In der Schwitze der Nacht

Es war nicht heiß, es war nicht kalt, es war einfach nur dunkel und Feierabend. Der Hunger krähte und die Töpfe dampften. Zu oft waren sie vor dem Lustgewächs in grün mit seinem ausladenden Federbuschen gestanden und in falscher Freundschaft zugegriffen.

Nun war es aber soweit und der Kohlrabi wurde von ihr gestiftet, die Kartoffeln geschält und das Mise en Place auf Vordermann gebracht, während er mit den Töpfen jonglierte, die Aperitifs mixte und als Begleitmusik  Peter Fox ins Spiel brachte

Als erstes erhielten die Kartoffeln ein Bad zum Pellen und Mehl wurde mit Butter in einer weiteren Pfanne engschwitzt. Mit der Mehlschwitze als Grundlage der Evolution wurden die Kohlrabistifte  der heißen Pfanne anvertraut, um diese nach wenigen Minuten in einem großartigen Schuss Milch zu ersäufen. Zum Aufmischen der Ingredienzen wurden die Rocker Salz, Pfeffer und Dill in abgeschmeckter Menge beigefügt und die Kombination dem Aggregatzustand des Dünstens überlassen.

 Nach einem tiefen Schluck Pastis häuteten die zwei Stadtaffen die Kartoffeln und schwangen sie in eine Pfanne voll geschmolzener Butter zum Paarungstanz mit italienischen Kräutern, Salz und Pfeffer. Während er sich des Salatdschungels annahm, um diesen, frisch gewaschen, in froher Fünfsamkeit, mit Kernöl, Apfelessig, Salatgewürzen, Salz und Pfeffer zu vereinen, den Tisch deckte und die Peter Fox an den  Esstisch bat, näherte sich die Chefin der Küche den Debrezinern. Für ein paar Minuten in kochendem Wasser freischwimmend, hob sie diese als würzige Länge hervor.

In der schnelle des Feierabends liegt die Schwitze der Nacht, dachte sich der Kohlrabi, als er neben den Debrezinern in Senf aus Dijon mit Kräuterkartoffeln über den Teller hinausblickte. In einem Haus am See fühlten sich währenddessen sie und er und gingen in die Annalen dieser Nacht ein.

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I fought the law …

Die Eroberung der Welt hatte länger gedauert als gedacht. So ging es nun nur mehr um die Eroberung der restlichen Fundstücke aus der Gemüse- und Fleischecke des Supermarktes. Die Kernarbeitszeitwar vorangeschritten und die Finger hatten die Tastatur nicht losgelassen. Nun war es aber an der Zeit jegliches menschliche Bedürfniss zu befriedigen.

Sie nahm den Karfiol, schnitt die einzelnen Röschen herunter und schmiss sie in kochendes Salzwasser. Nach einer Minute goss sie diese ab und erschreckte sie unter einem Strahl kalten Wassers. Er putzte den Feldsalat vulgo Vogerlsalat, warf in die Schüssel mit griechischen Schafskäse, Knoblauch und Paprika, ergoss einen Strahl steirischen Kürbiskernöls und Apfelessigs über die Meute und salzte, pfefferte und kräuterte, bis er sich den Aperitif verdient hatte.

Martini Bianco mit einem Eiswürfel und einem Spritzer Zitrone wusselte im Glas zu Mando Diao. Der Karfiol wechselte die Seite und wurde in einer Pfanne mit Salz, Pfeffer, Rosmarin und Olivenöl angebraten.

Die Minutensteaks, vergessene Zeitzeugen eines langen Einkaufstages, spazierten in die Pfanne und wurden geschmacklich durch die Grillmischung geimpft.

the law won! dachte er sich, während er versuchte die restlichen To Do Punkte des morgigen Tages aus den Gehirnwindungen zu jagen und das Salatblatt aufzuspießen.  Und wie schön die Frau sei, die gegenüber dem Minutensteak saß und aß.

Nema Problema jungäär Mann!

Selbstredend passt dieser Eintrag nicht zur Jahreszeit, aber hier geht es um die Sonne im Herzen und nicht um die Temperaturen vor der Haustür. Des Weiteren handelt es sich um die Rechtfertigung, warum er nur Fotos vom Essen und seiner Lady gemacht hat: weil es verdammt gut geschmeckt hat und Sonnenuntergänge als Hintergrundbild scheiße sind. Der Sommerurlaub mit Madame fand dieses Jahr in Punat, einem netten Ort auf der kroatischen Mittelmeerinsel Krk, statt. Der Ort bezieht seinen Charme aus verwinkelten Gässchen, duftenden Weindächern, Rosmarinbüschen und Feigenbäumen und der Tatsache, dass der große Tourismus auf dem Campingplatz sein Internierungslager hat.

Nach einer schönen, langen Aktion der Herbergssuche – „Nein, die haben immer Zimmer frei. Fuck off, da braucht  man nicht vorbestellen!“ – und der Erkenntnis, dass man auch aus einer Garage ein Appartement machen kann, empfing Hausbesitzerin Nema problema die beiden mit offenen Armen. Sie selbst wohnte mit Hund und Schildkröten im Keller und vermietete Zimmer mit Ausblick und Terrasse. (Bild Terrasse mit Oliven und Pastis) Auf ihre radikal nette Art zerstört sie die Kreisläufe der stärksten Männer mit selbstgebranntem Travarica, schickt in die Gäste in die besten Lokale essen und verschlingt jeden Tag in der Früh einen Buddha um zu jeder Gelegenheit ein  Nema problema zu lancieren.

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Am ersten Abend nach einer wunderschön langen Autofahrt und fetten Strandspaziergang am zubetonierten Ufer, das sich bequemer a ls erwartet herausstellen sollte, meldeten sich gleichzeitig zwei Mägen. Der ersten Empfehlung in Richtung Promenade folgend, enterten die zwei das Restaurant Sidro: ein klassisches Touristenlokal gehobener Art mit dem Charme einer Höhle und einem Kellner aus dem Vorhof der Hölle. Dieser pflegte die Kundschaft mit jungäär Mann zu titulieren und stellte  ihn auf eine harte Probe (immerhin hatte er keine Haare mehr am Kopf und wird  selbst auf der Straße von jugendlichen Zigarettenschnorrern mit Sie angesprochen!). Nach der Absage an den frischen Fisch in Weinsauce (es gibt nur einen Grund Fisch in einer Weinsauce zu ertränken), gönnten sich die zwei als Entrée eingelegten Fisch und gemischten Salat.

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Kalamari vom Rost mit Pommes und gebackene Sardinen mit Mangold-Kartoffel-Schnickschnack rundeten den ersten Abend und setzen eine Duftmarke in Knoblauch und Zwiebel.

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Die Qualität war für die Geschwindigkeit des Gästewechsels – schnelle noch einmal flanieren und dann campieren – gut, das Ambiente schön und kulinarische als Ausgangsbasis akzeptabel.

Punat hatten die beiden am ersten Tag durch eine Maria und Josef ähnliche Herbergssuche kennengelernt und dabei die Konoba Ribice entdeckt.

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Unter einem Feigenbaum wird kroatischer Fisch und Wein aus Krk zelebriert. Und als Alternative wurde an diesem Abend vom obligatorischen Volksmusikgeduddel auf Elvis Presley umgeschalten. Zu Hound Dog flatterte der Vorspeisensalat

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in die Mäuler und mit dem Hüftschwung von Postman fetzte die große Fischplatte

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mit feiner Unterstützung einer Flasche Zlahtina über die Lippen.

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Ein Hinterhof des Fühlen und Füllens. Sehr empfehlenswert, vor allem durch das improvisierte Ambiente

Auf den Spaziergängen des Verdauens und der Neugier  lief ihnen auch die Pizzeria Žestic über den Weg. Über den Dächern der Stadt verließen sie Messer und Gabel genauso wie Sitte und Anstand und es wurde mit allen vorhandenen Körperteilen geschmaust und in Olivenöl gebadet. Mit einem Salat wurde in den Erinnerungen an die Sonnenstrahlen geschwelgt,

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bei Oktopus mit Pommes wurde den Wellen der Adria Komplimente gemacht,

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bei Riesengarnelen wurde dem Öl – Oliven- als auch Sonnenöl – gedankt

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und mit Miesmuscheln in einer Knoblauch-Pilzsauce wurde Apollo mit einer Knoblauchfahne geküsst.

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Eingeölt und auf einem Knoblauch-Flash glitten beide in das Dunkel der Nacht.

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Das finale Sonnenbaden am Kai besiegelte den Blitzurlaub und ein kurzes Abendessen in der heißumkämpften Pizzeria Žestic

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– die Empfehlung geht in Richtung Reservierung – führte dem Magen die letzte Ration Knoblauch und Olivenöl für die Heimfahrt zu. Unter den roten Ziegeln der Dächer der Stadt klapperte das Gebiss der zwei Kulinauten (wahnsinniges fettes Wortspiel aus, ach whatever.) zu Pizza Frutti die Mare

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und gegrillten Kalamari.

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Die drei Tage Punat waren eine einzige Hommage an die Sonne, das Meer, die lokale Küche und Weine, an den kommunistischen Kai aus Beton, duftende Feigenbäume, die Hausmeister im Strandkaffee, Olivenöl, Knoblauch, den Zwiebel und die Liebe. Zum Abschluss hauchte Sie leise: Punta, wir kommen bald wieder.

92,8 Kilo oder das Gewicht eines Food-Blogs – Version Frau II

Die kulinarische Vielfältig in der trauten Zweisamkeit ist unendlich. Dies liegt an der Freude beim Einkauf von Madame und meiner beim Mixen aller erdenklicher Zutaten.

Passende Untermalung für den kulinarischen romantischen Abendklassiker ist Amy Winehouse:

Kleingehackte Zwiebel und Schinkenstreifen (auch gerne Garnelen, Speckwürfel oder Otternasen) in Olivenöl andünsten, mit Crème Fraiche ablöschen, salzen, pfeffern und weitere lustige Kräuter die zur Verfügung stehen untermixen. Brokkoliröschen – vorher im heißen Wasser für eine Minute blanchiert – unterrühren sowie gekochte Nudeln additieren. Die Kombo miteinander bekannt machen und anrichten. Käse drüber und mit einem Augustiner verschlingen.

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Passen dazu einen grünen Salat mit Orangen reichen. Das Dressing bleibt Geschmackssache – in diesem Fall Kürbiskernöl – ebenso wie die Tatsache, dass man noch Nüsse oder Gorgonzala additieren könnte.

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Easy come, easy go. Am beste während des Kochvorgangs gleich noch den Spülvorgang integrieren und man braucht sich in der Früh für keinen Scheiß genieren.

130 Jahre Erfahrung – Visionen 6.0

Same people, same place: Tag 2 in der Gaststube „Alt Wien“. Da man nicht immer woanders essen kann, beehren die Testesser das Alt Wien zum zweiten Mal hintereinander. In der Küche und hinter der Bar die üblichen Verdächtigen. Der Kommandant des kulinarischen Todessterns Karl-Heinz und seine Chaossturmtruppen.

An erster Stelle stand dieses Mal eine Backerbsensuppe, die Vorspeise aus dem Nichts.

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Zum Hauptgang verspeiste der Senior-Tester eine Breinwurst und der Junior verging sich an einem Wienerschnitzel mit Bratkartoffel und einem gemischten Salat.

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Als Dessert optionierte der Senior-Tester diesesmal eine Preiselbeerschnitte im Biskuitmantel. Ein Monument von einem Mantel.

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Nach der Niederlage gestern, hatte sich die Küche gut erholt und erwirtschaftete auf der Kernölskala 5/10. Das Service bekommt für seinen unvergesslichen Auftritt 100 Bonuspunkte.

Passende Getränke: noch mehr Alkohol und kein Kaffee.

Passende Musik: 

130 Jahre Erfahrung – Visionen 5.0

Die Nordic-Walking Stecken lehnten in der Ecke, die rosaroten Schnürrsenkel chillten im Vorzimmer, als die Tester-Gang auf ihrer Steiermark-Tournee das „Alt Wien“ am Dietrichsteinplatz in Graz betraten. Dabei handelt es sich um ein Lokal, das in den 60er Jahren stehen geblieben ist, inneneinrichtungsmäßig, kulinarisch und servicemäßig. Neben all dieser bizarren Zeitreisegeschichte ist es das Grazer Lieblingslokal vom Senior-Tester wegen dem guten Salatbuffet. Darüber kann man zwar unterschiedlicher Meinung sein, aber die Qualität von Dosenbohnen, -mais, -rüben, -karotten, -kraut, Kartoffel- und grünem Salat ist unbestritten.

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Mit einer flooten Champignonomlette eröffnete der Senior-Tester den kuinarischen Reigen.

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Der Junior vergriff sich an einem Letschokotelette, 10x todgebraten mit Fertigsauce.

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Neben dem diesmaligen kulinarischen Tiefschlag, ist es doch ein Lokal mit besonderem Charme (!), das als gastronomischer Todesstern einzigartig in der kulinarischen Galaxie rotiert. Ich kann nur empfehlen noch schnell vorbeizuschauen, solange diese Bereicherung in der die Zeit stehen geblieben ist  noch existiert (es ist kein Nachfolger vorhanden). Allein die Rechnung spricht für sich:

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Die Kernölskala für gutes Essen pendelt sich bei 4/10 ein, der Service sollte 1/10 erhalten. Aus Kultgründen heraus, bekommt der Service 7 Bonuspunkte.

Passende Getränke: Alkohol oder Fruchtsäfte in welcher Form auch immer.

Passende Musik:

130 Jahre Erfahrung – Visionen 3.0

Nach einem Tag im steirischen Outback, wurde am 27. Dezember wieder in der Landeshauptstadt Graz gespeist.  Die Auswahl beschränkte sich auf das Basisangebot, weshalb ein Kreuzer der Grossauer-Imperiums (Grazer Gastronom, der ebenfalls Göser Bräu und Restaurant am Schloßberg besitzt) von den Testern geentert wurde: das Glöckl Bräu im Bermudadreieck.

Als Starter wurde  ein gemischter Salat geordert, schön in der Aufmachung, geschmacklos im Abgang.

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Die Hauptspeisen bestritten auf Seiten der Erfahrung des Alters ein „Zander auf Fenchelpüree“ und auf Seiten des jugendlichen Leichtsinns eine kroatische Portion „Cevapcici“. Während man an der Cevapcici nichts aussetzen konnte, außer das der Koch vom Würzen keine Ahnung hat und ein Grobmotoriker für die Zwiebel zuständig war,

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hatte es der Zander an sich, oder besser gesagt unter sich. Serviert auf einer Anhäufung von Püree, das für ein komplettes Pflegeheim ausgereicht hätte, war der Zander auch von der Konsistenz und vom Geschmack her nicht von seiner Unterlage zu unterscheiden. Die gestalterische Komponente wurde durch Bremsspuren aus Balsamico und zwei Salatblättern farblich abgerundet.

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Passen dazu wurden weiße Mischung (für den geneigten Leser aus Deutschland: Weißweinschorle) und Saftmischgetränke verköstigt.

Auf der allseits beliebten kunlinarischen Kernölskala bekommt das Glöckl Bräu 2 von 10 Punkten und das Service 8/10. Man sollte wirklich kein Restaurant schlecht reden/schreiben, aber diese Lokalität empfiehlt sich wirklich nur, wenn auch die Altsteirische Schmankerlstube geschlossene Türen aufweist.

Passende Musik für ein Essen in diesem Lokal:

130 Jahre Erfahrung – Vision 2.0

26. Dezember, Ausflug in die Weststeiermark – Heimat des Schilchers, Kürbiskernöls und der österreichischen Lippizaner – um in Deutschlandsberg das Kiamobile der Testcrew zu entern.  Mit dabei wieder einmal großer Hunger und die Erkenntnis, dass öffentliche Verkehrmittel nervtötend sind.

Im tiefwinterlichen Umfeld wurde das Kiamobile vor dem Gasthof Klapsch, vulgo Steinwand-Weber in mehreren Versuchen geparkt.  Das Gasthaus Klapsch ist noch ein Vertreter der alten Sorte: ein Vorraum für Raucher und Spiegeltrinker, Sturm Graz und Bayern München Fans, ein riesiger kitschiger Speisesaal für Hochzeiten und Beerdigungen sowie Speisen, so groß, dass man ganze Dörfer in Afrika davon ernähren könnte.

Hatte ich schon bemäkelt, dass die Lieblingszutat des durchschnittlichen Deutschen Rahm ist – egal ob Vor-, Hauptspeise, Dessert, Früstück oder Kaffee – wurde die Theorie mit einer Schilcherrahmsuppe an diesem Tag als Vorspeise ad absurdum geführt. Rahmsuppen haben auch in der Steiermark eine virale Ausbreitung erfahren.

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Zum Hauptgang speiste Tester sr. eine gegrillte Hendlbrust samt Reis und grünem Sslat. Wichtig für ein derartiges Landgasthaus ist die Dekoration und der Pfirsich (in memoriam des guten alten „Putenschnitzel Hawaii“):

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Tester jr. attakierte den Grillteller, der folgende Bestandteile zusammentrommelte: Puten-, Schweins- und Rindschnitzerl, Wienerle (damit auch alle wissen, was ich meine, anbei das Foto), Speck, Chillischote, Pfirsich mit Preiselbeerfüllung, Kräuterbutter, ein Kilo Pommes und genausoviel Tiefkühlgemüse.

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Das ganze ist handwerklich perfekt gemacht, wird aber in Dimensionen geliefert, als ob es sich um die letzte Mahlzeit vor dem Weltuntergang handelt. Nach einem leckeren Landkaffee und dem Austausch von Dorftratsch bestiegen die zwei Tester wieder das Kiamobil, mit folgender Bewertung auf den Lippen:  das Kernölbarometer für guten Geschmack liefert 8/10, das Servicebarometer (außer Konkurrenz, da einmalig individuell und persönlich ) 7/10. Den Kaffee kann man getrost auslassen, über denn Dekorationskitsch sollte man hinwegsehen, vorbeischauen und speisen kann man alle Mal.

Passende Musik:

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 Auf zum Tanz der Vitamine im Big Apple. Nach ausreichenden Berichten zu Fast Food, Steaks und österreichischen Eigenkreationen in Harlem, ist es an der Zeit sich den gesunden Aspekten dieses Urlaubs zu widmen: den Salaten. Gemäß dem Sprachgebrauch meines Vaters, hat sich das „Hasenfutter“ in den letzten Jahren einer atemberaubenden Revolution unterworfen und Dosensalate mit Fertigdressings sind nur mehr in ausgewählten Autobahnraststationen oder ähnlichen Orten anzutreffen.

Dies hatte sich auch eine bekannte Fast Food Kette vorgenommen. Der Cranberry Salat mit Putenstreifen musste aus fünf verschiedenen Beuteln zusammengesetzt werden. Kein Wunder, dass man lieber einen Burger speist.

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Als Vorspeise gab es in der http://www.sweetwaterny.com/ in Williamsburg Austern und einen Melonen-Käse Salat. Bestandteile: Wassermelone, Schafskäse, grüne und schwarze Oliven, Kerne, Streifen von Basilikum, ein bisserl Salz, ein bisserl Pfeffer, Essig und Öl. Eine hervorragende, geschmacklich runde Sache.

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Einen Mango-Rote Rüben (alias rote Beete) Salat wurde als Katerfrühstück am letzten Tag gereicht. Abgemacht mit einer Vinaigrette wurde dieser auf Blattsalat mit Zwiebeln und einer gehörigen Portion Pfeffer (waren Gewürze historisch gesehen wertvolle Handelsgüter, so hat sich dies mittlerweile relativiert, wie man an diesem Beispiel sehen konnte) serviert. Der Kellner war ein österreichischer Schauspieler, der im Big Apple die Bretter der Welt betreten wollte. Hiermit noch einmal alles Gute. Sollte irgendein Agent diesen Eintrag lesen und Interesse bekunden, ich kann erfragen, wie dieses Lokal heißt.

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Den grünen Schlusspunkt setzt nicht der originellste Salat, sondern die bizarrste Anrichteweise. In der http://www.inotecanyc.com/about.html wird der Salat – dessen einzelne Bestandteile mir mittlerweile entfallen sind, also dementsprechend keine Rolle spielen – von einer kompletten Zange umrahmt. Erinnerte mich ein wenig an ein Wiener Lokal in dem der Grillteller in einer Scheibtruhe angerichtet wird. Ein kulinarischer Kommentar zur Scheibtruhe muss ausbleiben, da ich nur einen Kaffe getrunken habe nur ein Bier getrunken habe.

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Resümierend kann ich all diese Salatvariationen (ausgenommen Nr. 1) zum nachkochen/schneiden etc. empfehlen.

 

Passendes Getränk: ein fruchtiger Morillon vom Weingut Dreisiebner oder zum Katerfrühstück einen frisch gepressten Orangensaft und fünf Liter amerikanischen Kaffee.

 

Passende Musik: Aufgrund des Konzertes nach dem Melonen-Käse Salat die Straycats