Ein bißchen Weiß, ein bißchen Rot oder die Angst des Torhüters vor der roten Beete

Er musste an Xela, der wohl gerade vor lauter Freude seine Couch gebissen hatte. In dieser Sekunden waren alle 91 Minuten vergessen und Ivica Olic dachte gerade an all seine Torhüter – Mutter, Vater, Kindergartenkumpels und Schulfreunde – denen er in seinen jungen Tagen die Kugel ins Netz jagte.

In dieser 91 Minute krammte auch Edvin van der Saar das Leder aus den Maschen und verfluchte die Verteidiger von Manchester während er sich an seinen letzten kulinarischen Ausflug in die bayerische Kulinarik zurückdachte.

In all seiner Herrlichkeit hatten die beiden in rot und weiß geschmaust. Die grünen Kleckser als Mahnmal für die den heiligen Rasen obenauf. Sie erhoben die Gläser nachdem er den letzten Schöpfer hatte fallen lassen. Die Nudeln waren im Sieb und die rote Beete Sauce auf dem Sprung von heiß zu super heiß, als er den Dill mit Schmand, grünen Pfefferkörnern und Zitronenzeste anrührte. Während er die Farfalle in eine Oper aus Salz und Wasserfluten zubereitete hatte Sie die Farbe der Pfanne verändert.  Die Farbe kam zum Schluss mit den rote Beete Würfeln, die zu den feingehackten Zwiebeln und dem Kümmel – bereits phättgedünstet  – in der Pfanne abhängten. Er hatte die Handschuhe weggeworfen, mit denen er die kauffertige rote Beete gemachetet hatte.  Denn es war nicht im Interesse die rote Beete über Stunden weichzukochen. Das überließ er lieber den Bayern und Xela.

Ivica Olic schaute einmal auf, bevor das Tor machte. Das war seine Sekunde voll verdammten Genusses – sein bester Tag – den er und sie mit Xela und Ille teilten. Ebenso wie das Rezept „Pasta mit roter Beete“, genau so wenig wie Liebe zum FC Bayern.  

Sollten Sie mit Fußball nichts anfangen können, dann tun sie einfach folgende Materialien vereinen und beschleunigen:

  • 300 g Farfalle oder Orchiette
  • 4 mittlere rote Beete
  • 1 Zwiebel
  • 1 ½ TL Kümmel
  • 1 Bund gehackter frischer Dill
  • 1 ½ EL eingelegter grüner Pfeffer
  • ½ – 1 Becher Schmand

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Retro Turnier Stuttgart

Schlimmer als ein Haufen Schmutzwäsche ist ein Blogeintrag, der nicht rechtzetig Online gegangen ist. Diesen stelle ich aus Respekt vor meinem Team und den Organisatorn des Stuttgarter Retro Cups dennoch gerne zeitverzögert online:

Als passionierter Fußballfan sollte man auch selbst das runde Leder von Zeit zu Zeit treten. Dies wird bei mir durch die Tatsache erschwert, dass meine Füße nicht meine schnellsten Körperteile sind und deren  Technik von meinen Händen in den Schatten gestellt wird.

Ein schöner Moment zum Ausleben meiner Passion war der Retro Cup in Stuttgart am 9. August. Acht Teams stellten sich der Herausforderung, Fußball wieder weg von Fahnenschwenkern, Aperoltrinkern in VIP-Logen und rosaroten Fußballschals hin zu Schweiß, Tränen und dem Staub eines Kunstrasens zu führen.

Nachdem Günther Schäfer uns den letzten Glauben geraubt hat, dass alle Fußballer etwas im Hirn haben, … Das Team „Wurst Ullis Millionentruppe“ war mit knapp acht Mann und einem unstillbaren Durst nach Erfolg angetreten. Die bunte Mischung hatte es aber schwer gegen die „Springbocks“, „Die linke Hand Gottes“ und der Mannschaft deren Namen ich vergessen habe.

Nach 11 bekommenen Toren, mein Eigentor mitgerechnet, und einem sebst erzielten, war die Vorrunde schon überstanden und wir konnten uns dem günne’s und dem brauch des Stiefeltrinkens widmen.

Kulinarisch gesehen war der Ausflug nach Stuttgart ein Highlight: Sauerbraten mit Spätzle, bizarre Palatschinken-Kreation als Dessert und der erste Tag seit sicherlich zehn Jahren ohne einen einzigen Kaffee. Das Lokal fürs Abendessen möge mir verzeihen: so gut wie das Essen, so beschissen war der Kaffee, weshalb ich letzteren und den Namen des Lokals vergessen habe.

Liedgut für den Ausflug und für alle diejenigen, die noch nie einen Stehplatz in einme Fußballstadium innehatten: Seven Nation Army von den White Stripes: http://www.youtube.com/watch?v=ksYcqdJef1o&feature=related. Ein wunderbarer Beitrag aus einer wunderbaren Stadt.