Châtas, Baby! Châtas!

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Si tu as la chance de passer quelques jours dans un village comme Châtas avec 57 inhabitants (dont 2 n’apprecient pas que tu es là), 10 vaches, 3 chiens et un bar qui n’existe plus heseite pas. Vas y, ramene des enfants, quelques amis et plusieurs bouteilles de Riesling. Mets les moules dans un grand pot avec du vin blanc, oignon, persil et un peu de beurre!

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Am Ende des Tages bin ich großer Fan von dem, was die Macher von http://www.mitvergnuegen.com machen. Sie gehen hinaus in die richtige Welt und zeigen Gelage in Restaurants, Essen, Trinken und Kochen so wie es ein soll. Sinnlich, dreckig, mit Freude und (ohne) Verstand, und persönlich. Wunderschöne Bilderstrecken mit Texten die sitzen. Siehe auch 40 days of eating. All das, was Food- und Lifestylezeitschriften heute nicht liefern wollen.  Mein Versuch mit Selfies hier mitzuhalten, wurde angestachelt, ich brauche das kommende Mal aber einen professionellen Fotografen an meiner Seite!

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Und man kann vom Service des Ladens http://www.pur-etc.fr/ in Straßburg halten was man mag, die Idee mit den Rezeptvorschlägen der Kunden für die künftige Speisekarte finde ich simple und gut. Crowdfunding ohne Tam Tam.

 

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Paris, du geile Erdnuss

Um Paris zu beschreiben hatte er sich tausend Vergleiche einfallen lassen und jeder einzelne hinkte wie er selbst nach drei Tagen Fußmarsch. Nach drei Tagen Aufenthalt klimperten die Münzen in seinen Hosentaschen, da Pariser Automaten nur Kreditkarten und die Edelstahltauschware akzeptieren, tanzte das Wort „non“ ein jedes Mal Tango auf seinen Lippen, wenn ein Straßenverkäufer ihnen einen Eiffelturm oder Bier andrehen wollte und er fand sein Hotel noch immer nicht. Das Hotel, das ohne Klopapier auskommt, zentral liegt und sich jeder vernünftigen Straßenführung entzieht. Gegen all diese bizarren Hauptstadtausflüchte gibt es keine Impfung, genau so wenig wie die schönen Ecken und Aperitifs. Denn Paris ist wie die letzte Erdnuss in der Partyschale am Tresen. Armselig, heiß begehrt, salzig, 51 mal taxiert und wieder fallen gelassen; einfach unantastbar.

Er musste sich ein Monat nach der Rückkehr eingestehen, dass er keinen Haute Couture Laden betreten hatte – obwohl er im Gant Laden gefragt wurde, ob ein derartiger in München nicht existiere – seine Freundin nicht um die Hand angehalten hatte, den Eiffelturm aus sicherer Distanz taxiert, an keinem Streik teilgenommen hatte, auf den Louvre gesch#*§$%&, Mona Lisa umschifft und auch keinen mit oder bei Gerard Depardieu einen essen oder heben war.

Nein, er hatte mit der besten Reise-, Lebens- und Genussbegleitung sich um alle Ecken der Stadt getrieben. Mit dem Butterbaguette in der Hand und dem Café Crême auf der Zunge an der Ecke des Boulevards Saint-Denis und der Rue due Faubourg Saint Denis wo sich die Sonnenstrahlen treffen, um  Touristen Sonnenbrand zu beschaffen.

Die beiden versteckten sich in den besten Picknickecken der Stadt um dem Trubel das Baguette und die Tarte zu zeigen.

An jeder einzelnen Barecke mit einem Kir, Americano oder Pastis an der Hand um auf alle Touristen, Einheimische, Außerirdische und Franzosen anzustoßen (die komplette Kollektion findet im Compas d’or ihre Ausrichtung). Wobei auch seine zwei Semester Frankreich wieder beim Mittagessen, als bereits Whisky-Cola als Apéritif am Nachbartisch gereicht wurde.

Hinter allen Tischecken, die dem Sitznachbarn aus Platzmangel ins Fleisch bohren und, und handgeschnitzte Pommes, Beef Tartare, Salate, Rosé Weine und Pastis tragen, als wären es ihre eigenen Kinder.   

Und vor allem war er stolz auf die Ecke seines Gehirns, in der die Schimpfwörter gespeichert und aktiv waren, wie böse Jungs, die sich vor der Polizei verstecken,

Weil Paris die passende Erdnuss für Leute ist, die sich bewegen kann er nur mehr eine kurze Listening Comprehension empfehlen, avant qu’il se casse avec la dernière cacahuette

Nema Problema jungäär Mann!

Selbstredend passt dieser Eintrag nicht zur Jahreszeit, aber hier geht es um die Sonne im Herzen und nicht um die Temperaturen vor der Haustür. Des Weiteren handelt es sich um die Rechtfertigung, warum er nur Fotos vom Essen und seiner Lady gemacht hat: weil es verdammt gut geschmeckt hat und Sonnenuntergänge als Hintergrundbild scheiße sind. Der Sommerurlaub mit Madame fand dieses Jahr in Punat, einem netten Ort auf der kroatischen Mittelmeerinsel Krk, statt. Der Ort bezieht seinen Charme aus verwinkelten Gässchen, duftenden Weindächern, Rosmarinbüschen und Feigenbäumen und der Tatsache, dass der große Tourismus auf dem Campingplatz sein Internierungslager hat.

Nach einer schönen, langen Aktion der Herbergssuche – „Nein, die haben immer Zimmer frei. Fuck off, da braucht  man nicht vorbestellen!“ – und der Erkenntnis, dass man auch aus einer Garage ein Appartement machen kann, empfing Hausbesitzerin Nema problema die beiden mit offenen Armen. Sie selbst wohnte mit Hund und Schildkröten im Keller und vermietete Zimmer mit Ausblick und Terrasse. (Bild Terrasse mit Oliven und Pastis) Auf ihre radikal nette Art zerstört sie die Kreisläufe der stärksten Männer mit selbstgebranntem Travarica, schickt in die Gäste in die besten Lokale essen und verschlingt jeden Tag in der Früh einen Buddha um zu jeder Gelegenheit ein  Nema problema zu lancieren.

01_Dachterrasse

Am ersten Abend nach einer wunderschön langen Autofahrt und fetten Strandspaziergang am zubetonierten Ufer, das sich bequemer a ls erwartet herausstellen sollte, meldeten sich gleichzeitig zwei Mägen. Der ersten Empfehlung in Richtung Promenade folgend, enterten die zwei das Restaurant Sidro: ein klassisches Touristenlokal gehobener Art mit dem Charme einer Höhle und einem Kellner aus dem Vorhof der Hölle. Dieser pflegte die Kundschaft mit jungäär Mann zu titulieren und stellte  ihn auf eine harte Probe (immerhin hatte er keine Haare mehr am Kopf und wird  selbst auf der Straße von jugendlichen Zigarettenschnorrern mit Sie angesprochen!). Nach der Absage an den frischen Fisch in Weinsauce (es gibt nur einen Grund Fisch in einer Weinsauce zu ertränken), gönnten sich die zwei als Entrée eingelegten Fisch und gemischten Salat.

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Kalamari vom Rost mit Pommes und gebackene Sardinen mit Mangold-Kartoffel-Schnickschnack rundeten den ersten Abend und setzen eine Duftmarke in Knoblauch und Zwiebel.

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Die Qualität war für die Geschwindigkeit des Gästewechsels – schnelle noch einmal flanieren und dann campieren – gut, das Ambiente schön und kulinarische als Ausgangsbasis akzeptabel.

Punat hatten die beiden am ersten Tag durch eine Maria und Josef ähnliche Herbergssuche kennengelernt und dabei die Konoba Ribice entdeckt.

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Unter einem Feigenbaum wird kroatischer Fisch und Wein aus Krk zelebriert. Und als Alternative wurde an diesem Abend vom obligatorischen Volksmusikgeduddel auf Elvis Presley umgeschalten. Zu Hound Dog flatterte der Vorspeisensalat

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in die Mäuler und mit dem Hüftschwung von Postman fetzte die große Fischplatte

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mit feiner Unterstützung einer Flasche Zlahtina über die Lippen.

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Ein Hinterhof des Fühlen und Füllens. Sehr empfehlenswert, vor allem durch das improvisierte Ambiente

Auf den Spaziergängen des Verdauens und der Neugier  lief ihnen auch die Pizzeria Žestic über den Weg. Über den Dächern der Stadt verließen sie Messer und Gabel genauso wie Sitte und Anstand und es wurde mit allen vorhandenen Körperteilen geschmaust und in Olivenöl gebadet. Mit einem Salat wurde in den Erinnerungen an die Sonnenstrahlen geschwelgt,

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bei Oktopus mit Pommes wurde den Wellen der Adria Komplimente gemacht,

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bei Riesengarnelen wurde dem Öl – Oliven- als auch Sonnenöl – gedankt

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und mit Miesmuscheln in einer Knoblauch-Pilzsauce wurde Apollo mit einer Knoblauchfahne geküsst.

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Eingeölt und auf einem Knoblauch-Flash glitten beide in das Dunkel der Nacht.

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Das finale Sonnenbaden am Kai besiegelte den Blitzurlaub und ein kurzes Abendessen in der heißumkämpften Pizzeria Žestic

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– die Empfehlung geht in Richtung Reservierung – führte dem Magen die letzte Ration Knoblauch und Olivenöl für die Heimfahrt zu. Unter den roten Ziegeln der Dächer der Stadt klapperte das Gebiss der zwei Kulinauten (wahnsinniges fettes Wortspiel aus, ach whatever.) zu Pizza Frutti die Mare

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und gegrillten Kalamari.

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Die drei Tage Punat waren eine einzige Hommage an die Sonne, das Meer, die lokale Küche und Weine, an den kommunistischen Kai aus Beton, duftende Feigenbäume, die Hausmeister im Strandkaffee, Olivenöl, Knoblauch, den Zwiebel und die Liebe. Zum Abschluss hauchte Sie leise: Punta, wir kommen bald wieder.