Narrische Schwammerl

Pilze sind der Mittelpunkt der Erde. Sie wachsen dort, wo man sie nicht braucht und bevölkern unsere Lebensmittel hin und wieder zu einem frivolen Farbkaleidoskop vereint. Und wenn sie uns nicht von Haus aus besuchen und uns die Vergänglichkeit des leiblichen Wohls zeigen, dann gehen wir gerne hinaus und suchen die entsprechenden Exemplare in freier Natur. Ob im Kuhfladen oder unter der Birke wachsend, Pilze oder Schwammerl sind die Prunkexemplare ein jeder Küche auch abseits von Trüffel oder Champignonrahmsaucenmassakern.

So hatte er den Wald durchforstet, die Fußabdrücke der Zivilisation betrachtet 

und Steinpilze wie auch Recherl mit nach Hause gebracht. Letztere hatte die Schwägerin bereits am Vorabend zubereitet: Zwiebeln angeschwitzt, Recherl additiert, gesalzt und gepfeffert und mit Sauerrahm abgeschmeckt. Einfach, einfach fein. Die Steinpilze hatte er der Seinigen mitgebracht. Ebenso wie Butter und Petersilie, aus dem Supermarkt, nicht aus dem Wald. Auch Björn der Chilistrauch trug seine Früchte Gewehr bei Fuß und begrüßte ihn mit einem „Enter the ninja“.

 Die Steinpilze blätterte er in dicke Scheiben und verflüßigte den Aggregatzustand der Butter. Die Steinpilze in die Pfanne emigriert, schmoren diese für einige Minuten bei mittlerer Hitze. Am Besten sind die geschmorten Steinpilze nur mit einem Hauch von Salz und Pfeffer zu genießen, eventuell kann noch ein Hauch von Petersilie oder in komplett gewagten Fällen Chili hinzugefügt werden. Doch Björn kam ungeschorren davon.

Und dann schloss sie die Augen und genoß die Früchte des Waldes, während er sich mit einem Untergiesinger Kellerbräu zurücklehnte und das einfachste erotische Essen aller Zeiten geschmacklich in seinen Gehirnwindungen abspeicherte.

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Schwammerl

Aus den versprochenen Innereien der Zucchini wurde aus Zeitmangel leider keine Suppe mehr. Einer der Gründe des Zeitmangels – neben Arbeit, Bier und dem Versuch mein Bett zu richten – war der 40er eines meiner besten Freunde.

Dieser Eintrag hat aus zwei Gründen einen kulinarischen Hintergrund: der gastronomischen Ausflug auf die  Grabneralm und dem momentanen Schwammerlboom.

Das erste Augustwochenende wurde dieser besagte Geburtstag auf der Grabneralm in der Steiermark  gefeiert. Das Wetter war mies bis beschissen, die Stimmung aber genauso feuchtfrölich. Essenstechnisch muss hier vor allem der Schweinsbraten hervorgehoben werden. Das Geheimnis liegt im Tischherd, in der Saucenzubereitung (Hinzufügen von Zitronensaft und den besten Gewürzen), dem intensiven Einsatz von Knoblauch und den vier Stunden im Ofen.

Da die Wanderung zur Grabneralm keine zwei Stunden dauert, sei diese steirische Almhütte allen ans Herz gelegt. Natürlich liegt mir kein Foto vom Schweinsbraten vor, weshalb ich nur mit der Eierspeis zum Frühstück aufwarten kann. Ein einfaches, aber hervorragendes Gericht. Darüber hinaus ist auch noch die Hausbar mehr als eine Erwähnung wert, die von Günther beherrscht wird. In der Küche zaubert übrigens die bezaubernde Maria:

Nebenbei würde ich auch gerne von Pilzgerichten berichten. Doch ich hatte nur die Freude, mich an der Suche zu beteiligen. Die Schwammerl selbst hätten die Zugfahrt nicht überlebt. Folglich kann ich kein Rezept samt Foto von meinem Schwammerlgericht einstellen, sondern nur den Hinweis, dass jetzt Pilzsaison ist. Als guten Tipp kann ich nur empfehlen, dass getrocknete Steinpilze jede Sauce hervorragend verfeinern. 

Passende Musik zum Feiern auf der Alm (zumindestens einen 40er) und zum Schwammerlsuchen: Iggy Pop, Lust for life