92,8 Kilo oder das Gewicht eines Food-Blogs – Version Frau

Was für uns spricht ist alles, was gegen uns spricht. So können auch die gemeinsamen Kochabende mit meiner Dame gewertet werden. Für uns spricht die kulinarische Komponente und das Hungergefühl, gegen mich sprechen 92, 8 Kilo auf der brüderlichen Anzeigentafel der Waage. Wir essen einfach zu gerne.

Passende Musik für das erste gemeinsame Gericht ist ein Kind der 90er aufgrund einer musikalischen Diskussionsrunde: Snap „Rythmn is a Dancer“ 

Für das Sushi folgende Sachen shoppen gehen: Karotten, Gurke, Fisch (Thunfisch, Lachs) Sesamsamen und aus dem Asialaden Reis, Reisessig, Wasabipaste, Algenblätter und Sojasauce. Im Fischgeschäft von Karstadt wurde ich freundlich gebeten nicht zu fotografieren. Dies passierte mir zum ersten Mal in Harlem in einem Supermarkt und das letzte Mal in einem Brautmodengeschäft in Linz. Bald starte ich meinen eigenen „Bitte-nicht-fotografieren-Blog“. Der einzige Grund, warum ich nicht fotografieren dürfte ist die Tatsache, dass das einzig scharfe an meiner Kamera ich bin. Die Zubereitung von Reis können und müssen andere erklären, da ich keinen Faux Pas begehen will. Wenn alles in längliche Stäbchen geschnitten ist wird gerollt. Teil 1 des Rollkommandos ist das Algenblatt, worauf der Reis (den oberen Rand freilassen) ca. 0,5 cm hoch hinaufgepappt wird. Wasabi nach Lust und Laune verteilen, längliches Gemüse und Fisch einstreuen und auf einer „Unterlage“ rollen. Das erinnert an Zigaretten und funktioniert genau gleich.

suhi_rolle

Für die „Inside Out“ Rolle, die Unterlage in Klarsichtfolie hüllen, das Algenblatt komplett mit Reis zukleistern, umdrehen, sodass die grüne Seite obenaufliegt, wie gehabt füllen und zum zweiten Teil des Rollkommandos werden.

sushi_insideout

Anschließend im Sesambad wälzen.

Schöne kulinarische und farbliche Mosaike entstehen duch dasAnrichten:

sushi_total

Passendes Getränk: Rotwein aus Italien für die Zweisamkeit. Vorab noch eine Miso-Suppe aus der Packung verspeisen. Nicht weil man nicht selber Algen und Tofu kochen könnte, sondern weil diese Asiashop-Fertigsuppen einfach bizarr anders geil sind.

misosuppe

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130 Jahre Erfahrung – Visionen 4.0

Die Test-Gang war wieder außerhalb von Graz unterwegs. Der eine mit Nordic-Walking Stecken, der andere mit rosaroten Schnürsenkeln. Selbst im tiefsten Winter ist uns kein Weg zu weit oder beschwerlich.

leber_wandern

Ziel dieses Ausflugs war eine Kindheitserinnerung: das Gasthaus Martinelli auf der Leber  (der Begriff Leber kommt aus dem slawischen und bedeutet Hügel)

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Ich kann dieses urige Gasthaus nur empfehlen. Es ist das einzige seiner Art das ich kenne, das ohne Speisekarte auskommt. Der Wirt ist ein Bär von einem Mann, vor dessen Brusthaar man sich niederkniet, genauso wie der Bart der Wirtin.

Der Starter bestand aus einer Frittatensuppe (Übersetzung: Pfannkuchen- oder Fläddlesuppe) gegen den Kater von gestern vom Testernachwuchs.

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Der Senior der Test-Gang machte sich über ein Pariserschnitzel mit Reis und gemischtem Salat her. Wie im Bild ersichtlich, wurde auch er vom Hunger gequält, da er die Finger nicht mehr rechtzeitig aus dem Bild nehmen konnte.

leber-pariser

Der Junior fixierte sich auf ein „Gselchtes mit Sauerkraut und Knödel“ sowie zwei Beilagensalaten.

leber-gsolchtes

Ein weiterer Höhepunkt dieses Gasthauses ist sein Stinkefinger allen Restaurants gegenüber, die alle Speisen in Suppentellern oder auf quadratischen Fließen anrichten glauben zu müssen. Hier wird noch auf original Gänseporzellan angerichtet.

leber-teller

Bis jetzt wurde noch nicht über Desserts berichtet, da noch keine verzehrt wurden. Dies hat zwei Gründe: Senior-Tester hat zwar Lust, aber will nicht zuviel zunehmen, Junior-Tester hat einfach keine Lust auf Süßes. Dies änderte sich aber an diesem Nachmittag, da zwei Bananenschnitten als Nachspeise und Jugenderinnerung gereicht wurden.

leber-bananenschnitte

Passende Getränke für die Orgie waren mehrere Almdudler, Tiperl (Almdudler mit Weißwein), Weißwein pur (nicht nach der Weinkarte fragen, es gibt nur Rot- oder Weißwein wie der Senior-Tester wieder feststellen konnte) und Kaffee vom Land (nur in Verbindung mit einer Bananenschnitte genießbar).

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Auf der Kernölskala für exquisites Essen erreicht das Gasthaus Martinelli 9/10 (ja, ich kann nicht anders, ich liebe dieses Lokal) und das Service gute 8/10. Ich kann einen Ausflug dorthin allen – außer Vegetariern, da sich die Küche nie für ein passendes Gericht entscheiden konnte – empfehlen.

Passende Musik: der einzigartige … 

Passender Satz zum Abschluss:

leber_liebeskummer

Riesenzucchini à la Rothmund

Nach der genialen Eröffnung des Gesellschaftsraums kam am Sonntag, den 27.07.08, die eigene Kochkunst zum Vorschein. Aus dem Gemüsegarten der Mutter meiner Mitbewohnerin stammt die Riesenzucchini, die gefülllt werden wollte.

Nach einer fantastischen Halbierzeít mit dem Brotmesser wurde mit dem gemeinen Löffel das Innere herausgeholt. Für die Füllung wurden, was ich noch in Erinnerung habe, folgende Zutaten vermengt:

  • gekochter Reis
  • Hackfleisch (oder wie man Österreich sagt: gemischtes Faschiertes)
  • grüne und schwarze Oliven, kleingeschnitten
  • Zwiebel kleingeschnitten
  • Knoblauch, von der Mitbewohnerin gepresst
  • Salz, Pfeffer, Majoran, Kräuter der Provence, Paprika
  • Tomaten
  • roter Paprika
  • Chillis

Grundsätzlich wurde alles dazugemengt, was vorhanden war und nach Geschmack gewürzt. Ich rate also jedem nach Geschmack vorzugehen und wie die großen Köche mit den Fingern zu würzen. Auf gehts! Der Höhepunkt ist das energische Umrühren der Masse mit den Fingern. Der Reis kann auch warm dazugegeben werden. Die Zucchini füllen, in den Ofen schieben (welcher auch immer vorhanden ist), und braten – mit einem bißchen Olivenöl unterhalb – bis die ganze Einheit gut durch ist. Vor dem Servieren mit Käse bestreuen und zum Gratinieren in den Ofen zurück.

Bei Bedarf eine scharfe Tomatensoße ansetzen und dazu servieren. Am Besten mit einem Schuß Rotwein verfeinern. Ich entschuldige mich für die flapsige Art der Darstellung, aber Kochen soll nach dem Gefühl heraus geschehen und nicht an Rezepten festgenagelt sein. Ich würde mich aber über zusätzliche Anregungen zu dem Gericht freuen.

Passende Musik zur Zubereitung: Massilia Sound System

Passendes Getränk zum Gericht: diesesmal, weil vorhanden eine Flasche Murauer Bier

Was mit den Innereien der Zucchini passiert erzähle ich das nächste Mal.