Lammfromm Web 2.0

Es weht uns um die Ohren und die wenigsten können damit was anfangen. Die wenigsten? Fast 13 Prozent der deutschen Wähler (Stand 29. April 2012) würden die Piraten wählen. Die Medien überschlagen sich mit Berichterstattung zu deren Persönlichkeiten auf der Suche nach einem Programm in für  sie unverständlichen 140 Zeichen.

Gemeinschaftliche Werke die aus dem Internet heraus das Licht der ‚realen‘, für alle greifbaren Welt erblicken sind uns suspekt und gleichzeitig auch praktisch: Wir nutzen gemeinschaftliche Medien wie Wikipedia oder Linguee und fürchten uns vor Wikileaks oder Guttenplag (auf dass nie unsere Dilpomarbeit durchleuchtet wird). Wir gehen zu Diner en blanc und ernten die digitalen Früchte auf realen Bäumen. Gleichzeitig machen wir uns sorgen, dass wir vor lauter Freunden und ‚Freunden‘ auf Facebook den Boden der Realität und Privatsphäre verlassen.

Im Rahmen der Schizophrenie des Internets bewegen sich auch alle Genussbegeisterten, die ihre Rezepte/Ideen/Wünsche/Arbeiten vorstellen und zu öffentlichen Personen werden. Dazu gibt es am 3. Mai im Rahmen der re:publica eine fantastische Diskussion zu ‚Foodblogs – Verfall oder Rettung der Esskultur‘ mit Sebastian Dickhaut, Nicole Stich, Stevan Paul, Inés Gutiérrez und Vijay Sapre vom Effile Magazin. Auch wenn mir der Titel zu negativ und reißerisch gefasst ist (vor allem vor dem Background der Blogger), kann ich diese Diskussion nur empfehlen und hoffe auf eine Aufzeichnung für alle daheimbleibenden Schreibtischattakisten.

Zu einer solchen Diskussion passt nur ein gemeinschaftliches Essen – gemeinschaftlich von anderen Leuten das Rezept kopiert (lasst uns mal diese Seite nehmen, da ich Idiot die Originalquelle gelöscht habe) und gemeinschaftlich verspeist – das ich jetzt auf meine ,persönliche Klowand‘ poste: gespickte Lammkeule auf Gemüse.

Eine Rettung der Esskultur und Verfall der Sitten, da ich den ursprünglichen Blogpost meiner Inspiration nicht mehr finde.

Dazu braucht es einer guten Diskussion mit der Gema über Urheberrechte

sowie folgenden Zutaten:

  • Lammkeule (ca. 1 Kilo)
  • 3 bis 4 Knoblauchzehen
  • 10 Rosmarinnadeln
  • Einen Schuß Sonnenblumenöl
  • 1 Zwiebel, 2 Karotten,  1 rote Paprika
  • 1 Esslöffel Tomatenmark
  • 1 Biozitrone
  • ¼ l Weißwein oder Brühe
  • Salz und Pfeffer

Der Lammkeule mit einer Küchenrolle (zum trockentupfen) und einem scharfen Messer zu Leibe rücken und taktisch einritzen. Dort dann Knoblauchstifte und Rosmarinnadeln versenken. Beidseitig salzen und pfeffern.

Das Backrohr auf 250°C vorheizen und die Keule mit einem Schuß Öl im Bräter darin für ca. 20 Minuten versenken. Dabei soll diese schön Farbe annehmen. In der Zwischenzeit das Gemüse kleinschneiden und wer Lust hat, das Tomatenmark anrösten. Den Bräter mit dem Gemüse, dem Tomatenmark, den Schalen der Zitrone und der Brühe füllen und wieder ab ins Rohr, das auf 150°C Ober/Unterhitze eingestellt wird. Mit einer Wartezeit von ca. 1 ½ Stunden rechnen und sich dementsprechend die Apéros einteilen.

Für eine entsprechende Kruste kann die Keule in Alufolie gewickelt noch im Rohr übergrillt werden. Der Gemüsesud wird durch ein Sieb gedrückt, in einem Topf aufgefangen und kurz auf dem Herd einreduziert. Dazu passen alle Arten von Gemüse als Beilage, Polenta oder Bratkartoffeln als Sättingungsbeilage und ein spritziger Weißwein als Filler. Ein sensationelles Gericht.

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Deutsche Foodblog Charts oder die Wurst hat zwei Enden

Nachdem ich bereits auf die amerikanischen Foodblog Charts verwiesen habe, beschäftige ich mich jetzt mit ein paar deutschen Ausgaben. Dies ist jetzt aber keine Auflistung der geilsten Suchmaschinen oder Rankings, sondern der Hinweis auf zwei sehr unterschiedliche Listen.

Die erste stammt von Zottarella, dem Weichkäse der „Molkerei“ Zott, der seinen eigenen Blog führt und auch auf Flickr seinen Hobbies fröhnt. Lustigerweise ist der Käse ein personalisiertes Objekt (Bernd das Brot wurde übrigens auch wiederentdeckt – bitte umbedingt das Bild mit Polizei ansehen) und blogt unter dem Titel „Rezeptefee“. Rezeptefee hat also 100 deutsche Foodblogs zusammengefangen, die zu einem guten Teil aus hochprozentigen Blogs bestehen. Das bedeutet entweder, das Mozzarella am besten mit einem guten Glas Wein genossen wird, oder dass ich den Bereich Foodblogs nicht so eng sehen sollte.

Der zweite Beitrag stammt aus der FAZ. Unter dem Titel „World Wide Wurstsalat“ drehen sich die Gedanken von Frau Münchhausen um Blogs. Dabei schweifen die Blicke vor allem ins Ausland, was die Sache zwar internationaler macht, deutsche Foodblogs aber benachteiligt. Naja, ist ja auch die FAZ.

P.S.: Ich habe leider keine Ahnung mehr, warum ich in der Überschrift titel „oder die Wurst hat zwei Enden“. Dies ist das Problem, wenn man einen Beitrag beim Schreiben unterbricht und sich die Hintergedanken nicht notiert. Ist aber mein Problem und kann allen anderen scheißegal sein. Also, die Lehre aus der Geschichte …

Der schönste Vorort von Graz

Bis jetzt war dieser Blog ein reines Privatvergnügen. Dies hat sich seit dem Podcast zu Foodblogs im Rahmen meines Beschäftigungsverhältnisses radikal geändert.

Dazu gibt es sechs Dinge zu schreiben:

 

1/ Obwohl sich Sebastian Dickhaut nicht als Foodblogger sieht (was er zweifelsohne ist) hat es mehr als Spaß gemacht, mit ihm vor dem Mikro zu stehen und Hochdeutsch zu sprechen.

 

2/ Dieser, mein Blog, spiegelt meine persönlichen Interessen wieder, die sich teilweise mit meiner Arbeit paaren. Ergänzung vom 07.03.09 aufgrund aktueller Ereignisse: Alle hier geposteten Beiträge spiegeln rein meine persönlichen Interessen, Meinungen und Gefühlslagen wieder. In diesem Blog wird kein beruflicher Bezug genommen noch ist dies vom einzigen Autor erwünscht. Verlinkte Seiten respektiere ich, verkaufe aber nicht meine Seele für deren Inhalte. Wer wissen will, wer hinter Schwarzthoughts steht der kann mich unter www.twitter.com/heimuuh erreichen. Wer wissen will, was hinter dem Namen steckt, der sollte Zeit, Muse und zwei Bier parat haben. Und jetzt weiter im Text: Dazu zählt alles Essbare, ob selbst fabriziert (bis jetzt hat sich niemand beschwert) oder auswärts gespeist. Ja, die Eier für die Eierspeis vorab mit einen Schuss Milch verquirlen, dann wird das ganze Ding flockiger!

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Dazu zählt nicht mein Fußballfetisch, den aber manch Arbeitskollege Freund mit mir teilt. (Danke für die wunderschöne Fahrt zum Spiel SK Sturm gegen Rapid Wien.)

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Dazu zählt auch nicht meine Auswahl an Musikstücken, die ich hier poste und unter der Dusche und im Stadion singe.

 

3/ Dieser Blog ist ein Selbstversuch und Selbstläufer. Am Anfang stand die Neugier, in der Mitte der Wahnsinn und mittlerweile hat sich die ganze Geschichte zwischen Zeitmangel und Tippfehlern eingependelt. Umso mehr freue ich mich über schriftliche als mündliche Kommentare. Dies umso mehr, als meine Zunge schneller spricht, als meine Finger tippen und die Zehnfingerregel mein größter Feind ist.

 

4/ Ja, ich war so jung und bin kopfüber ins Meer gesprungen. Dabei wurde aber vorab mit einer Arschbombe die Tiefe vermessen. Wer diesen Absprung sucht, der sollte nach Abbazia fahren.

 

5/ Man soll sich den Namen seines Blogs immer zweimal überlegen, sonst kommt ein Wortspiel mit seinem Namen und dem Wort Gedanken heraus.

 

6/ Wiener Kellner sind wirklich eine eigene Spezies, wie alle Wiener. Folglich empfehle ich einen Besuch in der Steiermark. Wer auf der Suche nach passenden Lokalen ist, der kann sich gerne an mich wenden. Was der Rapid Anhang vergangenen Sonntag plakatiert hat („A Numma z’groß fir eich.“) kann also nur mit den Worten „Wien ist der schönste Vorort von Graz“ beantwortet werden.

 

Passende Musik:

 

 

Passendes Getränk: Schilchermischung