When I was swimming with Al

Al Brown kann man kennen, muss man aber nicht. Er ist ein bekannter Koch in / aus Neuseeland und gerät nach Jamie Oliver – nur ein wenig verrückter, bodenständiger und sehr charmant. Im Rahmen einer nicht privaten Reise nach Neuseeland hatte ich ihn kennengelernt und die Möglichkeit über Essen, neuseeländische Küche und seinen Kochstil sprechen zu können – bei einem Kaffee. Was ein Blödsinn ist. Essen muss man erleben nicht besprechen.

Wir ließen also kurzfristig die Worthülsen zurücklassend und er lud uns zu sich nach Hause zum Essen ein – er wolle noch kurz vorab in das Meer vor Wellington springen, um uns frische Meeresfrüchte zu erschnorcheln.

Einen platten Mopedreifen, einige Biere am Strand und einem Korb voller Seeigel, Seeschnecken und einer Krabbe später standen wir bei Al auf dem Fußabstreifer. Ein unversperrtes Haus – typisch neuseeländisch – mit einer sensationellen Einrichtung, die alle Redakteurinnen der Elle Deco erblasen lassen würde.

Grundsätzlich benötigt man an einem derartigen Tag einfach nur Sonne, eine Versuchsküche, mehrere Flaschen Sauvignon Blanc sowie einige Lieder von Big Audio Dynamite:

Seeigel spaltet man mit zwei Löffeln und löst vorsichtig die gelben ‚fleischigen‘ Teile mit einem Teelöffel heraus. Diese können roh mit einem Spritzer Zitrone oder in Mehl gewendet und in Butter herausgebraten zubereitet werden. Zum Drüberstreuen arbeitet er mit einem Fenchel-Orangen-Öl.

Seeohren / Abalonen in dieser Größe sind auch für Neuseeland selten. Man löst das Fleisch mit den zwei Daumen heraus und klopft den Muskel mit einem Fleischhammer weich. Die ‚Steaks‘ werden in Butter herausgebraten, gesalzen und gepfeffert im Backrohr für einige Minuten verstaut. Dazu servierte Al gedünstetes Gemüse: eine  Mischkulanz aus Zwiebeln, Knoblauch, Kapern, sazligen Zitronenschalen, süßen eingelegten Pfefferoni sowie Korinader. In Öl gedünstetes und mit Butter gepimpt eine sensationelle Beilage.

Im Endeffekt habe ich zwei Sachen wieder gelernt: gute Küche kommt mit wenigen frischen Zutaten aus. Und ich werde wohl auch in Zukunft nicht in bayerischen Seen tauchen gehen – mir fehlen die notwendigen Papiere dafür.

Aber ihr habt auch zwei Sachen gelernt: Al ist ein sensationeller, empfehlenswerter Koch – hier noch der Verweis auf eines seiner Kochbücher – und war leider ohne mich schnorcheln. Was wahrscheinlich auch besser war. Ich schnorchelte bizarres neuseeländisches Rauchbier.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s