Ich ziehe mir jetzt Hosen an, die Schwiegereltern kommen.

Die Basis zum Kochen sind Zutaten und ein Plan, nicht einmal ein Rezept. So sehe ich auch Twitter, ein Medium, das vom Koch, den Zutaten und einem Plan lebt. Einen solchen Plan hatte Schweden mit seinem Twitterprojekt @sweden und in München entstand unter anderem ein solcher als @munichlovesu. Durch eine feine Fügung konnte ich an der Entstehung des Plans teilhaben und bin dankbar für diese Einsicht und dem Dabeisein. Was steckt noch einmal dahinter? Jede Woche twittert ein anderer Schwede / Münchner / etc. über diesen Account – ohne Einschränkungen.

Wir erinnern uns wieder an das Dreieck aus Koch, Zutaten und Plan. Der Plan von @munichlovesu ist spannend, aber die Zutaten und die Köche sind oft nicht auf der Höhe jeglicher Zeit. In zahlreichen Gesprächen interessierte mich die Meinung der anderen. Ist es fehlender Exhibitionismus der Münchner, das Sourcen in der immer gleichen Twitterschicht, der fehlende eigene Plan oder die Zutaten. Sicher letzteres, da es zwischen Büro und dem letztem Stuhlgang vor dem Schlafengehen oft zu wenig zu berichten gibt; oder meist das gleiche. Dann werden Banalitäten – danke für die Headline – zu Deluxe-Tweets.

Nun sehe ich einen derartigen Kanal als geile Chance, einem großen, interessiertem Publikum seine Welt zu zeigen. Oder irgendeine andere. Dazu braucht es nicht viel Einen Plan zu schmieden und sich auszutauschen ist schon eine Bereicherung gegenüber all den Fragen nach dem Lieblingsplatz oder Lieblingspizza.  In positiver Erinnerung blieben mir bis jetzt vor allem die Radikalen: radikale Genussmenschen, radikale Geistesmenschen, radikale Bayernradikale oder strickende Bartträger.

Was wünsche ich mir nun? Einer der sich vor einer eigenen Woche gescheut hat? Am Ende des Tages nicht viel: Witz, Charme, Enthusiasmus, Besonderheiten, einen Plan für eine Woche auf Twitter, die Nutzung von Fotos / Videos / Zeichnugen oder eine Brise Kurkuma.

Kulinarisch gesehen ist Twittern wie Ratatouille – viel Vorbereitung, individuell in der Umsetzung mit einer Prise Punk.

Dazu sammeln wir folgende Zutaten – Was ist euer Lieblingssupermarkt? – ein:

  • 1 Tl Fenchelsamen
  • 1/2 Tl Kümmel
  • Olivenöl
  • 1 große Zwiebel
  • 1 große Aubergine
  • 1 Zwiebel
  • 3 Paprikaschoten
  • 300 g Tomaten
  • 3 Karotten
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Tl Kurkuma
  • Salz, Pfeffer
  • Currypulver
  • 2 Lorbeerblätter*

Dann legen wir voller Pathos Blumenstolz – Was ist euer Lieblingslied? – auf

Für das Mise en Place

  1. erhitze man in einer Pfanne etwas Olivenöl mit den Fenchelsamen und dem Kümmel (ganz), hacke parallel den Knoblauch klein. Wenn es aus der Pfanne duftet, den Inhalt beiseite stellen, kurz abkühlen lassen, kleinhacken und mit Knoblauch und Kurkuma in einem Mörser vereinen. Mörsern.
  2. stecke die Tomaten für eine Minute in kochendes Wasser, dann in eiskaltes und ziehe die Haut ab. Würfeln, Saft nicht entwischen lassen.
  3. macht man die Aubergine kleinwürfelig und brate sie in zahlreichem Öl goldig an, leicht salzen, pfeffern und mit einer Prise Curry bewerfen. Dann auf einer Küchenrolle abtropfen lassen.
  4. schneide das restliche Gemüse auf Verzehrgröße für Hamster. Zwiebel getrennt halten.

Für die Zusammenführung der Einzelteile schnappe man sich eine große Pfanne, fülle einen guten Schuß Olivenöl ein und erhitze das Teil. Den Zwiebel in der Hitze der Pfanne goldig anschwitzen, die Paste unterheben und in einem Akt von Platzsturm das restliche Gemüse beimengen und durchmischen. Tomaten am Ende Einlass gewähren. Salzen, pfeffern und lorberren. Deckel drauf und für ca. 15 Minuten köcheln lassen.

Super

Ratatouille eignet sich hervorragend für alles – als Beilage, mit Parmesan / Reis / Couscous als Hauptgericht, kalt nach einer langen Nacht. Dazu passt alles außer Bier.

Wie dem auch sei, folgt dem Twitteraccount @Munichlovesu, twittert und blogt selbst! Seid laut!

P.S.: Der Autor des Tweets, der mir als Titel herhält, sei hiermit auf ein Bier eingeladen. Gerne auch seine Schwiegereltern. In Wirklichheit hoffte ich, dass er nackt bliebe. Dem war aber wahrscheinlich nicht so!

(* Das Rezept ist aus dem wunderbaren Kochbuch ‚Das Gute essen‚ interpretiert.)

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Veröffentlicht in Allgemein

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