Schwarzthoughts’s Weblog


Grillage mit der Bagage, Entenfüße inklusive

Grillen ist die Veranstaltung neben einem Segeltörn oder der Besteigung eines Achttausenders, die man nur mit sehr netten Bekannten, also der coolen Bagage durchziehen sollte. Ansonsten beginnt der Zank über Bauchspeck, Grillanzünder und warmen Dosenbier, da meist zu viele Alphagriller auf zu engem Raum die Grillzangen schwingen. Zum Chillen erst mal die passende Mucke, zum wiederholten Mal, aber es ist ja mein Blog: Massilia Sound System

Mit dem Erwerb ein, es 7.- Grills, farblicher passender Kohle, coolen Grillanzündern aus recyclten russischen Weltraumschrott und passenden Metalltazerl (Metalltassen fürs Essen) wurde ein Meilenstein der kulinarischen Beziehung zwischen Schwarzthoughts und Madame gesetzt.

Alles in 500 Taschen ging es der Sonne entgegen an den Flaucher in München.

Grillen_Isar_hoch

Doch das coolste Grillen kann nur flashen, wenn der passende (Martini)Aperitif im (Plastik)Glaserl

Grillen_Kühlschrank

und der Nachschub sowie die Melone in der Isar schwimmen.

Grillen_Kühlschrank_02

Nach dem Entfachen des Glühen auf den Wangen durch das Auslassen von Sonnencreme und der Kohlen auf dem Grill durch die Verwendung von Feuermaterialien geht es daran die passende Mitbringsel als Entrée zu öffnen: am besten Tsatsiki, Tomaten- und Nudelsalat, Karottensalat in unseren Fällen.

  • Für das Tsatsiki eine Salatgurke massakrieren, mit viel Knoblauch, Salz, Pfeffer, Olivenöl und Joghurt abmachen.
  • Tomaten ebenfalls nach Wunsch teilen, mit einer Vinaigrette (Salz, Pfeffer, Senf, Honig, Essig, Knoblauch und Öl in ausreichender Menge) anrichten und genießen.
  • Nudelsalat sind persönliche Ausrucksmöglichkeiten. Schön war die Variante mit jungen ungekochten grünen Bohnen, Paprika und einem Schuss Kernöl.
  • Die Karotten vierteln (der Länge nach) und kurz in heißem Wasser kochen, anschließend in kaltem Wasser abschrecken. Für die Marinade Salz, Pfeffer, Senf, Honig, Knoblauch in einer Schüssel versammeln, mit einer Gabel im Kreis tanzen lassen und die Karotten lauwarm hinzufügen.

Zum kulinarischen Aufwärmen beginnt das Grillen mit einer vegetarischen Runde: alles was nicht auf „Fleisch“ hört wird gerädert und auf eine Grilltasse geworfen.

Grillen_Gemüse

Mit einer Mischung aus Öl, Knoblauch, Rosmarin & Chili bepinselt harmoniert die Vitamintasse ausgezeichnet mit einem Grillkäse wie Halloumi. Dazu passt wunderschön ein Bissen Brot, Tsatsiki und Salate.

Dem Vorgang, dem Hauptgang für die Vegetarier der Bagage, folgt die Fleischtasse.

Grillen_Fleisch

Schöne Steaks selbst mariniert – Öl, Chili, Knoblauch, Kräuter, Whisky – Bratwürstel, ganze Schweine, Ripperl, Fisch … nur her damit. Bis zum Chutney schaffe ich es kommendes Jahr, heuer war es einmal wichtig die Basics in Eigenregie auf die Reihe zu kriegen. Wichtig ist der hemmungslose Einsatz von Rosmarin, Knoblauch, Chili oder Zitronenthymian sowie das feierliche Ablöschen des Fleisches mit Zitronensaft. Siehe auch hier die Kombinierfähigkeit der verschiedenen Zutaten: Zitrone für den Grill und den Martini.

Die Nachspeise ist der sehr empfehlenswerten Zeitschrift Efilee entlehnt:

Grillen_Melone

gegrillte Wassermelone mit Chili allerdings ohne Honig, da diesen keiner tragen wollte. Geschmacklich als Wasser- oder Zuckermelone sehr geil und mit der Schärfe und Hitze faszinierend, kann mit diesem Gang alle Hobbygriller rundherum – und davon gibt es reichlich – finallement dissen.

Zum geschmacklichen Flashmob an der Isar passen Weißwein, Bier, Martini und Bowle. Ansonsten aber auch alles, was sich so tragen lässt. Die Story mit den Entenfüßen ist auch noch nicht raus. Aber irgendwann dressier ich mir ein Tier um wirklich herauszufinden, ob die kalte oder warme Füße haben.



Unterwasser oder der 2. Stuttgarter Retro Cup

Der zweite Stuttgarter Retro Cup ist noch so frisch, dass ich jeden gelaufenen Zentimeter und jeden verlorenen Zweikampf jetzt noch spüre. Im Vergleich zum letzten Mal lasse ich meinen Fingern dieses Mal aber schneller freien Lauf, um meine Begeisterung auszudrücken.

Retro Cup Stuttgart 2009_02

Wunderschön organisiert von Lars Pascal (bitte um Entschuldigung. Ich weiß es ja, schreib es aber immer falsch)und Urs, mit freundlicher Unterstützung von SG Stuttgart-West und von der Sonne geröstet wurde der Kommerz und Günther Schäfer getrost dem DFB überlassen und auf Transfersummen und Becherpfandrückgeber gepfiffen. Denn hier ging es zum zweiten Mal um den wahren idealisierten König Fußball und nicht um den kastrierten Hofnarr Fußballfamiliensportnachmittag.

Retro Cup Stuttgart 2009_01

Wurst Ulli’s Millionentruppe machte sich aus München, Stuttgart und Rottweil auf den Weg, um die rote Laterne des letzten Jahres zu verteidigen. Als Trainer konnte Andrez Lopez verpflichtet werden, dem auch das passende Lied gilt (mein Spanisch reicht nicht aus um den gesamten Text zu verstehen, aber ich denke es handelt sich um die Legalisierung von Ricola Schweizerkräuter Zuckerl. Wichtig ist aber der Beat):

Nach zwei überraschenden Siegen – vor allem der Gedanken an den Sieg gegen die topmotivierte VFB-Teammannschaft (oder so ähnlich) lässt mich smart lächeln – und als Turnierfavorit gehandelt musste unser Torhüter in den darauffolgenden Spielen öfter hinter sich greifen, als wir unsere Lungenflügel auswechseln konnten. So zollten wir der mangelnden Trainiertheit und dem täglichen Alltag als verantwortungsvoller Bier- und Burgerkonsumenten Tribut. Der Sieg des Turniers ging daher verdient an die Mannschaft die uns rausgekickt hat. An den Namen kann ich mich aufgrund ständigen Sauerstoffmangels nicht mehr erinnern.

Neben der Wettkampfdiät Bratwurst und Tannenzäpfle, wurde von den Organisatoren auch die Kultur der flachen Bohne gepflegt.

Retro Cup Stuttgart 2009_12

Dass Kaffee und Kuchen kein Burner war zeigte der Preisverfall im Laufe von zwei Stunden für ein Stück Kuchen von 2,50 Euro auf 1 Euro. Selbst das Barpersonal verzichtet darauf und widmete sich lieber dem Hochprozentigen und den eigenen Gesangskünsten. Nach dem glücklosen Ausscheiden in der Vorrunde, ging es an die dritte Halbzeit mit Schnitzel

Retro Cup Stuttgart 2009_10

und Maultaschen

Retro Cup Stuttgart 2009_09

weiter, wobei die Leistung der Sportkantine in kulinarischer Hinsicht einwandfrei war. Auch das Abrufen von Stiefeln wurde wieder angewandt, wozu gibt es den Männerrunden und tragfähige Kantinenchefinnen.

Retro Cup Stuttgart 2009_08

Dieser gesellige Brauch des gemeinsamen Schlürfens eines großen Getränks aus einem Stiefel wird vor allem durch das Abrufen und die Verwendung von Wörtern wie Unterwasser oder Eierspaltmaschine zu einem schwäbischen Spektakel. Dies, und die kontinuierliche Verwendung von SCH und LE erfreut meine österreichische Seele mehr als alles andere. Dazu der Hinweis zum Lied, das die österreichische Seele am Besten widerspiegelt und für das Abrufen bestens geeignet ist. Kurt Sowinetz:

Ansonsten bleibt es mir nur noch zu danken:

Mirco für die Organisation, die bittersten Witze und deine Blindheit im Allgemeinen.

Retro Cup Stuttgart 2009_18

Nils für den Platz am Boden zur Übernachtung und die passenden Refreshments.

Retro Cup Stuttgart 2009_06

Wem auch immer für die Entdeckung des Wulle Biers (Schätzungsweise auch Nils).

Retro Cup Stuttgart 2009_05

Henriette aus der Bar Libero, die uns den Ernst des Lebens so lange vor die Nase hielt, bis es dringend Zeit wurde zu gehen. Dabei ist es doch der schönste Ort für eine Siegerehrung und interessante Verkleidungen.

Retro Cup Stuttgart 2009_16

Nils für die Erkenntnis, dass auch Kebab-Buden Pizza herstellen.

Dem SV Villingendorf für das Bereitstellen der ältesten Trikots aller Zeiten.

Retro Cup Stuttgart 2009_17

Meiner Mannschaft für den Kampfgeist, die komplette Ehrgeizlosigkeit und die Möglichkeit ein Tor zu schießen. Das nächste Mal … schaffe ich es auch nicht.

Retro Cup Stuttgart 2009_07

Allen Teilnehmern des Retro Cup, die sich nicht zu schade sind, gegen uns anzutreten und zu gewinnen.

Retro Cup Stuttgart 2009_15



Ist da Pferd drinnen?

Im beruflichen Kleinteam spielen sich die größten Dramen und besten Komödien ab. Grundsätzlich sollte man berufliches und privates trennen; da das Leben allerdings keine Trennkost ist, fand sich mein berufliches Umfeld bereits zu diversen lukullischen Genüssen zusammen. Nach Raclette, BBQ, Thaicurry und tschechischen Antipasti, eingelegt in Becherovka, ging es nun daran österreichisch zu bewirten.

Das Menü bestand aus Käferbohnensalat mit Kürbiskernöl und einem Fiakergulasch. Zur musikalischen Untermalung bietet sich ein österreichischer Klassiker von Kurt Sowinetz an:

Sollten die Käferbohnen getrocknet sein, diese für 24 Stunden in Wasser einlegen und dann in Salzwasser kochen, bis diese bissfest sind. Die Käferbohnen mit Essig und reichlich Kernöl abmachen, Zwiebel und Knoblauch addieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Am besten als Vorspeise servieren.

Gulasch_Bohnen_07

Für das Gulasch schneide man – wie in diesem Fall für acht Personen – zwei Kilo Zwiebel klein, bis die Augen leuchten wie Bremslichter. Man nehme die gleiche Menge Gulaschfleisch (egal ob Schwein, Kalb, Pferd oder Gnu, Hauptsache eine Sorte wegen der Kochzeit), tupfe sie trocken oder auch nicht und brate die in Würfel geschnittenen Stücke in reichlich Sonnenblumenöl in einem großen Topf an. Nach erfolgreicher Bräunung der Fleischstücke auf zumindest drei Seiten, werden diese zum chillen beiseite gelegt und die geschnittenen Zwiebeln nehmen ihren Platz im Topf ein. Die Zwiebel glasig dünsten, mit Paprikapulver, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Chilli und geriebenen Kümmel in ausreichender Menge bekannt machen. Wie gesagt, hier wird für acht Personen groß aufgekocht, weshalb auch mit den Zutaten nicht zu sparen ist. Das Fleisch wieder zuführen und dann dünsten lassen, bis sich alles in Wohlgefallen und Gulasch zersetzt. Alternativ kann man auch noch ca. 1 Liter Rindssuppe ins Spiel nehmen und die Komposition ausdünnen. Dann wird es eher zu einer Suppe, wie in meinem Fall.

Gulasch_Bohnen_01

In der Zwischenzeit hat man sich schon dem nächsten Bestandteil gewidmet: dem Serviettenknödel. Dazu eine Packung Toastbrotscheiben von der Rinde befreien und mit ca. 0,5 Liter warmer Milch für ca. 30 Minuten ruhen lassen. Gehackte Petersilie, Eier (ungefähr vier Stück), Salz, Pfeffer, Speck (bei Bedarf) und xxx einrühren und die ganze Masse zu einem Fest für die Finger werden lassen. Auf einer Klarsichtfolie wird der Patz dann zu einer Wurst aufgereiht – wer auch immer Zigaretten gedreht hat, ist hier von Vorteil – und an den Enden verschlossen. Darüber kommt noch eine Schicht Alufolie. Wem dies zu alternativ ist, kann den konservativen Weg nehmen und eine Serviette/Geschirrhangerl hernehmen. Das Kunstwerk in heißem Wasser für ca. 25 Minuten kochen bis die Konsistenz vom Halbflüssigen ins Feste übergegangen ist. Da ich diesen Moment nie erreicht habe, wurde in dieser Hinsicht von mir geschummelt: ich habe die Verpackung einfach aufgerissen und aus der langen Wurst kleine Knödeltaler geformt, die ich abgebraten serviert habe.

Gulasch_Bohnen_04

Als weitere Beilage zum Fiakergulasch werden Wienerle/Frankfurter, Spiegeleier und Essiggurkerl gereicht. All dies macht ein herrliches Fiakergulasch aus. Wichtig ist, die Gurkerl aufzufächert. Dazu mache man aus einem zwei und schneide die Hälften in kleinen Abständen ein ohne sie ganz durchzusägen. Dann mit der flachen Hand aufdrücken und fächern.

Gulasch_Bohnen_08

Passende Getränke: zur Vorspeise ein herrlicher Schilcher aus der Weststeiermark, zur Hauptspeise irgendein Bier, Hauptsache Bier und zum nicht vorhanden Dessert ein Schnaps oder Whisky zur Verdauung.

Dies war mein erstes Gulasch und einige Punkte sind festzuhalten:

  • beim Zwiebelschneiden kann man irgendwann nicht mehr weinen
  • dafür riecht man auch noch Tage danach nach Zwiebeln
  • nimm lieber zwei mittlere Töpfe, als einen großen, in dem du nie mehr umrühren kannst
  • addiere nur Suppe wenn du Suppe willst
  • Knödel muss ich noch üben
  • Ich habe noch immer nicht die Unkosten verrechnet
  • ja Lukas, man kann auch ein Pferd hineinschneiden; nur woher kriegen ist die Frage
  • ja ModeZampano, die Fotos sind noch immer Schrott

Gulasch_Bohnen_05



92,8 Kilo oder das Gewicht eines Food-Blogs – Version Wahrheit

 

Nach dem Ausflug nach Cardiff verschwand Schwarzthought’s in einem reißenden Meer aus Arbeit und den unterschiedlichsten Verpflichtungen. Mit Trauer musste ich heute feststellen, dass ich meinen Blog vernachlässigt habe. Da ich aber nicht aufgehört habe, mit offenem Mund und Augen durch die Welt zu rennen, werde ich jetzt die gefühlten und gefüllten 15.000 Bilder kleiner speichern, Musik auswählen und Worten wieder einen Sinn geben. Bis dahin der Abschluss einer mir sehr lieben Serie:

Die Wahrheit hinter meinem Gewicht liegt in einer Mischung aus allen Beiträgen davor, in denen Frau, Freunde, Fußball und Familie zu Wort kommen. Folglich als passende Musik zu diesem finalen Beitrag dieser Serie, ein musikalischer Foodporn von den Queens of the Stone Age, bei dem die komplette Band verspeist wird. Da ich diese Video nicht mehr wiederfinde, hier die Live-Version:

Neben dem Interesse an allem was verspeisbar ist, gilt die Liebe auch der Kulinarik in Form von Kochbüchern, Rezepten, KöchInnen etc. und es spielt eine Mischung aus Web 2.0 Fanatismus und Selbstdarstellungsgehabe hinein. Es würde mich also nicht wundern, sollte ich bei Menschenfressern auf dem Menüplan stehen, dass ich wie ein Gockel zubereitet werde. Wichtig sind alleine vier gewichtige Punkte:

- es macht Spaß

- mein Vater glaubt mittlerweile nicht mehr, dass ich mit fast 30 Jahren im Ausland verhungere

- keiner meiner Freunde, meiner lieben Hooligans, der Familie (Papa, dir sei vergeben, ich schick – dir dann den neuesten Beitrag wieder mit der Post) oder die Frau haben sich über die Beiträge mokiert

- ich rauche seid 5 Monaten nicht mehr. Könnte das noch ein Grund für die Gewichtszunahme sein?

P.S.: Mit dem heutigen Tag bin ich nicht dünner geworden. Don’t mind. 

 

 



Kulinarisches Auswärtsspiel mit Auweh

Nach der dritten Halbzeit in der Metrosbar in Cardiff (Link), ging es in der Früh nach dem Fußballklassiker Wales : Deutschland daran Haltung, Messer und Gabel zu bewahren. Als Tipp sei die Markthalle in Cardiff empfohlen, in der mehrere Cafés um ihre Gunst buhlen.

cardiff_breakfast_markthalle

Passende Musik für die Halle im Ausblick auf das kommende Spiel von West Ham: Flying Bubbels

Juan, Dieter und der Konteradmiral entschieden sich für das sympathische Mutter-Sohn-Gespann auf der Breitseite, zwischen Zoohandlung und Schallplattenzucht. Der Sohn ist der verplanteste (zwei Frühstück, nein, dass verstehe ich nicht), zahnloseste und nettteste Zeitgenosse, den man sich in der Früh wünschen kann. Full-English-Breakfast für 3 Pfund samt Kaffee ordern, hier sollte es passieren.

cardiff_breakfast_06

Nirgendwo sonst trifft man auf diese kulinarische Originalität und bizarren Begleiter.

cardiff_breakfast_02

Die Halle ist insgesamt ein kulinarisches Juwel und sollte bei einem Aufenthalt in Cardiff eingeplant werden.



Kulinarisches Auswärtsspiel mit Eiweh

Fußballerische Auswärtsspiele stehen auch für kulinarische Sensationen. Im Rahmen unserer Tournee durch das Reich der Queen und den beiden Stationen Wales : Deutschland und West Ham United : Sunderland trafen Juan Tabasco, Dieter Bärentopf und meine Wenigkeit, der Konteradmiral, auf ausgewählte Gustostückerl.

Hervorzuheben sind zwei Stationen in Cardiff, am besten mit dieser Tanzmusik

Nach dem ersten Fußballspiel enterten wir genüsslich die Fish & Chips Bude von Ian.

cardiff_fishchips_bude_01

Standardklassiker sind Chips, getopt mit Hühnercurry, Bratwurst oder Fisch.

cardiff_fishchips_currybratwurst

Gesehen haben wir in den 30 Minuten Aufenthalt alle Varianten.

cardiff_fishchips_01

Wichtig in der walisischen Küche ist dabei das Würzen mit Essig.

Ian’s wirkliche Klassiker sind aber seine Fleisch/Fischpflanzerl/Frikadellen/Laberl (hier entschuldigt sich der Autor für seine gespaltene österreichische und kaum mittlerweile ausgeprägte deutsche Persönlichkeit). Wir wurden zu einer Verkostung der drei Teile gegen später Stunde eingeladen.

Das klassische Fischlaberl aus Fisch und sonst nichts. Frisch herausgebacken, wird es mit Liebe und Essig genossen:

cardiff_fishchips_fischball

Das schizophrene Laberl: Ein bisserl Fisch, ein bisserl Fleisch, herausbacken und ab in den Essig:

cardiff_fishchips_fleischball

Das Gourmantlaberl: Viel Fisch und ein Ei in der Mitte. Sollte nach erlebter Erfahrung nicht als Dessert sondern am Anfang genossen werden, da sonst der sofortige Verlust über die Magenkontrolle droht:

cardiff_fishchips_eiball

Allen drei Laberl gehen in gewissen Punkten uniform: es werden keine Gewürze oder sonstige Geschmacksträger beigefügt und sie werden frischtest beinahe durchgehend hergestellt.

Ian und seine Crew aus Autofelgenträgern etc. findet man beim Irish Pub in der Straße. Auf Anfrage suche ich gerne im Stadtplan.

Wer so schnell nicht nach Cardiff kommt, kann sich seine Eier selber frittieren. Ein geniales Rezept findet man unter http://deichrunner.typepad.com/mein_weblog/2009/04/frittierte-eier-mit-spargel.html.



92,8 Kilo oder das Gewicht eines Food-Blogs – Version Frau II

Die kulinarische Vielfältig in der trauten Zweisamkeit ist unendlich. Dies liegt an der Freude beim Einkauf von Madame und meiner beim Mixen aller erdenklicher Zutaten.

Passende Untermalung für den kulinarischen romantischen Abendklassiker ist Amy Winehouse:

Kleingehackte Zwiebel und Schinkenstreifen (auch gerne Garnelen, Speckwürfel oder Otternasen) in Olivenöl andünsten, mit Crème Fraiche ablöschen, salzen, pfeffern und weitere lustige Kräuter die zur Verfügung stehen untermixen. Brokkoliröschen – vorher im heißen Wasser für eine Minute blanchiert – unterrühren sowie gekochte Nudeln additieren. Die Kombo miteinander bekannt machen und anrichten. Käse drüber und mit einem Augustiner verschlingen.

brokkolishrimpsnudeln011

Passen dazu einen grünen Salat mit Orangen reichen. Das Dressing bleibt Geschmackssache – in diesem Fall Kürbiskernöl – ebenso wie die Tatsache, dass man noch Nüsse oder Gorgonzala additieren könnte.

salatorange

Easy come, easy go. Am beste während des Kochvorgangs gleich noch den Spülvorgang integrieren und man braucht sich in der Früh für keinen Scheiß genieren.



92,8 Kilo oder das Gewicht eines Food-Blogs – Version Freunde

Reichhaltiges Material für meinen Food-Blog liefern mir meine Freunde. Interessanterweise muss ich zugeben, dass ich keinen Freund schimpfe, der nicht auch gerne isst. Folglich ist es immer wieder ein wunderschöner kulinarischer und bereichernder Austausch. Entweder bei unseren regelmäßigen Weinabenden – sorry, aber schwäbischer Wein hat auch am 4ten Abend noch nicht überzeugt –

weinverkostung

oder bei richtigen Gelagen in Kompaniegröße.

Passende aufhetzende Musik, da es sich um reichlich Mise-en-Place handelt und der Modezar unterstützend eingriff:  Cypress Hill

Bei größeren Runden zahlt es sich aus drei Fragen zu stellen:

1/ Ist ein Vegetarier/Allergiker dabei?

2/ Will ich meine ganze Küche verwüsten?

3/ Kann ich die Speise überhaupt für mehrer Personen zubereiten?

 

Rücksicht ist nur fair und macht den Abend auch schönes („Was da ist Ananas drinnen? Aber ich bin …). Das Küchenproblem stresst mich am Wochenende nicht, da Abwasch in sich meditativ ist, unter der Woche sehr wohl. Zu Punkt 3 kann ich folgende Geschichte anmerken. Das Gericht „Überbackene Lammkrone in Balsamicozwieberljus mit Polenta-Spinat-Turm“ klingt geil, braucht aber eine komplette Küchenbesatzung zum Anrichten. Obwohl mich damals in der Küche der Wahnsinn gepackt hat, konnte ich dennoch nicht die 7 Essen gleichzeitig & warm hinausbringen.

 

Folglich haben wir uns für den Abschied des Modezaren nach NY (keine Angst: nur Business, Liebe und Leben) für die „SCHINKENFLECKERL DELUXE“ entschieden. Man beginnt einen derartige Veranstaltung am Besten mit einem Vodka-Orange und überlege reichlich, was man machen oder nicht machen will.

vodka

Im Anschluss lasse man sich im Supermarkt an der Wursttheke von der/m VerkäuferIn seiner Wahl verwöhnen (Ich würde noch gerne das und das kosten!). Im Endeffekt greife man bei 8 Personen zu ca. 1 Kilo gemischter Wurst (Schinken, Polnische, Lyoner, Speck etc.), je nach den Gästen zu 2 Kilo Bandnudeln. Nudeln kochen, die geschnittene Wurst in einem Topf mit Zwiebel anbraten, Nudeln beimengen, mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Knoblauch abschmecken. Wichtig ist der Schritt des Paprizierens, der Vermählung der Nudeln mit dem Paprika- und Chillipulver. Reichlich davon Gebrauch machen! Vor dem Servieren noch klein gehackte Petersilie unterheben.

schinkenfleckerl_closeup

Vielleicht ist folgende Lektion noch von Interesse: auch wenn man einen schön großen Kochtopf zu Hause hat, wo alles reinpasst, lieber in kleineren Portionen kochen, da sich so alle Zutaten besser durchmischen.

schinkenfleckerl_topf

Immerhin erhebe ich gerad irgendeinen kulinarischen Anspruch und nicht den einer Militärküche mit Gulaschkanone.

Als Starter wurde ein Kartoffel-Gurken-Salat serviert. Kartoffeln mit Gurken vereinen (die ersten gekocht und geschnitten, letztere nur geschnitten) und mit einer Marinade aus Kernöl, Essig, Senf, Salz und Pfeffer krönen.

kartoffel-gurken_salat

Passende Getränke für solche Veranstaltungen: alles was nicht bei 3 auf einem Baum sitzt!  



92,8 Kilo oder das Gewicht eines Food-Blogs – Version Frau

Was für uns spricht ist alles, was gegen uns spricht. So können auch die gemeinsamen Kochabende mit meiner Dame gewertet werden. Für uns spricht die kulinarische Komponente und das Hungergefühl, gegen mich sprechen 92, 8 Kilo auf der brüderlichen Anzeigentafel der Waage. Wir essen einfach zu gerne.

Passende Musik für das erste gemeinsame Gericht ist ein Kind der 90er aufgrund einer musikalischen Diskussionsrunde: Snap „Rythmn is a Dancer“ 

Für das Sushi folgende Sachen shoppen gehen: Karotten, Gurke, Fisch (Thunfisch, Lachs) Sesamsamen und aus dem Asialaden Reis, Reisessig, Wasabipaste, Algenblätter und Sojasauce. Im Fischgeschäft von Karstadt wurde ich freundlich gebeten nicht zu fotografieren. Dies passierte mir zum ersten Mal in Harlem in einem Supermarkt und das letzte Mal in einem Brautmodengeschäft in Linz. Bald starte ich meinen eigenen „Bitte-nicht-fotografieren-Blog“. Der einzige Grund, warum ich nicht fotografieren dürfte ist die Tatsache, dass das einzig scharfe an meiner Kamera ich bin. Die Zubereitung von Reis können und müssen andere erklären, da ich keinen Faux Pas begehen will. Wenn alles in längliche Stäbchen geschnitten ist wird gerollt. Teil 1 des Rollkommandos ist das Algenblatt, worauf der Reis (den oberen Rand freilassen) ca. 0,5 cm hoch hinaufgepappt wird. Wasabi nach Lust und Laune verteilen, längliches Gemüse und Fisch einstreuen und auf einer „Unterlage“ rollen. Das erinnert an Zigaretten und funktioniert genau gleich.

suhi_rolle

Für die „Inside Out“ Rolle, die Unterlage in Klarsichtfolie hüllen, das Algenblatt komplett mit Reis zukleistern, umdrehen, sodass die grüne Seite obenaufliegt, wie gehabt füllen und zum zweiten Teil des Rollkommandos werden.

sushi_insideout

Anschließend im Sesambad wälzen.

Schöne kulinarische und farbliche Mosaike entstehen duch dasAnrichten:

sushi_total

Passendes Getränk: Rotwein aus Italien für die Zweisamkeit. Vorab noch eine Miso-Suppe aus der Packung verspeisen. Nicht weil man nicht selber Algen und Tofu kochen könnte, sondern weil diese Asiashop-Fertigsuppen einfach bizarr anders geil sind.

misosuppe



Einseitige Ernährung oder der Trend zum monokausalen Food-Blog
März 23, 2009, 9:54
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund

Nach der Lektüre der letzten NEON Ausgabe war mir wieder zu Rätseln zumute. Im Bericht „Perlen aus dem Netz“ wurden die nützlichsten Websites präsentiert: als Foodseite wurde www.chefkoch.de gelistet, ein Portal das sich brüstet 123.579 (Stand 23.03.09) Rezepte im Portfolio zu haben.

 

In letzter Zeit habe ich mich verstärkt mit thematisch einseitigen Blogs beschäftigt (wobei ich dabei jetzt nicht von französischer oder deutscher Küche sowie vegetarisch oder glutenfrei spreche) sondern von der Fokussierung auf genau ein Thema. Dies hat mit Sicherheit damit zu tun, dass ich gerade mein neues Projekt www.bretterderwelt.wordpress.com starte, bei dem nur Jausen-, Brotzeit- und sonstige Mahlzeitbretter vorgestellt werden. Als weitere Beispiele lassen sich noch http://scanwiches.com/, http://www.kitchen-pano.com/ oder das interessante Projekt www.22andabeer.wordpress.com bereitstellen.

 

Aus meiner Sicht ein interessanter und vor allem zeitsparender Blogeinsatz. Nicht immer müssen 123.579 Rezepte zu einer potemkischen Dorf der Superlative zusammengebaut werden, wenn man auch eine vernünftige, persönliche und individuelle Linie finden kann.

 

Nachtrag vom 29. März: Ich fand einen ähnlich gearteten Beitrag zu chefkoch.de bei Christoph Koch. Dabei kontert er mit einem Käseigel. Schöen oldschool Idee.