Ist das Leben nicht flüßig?

Über Suppen zu schreiben ist schwierig. Und eine persönliche Hassliebe. Als Kind verbrannte man sich immer daran und sie wurde vor allem zu Krankheiten gereicht.

Heute geht es ein wenig besser. Schmeckt wie Bayern München. Du weißt, es gibt bessere, herzhaftere und schmackhaftere Speisen, aber als zugereister Münchner solltest du dich damit anfreunden, weil die Alternative Blau Weiße Tütensuppe ist. 

Und dann kam der Tag an dem die Herzallerliebste den Tütengeist hervorholte und sich die Geschmacks- und Geruchsstoffe die Klinke in den Nasenflügeln in die Hand gaben. Und es wurde nötig für alle Zeiten der Suppe Sexappeal einzuhauchen – und das gleich drei Mal.

Für den passenden Takt bei der Zubereitung von Suppen und dem Lesen der folgenden Zeilen passt ein schneller Song:

Hühnerbrühe:

Setzen Sie das Suppenhuhn von ca. 800 Gramm in einen großen Topf und müllen Sie diesen zu: Schalen von 2 Karotten, die grüne Enden von 2 Lauchstangen, Sellerieschalen und -abschnitte, 3 bis 4 Petersiliestängeln, 3 Lorbeerblätter, 6 Pfefferkörner, 2 Knoblauchzehen, eine angebräunte Zwiebel – Zwiebel halbieren und in einer beschichteten Pfanne auf heißer Flamme anbräunen  – sowie einiges an Salz und eine Prise Piment. Die Einheit wird mit Wasser aufgegossen, einmal aufgekocht und dann auf mittlerer Flamme mindestens eine Stunde geköchelt. Im Endeffekt resultiert man in einer fetten Hühnerbrühe, nimmt das Huhn aus, schneidet das Gemüse vom Anfang in kleine Stücke und kocht dies für eine feine Einlage kurz mit.

Übrigens:  Gemüsesuppe funktioniert wie Hühnerbrühe, nur ohne Huhn. Dafür verleihen ein paar Scheiben Ingwer und ein Hauch Kurkuma zusätzliche Reize.

Selleriecremesuppe:

Und neben der Klarheit der Suppensinne ist auch die feine Konsistenz von Cremesuppen ein Hauch von Sex. So hatte ich auch schon das Rezept von Lamiacucina in der einen Hand und Hühnerbrühe in der zweiten. Und noch ein paar weitere Zutaten:

  • eine mittelgroße Sellerieknolle (ca. 600 Gramm)
  • Olivenöl
  • ½ l Hühnerbrühe
  • 100 ml Sahne
  • 500 ml Milch
  • Salz, weißen Peffer und eine  Zitrone

Den Sellerie schälen und klein würfeln. Die Würfel über den Olivenöl-Rubicon in einen großen Topf schreiten lassen, andünsten, mit der Brühe aufgießen und weich kochen.  In Folge mit Milch und Sahne aufgießen, aufkochen und fertig. Stabmixer, die Kiste duchpürieren und durch ein feines Sieb die Suppe abseien. Als grande Finale noch mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Nach einem sehr flüssigen Wochenende bin ich nun der Suppenkasper Nummer Eins. Nicht wirklich … aber ich habe alle Tütensuppen aus dem Haus geworfen.

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Die Unbeflecktheit des Kürbis.

Nachdem ich auch Tage danach darüber nachdenke, fällt mir immer noch nichts ein. Keine sexuelle Interpretation, keine berufliche Hirnwichersei, kein Wunsch, nichts Falsches gegessen oder ‚Bauer sucht Frau‘ auf RTL gesehen.

In diesem Traum schickten mir Außerirdische Wesen eine Handgranate im Spielzeugformat. Nachdem ich den Anschlag auf mich überlebe, merke ich, dass es sich um Weltall-Fanatiker handelt, die mit dem moralischen und seelischen Zustand der Erde nicht zufrieden sind und diese auslöschen wollen.

Da eine innere Analyse nach den Beweggründen für eine derartige Träumerei keine Ergebnisse erbrachte, blieben nur zwei Fragen: Was würden diese Extraterrestischen wohl essen und trinken wollen, wenn sie auf die nächste Hangranate vorbeikommen?

Für die Kürbissuppe braucht man wenig und davon nur ein bißchen Kraft (für das Schneiden des Kürbis):

  • Kürbis
  • Zwiebel
  • Butterschmalz
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat
  • Chili
  • Gemüsebrühe
  • Schlagbobers

Den Hokadiokürbis halbieren, Kerne und langfädige Freunde mit einem Löffel entfernen und das Mosnter in seine Einzelstücke schneiden. Diese in ein wenig Butterschmalz anbraten und eine kleine geschnitte Zwiebel einspielen. Das Ensemble brät leicht an, bis ca. 1l Gemüsebrühe – gerne auch die angerührte Pulverversion – ihr Defilee hat und einschreitet. Nun ist es an der Zeit mit Gewürzen tätig zu werden; ist ja schließlich auch das Kompliment an den Gaumen der Gäste (solange dieser noch nicht durch Maggi verdorben ist): eine kräftige Prise Salz und Pfeffer, etwas Muskat sowie ein großer Teelöffel (ha, gibts gar nicht) Chilipulver einpflegen und aufkochen lassen. Dann den Pürierstab ansetzen und wenn die ganze Partie vor Geschmeidigkeit schnurrt, noch einen Kleks Schlagobers drauftüten.

Als Einlage passen geröstete Brotwürfel (in einer beschichteten Pfanne erhitzt), Speckwürfel, Krabben oder Kürbiskerne. Mit Sicherheit aber ein Schuß Kürbiskernöl. In das Glaserl kommt ein Ingwertee mit einem Schuss Obstler.

Und zu meinen Träumen passt eigentlich nur noch ein sehr bizarrer Sandmann und die Hoffnung, dass es keine republikanischen Außerirdischen gibt. Und welches Lied passt zu dieser Chose?

Hell’s Kitchen

Der momentane Aufenthalt im Big Apple bei einer guten Freundin zaubert kulinarische Höhenflüge und Abstürze hervor. Das Essen und sein Geruch liegt in der Luft und macht einen verrückt. Deshalb zum ersten Mal der Titel Hell’s Kitchen. Als Gastgeschenk für die drei Mitbewohner (1x Mexiko, 1x Puerto Rico, 1x Costa Rica, 1x Pischelsdorf) wurde gestern österreichische Küche vom Modezaren und mir kredenzt: Consommé aux Crêpes aux chefs, Tafelspitz mit Kürbisgemüse und Ofenschnippelkartofferl sowie Mozartkugeln.

Erster Höhepunkt war der Einkauf im Supermarkt in West Harlem, der zwar eine riesige Auswahl zur Verfügung stellte, aber nicht bei Gewürzen und den Gehirnzellen der Kassiererin, die wohl zum ersten Mal Suppengemüse in den Händen hielt. Dabei ist es wirklich interessant, amerikanisch zu shoppen: keine Fotos erlaubt, dafür eine Million Tüten für alle Lebensmitteln.

Auf der Suche nach passenden saisonalen österreichischen Genüssen stolperten wir über Halloween und den Kürbis. Passend dazu, gekochtes Rindfleisch und daraus entstehend eine Fritattensuppe (für die deutschen Leser: Pfannkuchenstreifensuppe) als Entrée. Auch wenn die farbliche Komposition verbesserungswürdig ist, war es ein kulinarischer Hochgenuss: http://www.flickr.com/photos/rena5/2923928916/

Das Rindfleisch mit Suppengemüse (Karotten, Wurzelwerk, Petersilie, Eierschalen, Zwiebel und Gewürzen: Salz, Pfeffer, Lorbeerblätter) für ca. 2 Stunden kochen. Für visuelle Typen: http://www.flickr.com/photos/rena5/2923078113/.

Für das Kürbisgemüse, zuerst eine passende Reibe in Harlem kaufen gehen. Dann den Kürbis mit dem frisch erworbenen Küchenhelfer reiben, Zwiebel in Butter(schmalz) anschwitzen, Kürbis hinzufügen, mit Salz, Pfeffer, Kümmel und reichlich Paprikapulver abschmecken. Weichdünsten: dabei ist kontinuierliches Kosten wichtig! Im Finale Knoblauch und Sauerrahm hinzufügen. Passendes Fotomaterial: http://www.flickr.com/photos/rena5/2923927642/.

Die Ofenschnippelkartofferl sind ein Produkt des Backofens und eigentlich keine passende Variante, aber aus zeitlichen Gründen herzlich willkommen. Kartoffeln waschen, in dünne Scheiben schneiden, mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Öl reichlich würzen, mit beiden Händen (wie geil) reichlich vermengen und im Backrohr, bis zum knusprigen Finale, backen: http://www.flickr.com/photos/rena5/2923928388/.

Passend zur Rindssuppe sorgten wir uns um die Einlage: Frittaten (oder Pfannkuchen). In der Zusammensetzung haben wir uns mehr oder weniger an die Standardangaben für Pfannkuchen gehalten, was ohne Messbecher manchen Pfannkuchenkrüppel hervorgezaubert hat. Wir haben zur farblichen Unterstützung noch mit reichlich Petersilie gearbeitet: http://www.flickr.com/photos/rena5/2923928242/.

Hell’s Kitchen ist auch ein Synonym für gefühlte 40°C i einer kleinen amerikanischen Küche, eine Küche ohne Werkzeuge, da hier meist nur Fast Food verzehrt wird da hier kulinarische Höhenflüge mit einfachsten Mitteln gestartet werden. Es hat sehr viel Spaß gemacht und der Modezar und ich können – abgesehen von den Palatschinken – jederzeit für derartige Auftritte gebucht werden.

Passende Musik: eigentlich selbstgesungene Gospels, da keine Musikapparate zur Verfügung standen da die ipod-soundalage nicht zur verfügung stand, aber Modezar würde wohl folgendes wählen:

Passendes Getränk: Bier, österreichischer Zweigelt und Bacardi Cola als Starter.