt.

Passende Musik: das gesamte Liedgut von Sturm Graz

Passendes Getränk: Augustiner und nach der Niederlage Chivas Regal