Reiß dich zusammen!

Mit diesen Fingerabdrücken hätte jede Polizeistation in Bayern die Bereitschaftseinheit vor lauter Freude ausrücken und ihre Namen tanzen lassen. Sie dagegen schloss die fünf klebrigen Finger um die Bierflasche und fragte „Soll ich das alles etwa ganz alleine trinken?“. Da versuchte der noch seine zehn Finger von der Flasche Els zu lösen und sich das eingelassene Glas Wermutschnaps als Deckel für den Magen einzuverleiben.

Für die Sauce der Ripperl brauchte der die passenden Noten und haute die Old Crow Medicine Show in den veralteten CD-Player:

Wieder zurück zur Sauce holte er Ketchup, süß-scharfe Chilisauce (die aus dem Supermarkt voller Es, Ahs und Ohs), Worcester Sauce, Salz, Pfeffer, Chilipulver, braunem Zucker, zwei Knoblauchzehen und Ingwer auf die Arbeitsfläche. Den Ingwer & Knoblauch schälte er und schnitt diesen in kleine Fuzerl. Die zahlreichen Flüssigkeiten sammelte er portionsweise abgestimmt in einer Schüssel, additierte die weiteren Zutaten und mischte die komplette Kiste zu einer halbflüssigen Marinade. Darin verbrachten die Ripperl eine fancy Nacht im Kühlschrank.

Am nächsten Tag kochten die grünen Bohnen bereits am Herd als, die Kartoffelvierteln fielen, und sie die Rosmarinzweige entnadelte und alles mit Olivenöl und groben Salz zusammenrührte und in Form brachte. Sowohl die Ripperl (die noch einmal mit der vorhandenen Marinade übertüncht werden) als auch die Kartoffeln wandern für circa 45 Minuten in das Backrohr um als kulinarische Vorhut ihren Duft zu verströmen. Die Bohnen tropfen dazu im kalten Wasser ab und eine Kernölvinaigrette (Kernöl, Apfelessig, Salz, Pfeffer, Senf und ein Tropfen Honig) empfangen die roten Zwiebelringe zum vegetarischen Tanz am Bohnensalat.

Die klebrigen Finger lösten sich von den Flaschen und Gläsern schwerer als die Manieren des Essens von dem Umstand der Mahlzeit. Ripperl sind an sich kein gesellschaftsfähiges Essen und stechen dadurch aber jede Konvention bei Tisch aus. Besonders, wenn es noch Rosmarinkartofferl dazu gibt. Also, auf geht’s … Wir kommen gerne vorbei!

 

Werbeanzeigen

WTF

Was sollen wir damit machen? fragte er. Sie sagte Nimm es einfach! und der chinesische Verkäufer erging sich zum vierten Mal in Ja gut kochen, in Suppe, Hauptspeise und Beilage. Beide hatten an diesem verregneten Oktobersamstag die Erfahrung der Führung der Touristen durch die Innenstadt gemacht, auf der Suche nach Handy und Whisky in die Augen des Konsums geschaut und in Weihnachtsgeschenken gedacht. So ging es nun auf ihre Empfehlung in das neuentdeckte Kaufhaus mit dem Asialaden und weiteren Lebensmittelgeschäften. Insgesamt verbrachten sie drei  Stunden und wühlten sich durch potenz- und sehkraftsteigernde Gewürze, Gemüse, Kräuter und Gefahren. Danach hatten sie Einkaufstüten voll und  Sinne überflutet.

Die Karotten gestreift (in Streifen geschnitten) blanchieren. Währenddessen eine Marinade aus Zitronensaft, Honig, Zucker, Salz, Pfeffer, Senf und Knoblauch anrühren. Die lauwarmen (nach dem Blanchieren kalt abspritzen) Karotten darin versenken. Die Jungbullensteaks in heißem Butterschmalz beidseitig anbraten, ungeschälte Knoblauchzehen als Komparsen für die Pfanne anheuern, einen Rosmarinzweig als Funktionär des Geschmacks addieren und heftig salzen und pfeffern. Steaks und Freunde nach drei Minuten aus der Pfanne auf ein Bett aus Aluminium und Zitronenscheiben mit Chillishoten betten und für ca. 8 Minuten in den vorgeheizten Herd. In einem synchronisiertem Schritt erhitzen die beiden zwei Platten, ließen Zucker in einem Topf karamellisieren und fügten vorab geschälte Schalotten hinzu um in der Pfanne des Fleisches kleingeschnittene Schalotten mit Pinienkernen anzurösten. In diese fiel der Pak Choi – vorab gewaschen und geteilt – würde angedünstet und von Gemüsebrühe abgelöscht.

In einem Akt der Maßlosigkeit wurden die Karotten mit dem Pak Choi Gemüse (nachdem die Brühe einreduziert war), den auf Zucker tanzenden Schalotten mit dem Jungenbullensteaks angerichtet. Dazu tranken die beiden Bier und freuten sich der Tatsache den Moment des What The Fuck im Laden mit kulinarischen Mitteln und der Googlesuche besiegt zu haben. Schmeckt es? fragte er und sie nickte.