Ein Food-Barcamp – wie viel Sex hat diese Idee?

Die Idee eines Barcamps zum Thema Food – als Universalbegriff für alles Ess-, Trink- und Likebare zu verstehen – verfolgt mich wie der tägliche Hunger. Es ist eine gewisse Idee wie ein bestimmter Geschmack auf der Zunge, ohne wirklich zu wissen in welche Richtung sich das Ganze entwickelt.

Das Buch ,Die Vermessung der Welt‚ von Daniel Kehlmann ist euch ein Begriff? Es handelt sich um zwei unterschiedliche agierende Wissenschaftler (Humboldt und Gauß), die forschen, auf Expeditionen gehen oder von zu Hause aus revolutionäre Gedanken ausformulieren. Und so geht es mir: meistens esse ich die Welt und ab und zu vermesse ich die essbare Welt und alle darin existierenden Vorstellungen und Ideen. Folglich handelt es sich um eine Ansammlung an Geschmacksideen, denen ich die folgenden Zeilen widme:

Im Endeffekt drehen sich unzählige Aspekte um diese einfache Sache: Essen und Trinken. Vielleicht – nein mit Sicherheit – auch um die Beschaffung, die Herkunft, die Herstellung und Verwertung von Essen und Trinken. 99 Prozent von uns haben schon mal (gedanklich) ein Lokal eröffnet oder sich als Bauer, Schnapsbrenner oder Sommelier versucht. Und wir alle reden darüber! Wir tauschen Rezepte, Ratschläge und Naturalien aus. Weil wir beruflich müssen, mit Freunden und Familie wollen, darüber bloggen oder dem Lokal ums Eck mit unserer Kritik die Kochmütze vor den Latz knallen.

Lebensmittel sind kein einfaches Gut und du kannst nie wissen, aus wie viel Eis dein Hackfleisch besteht. Oder doch?
Ja, du kannst dir die Gourmetkiste heute liefern lassen, dein Schwein persönlich kennenlernen, Restaurants up-popen lassen, dich nicht mit dem Kräuterschnaps aus Italien begnügen und Kaffeebohnen selbst scheißen.

Vieles hat sich mit dem Web 2.0 verändert: wie Leute zusammen kommen, sich austauschen, inspirieren und zusammenarbeiten. Im aktuellen Status ist ein Food- oder Spirituosenblog noch eine statische Aneinanderreihung von Geschmacksnoten und Rezeptzutaten, im nächsten Schritt entsteht daraus ein gemeinschaftliches Weincamp oder das Mittagessen auf dem Hauptplatz deiner Stadt. Nicht jede Kritik ist gut, aber Kritiken sind immer gut und bald ist auch die letzte Spelunke kartographiert.

100 Prozent aller Menschen konsumieren, 90 Prozent mehr oder weniger bewusst oder bewusstlos. Essen und Trinken verändert sich. Und es ist ein gemeinschaftlicher, gesellschaftlicher Prozess der Verselbstständigung an dem vielleicht 9 Prozent teilhaben. Und sicherlich 1 Prozent Interessierte organisieren sich, machen sich selbstständig und scheitern an den besten Vorstelllungen. Den anderen bleiben die NGOs, alternativ die Hochglanzmagazine und Hauben.

Lebensmittel und deren Verzehr sind Kultur und Kunst. Ob molekular oder die Rübe aus der Steinzeit als Mousse, viele Gedanken sind bekannte Wiederholungstäter, andere gefriergeschockt neu und schon wieder veraltet. Gleichzeitig sind sie die direkteste Befriedigung nach dem Sexualtrieb. Hauptsache das Glücksgefühl stellt sich ein.
Und wir versammeln uns grundsätzlich zum Essen und Trinken, um zu kommunizieren, soziale Kontakte zu knüpfen oder direkt zu vertiefen.

Dazu sind wir nicht grundsätzlich selbstbestimmt, weil uns Erziehung, Erfahrung und Wunschdenken in eine separate Konsumwelt pflügen. Oft gescholten aber unerlässlich sind all jene Marken/Hersteller/(System-)Gastronomen, die um Kunden – dank Social bald Fans und Markenbotschafter – rittern. Die Kommunikation von ‚Marken‘ schafft zusätzliche Bedürfnisse und wir bedürfen immer stärkerer Influencer zur Unterscheidung unserer Wünsche im Meer der Auswahl.  

Hinter dem allen steht mein Gedanke im Rahmen eines Food-Barcamps eine ‚Momentaufnahme des Essens und Trinkens‘ abzubilden und in die Zukunft zu blicken. Eine subtile, individuelle und unvollständige Vermessung der Welt. Doch wie soll der thematische Rahmen einer derartigen Veranstaltung aussehen, welches ‚Ziel‘ soll gesteckt werden?

Geht es rein um den Wissens- und Ideenaustausch oder wollen  wir neben Meinungen auch die Kochlöffel und Stirer schwingen? Ist ein Barcamp überhaupt die richtige Form, die verstanden und gelebt wird?

Und viel wichtiger!!! Wie lautet die thematische Klammer? Hier ein paar der Möglichkeiten:

– Lebensmittel, Essen & Trinken im individuellen Umfeld: Status Quo und Marschrichtung
– die Münchner Food & Beverage Szene: Klein- und Individualunternehmer tauschen sich aus
– Kommunikations- und Marketingmöglichkeiten von Start-Ups in Lebensmittel- und Lebensmenschenbereich
– München kocht, mixt, baut und setzt an: ein Rezepte- und Kochcamp zum verkosten und verkochen
– das Gastroideen-Barcamp (jeder hat 5 Minuten um seine Gastroidee zu präsentieren)
– Essen und Kommunikation: Aspekte der Kommunikation und sozialen Interaktion auf das Essen
Gedanken, Ideen und Initiativen zu Essen, Trinken & Genuss

Dieser Beitrag ist der erste Schritt und ich möchte meine Vorstellung – wohl eher ein Buffet an Ideen – gerne mit euch allen diskutieren, präzisieren und einreduzieren/aufgießen. Es würde mich freuen, wenn die Idee eine Food-Barcamps Realität wird. Das ist jetzt mal mein Hinweis, dass ich Hunger habe und es Zeit ist. Was meint ihr? Wer hätte Interesse an einem derartigen Projekt?

Visuelle Typen folgen bitte diesem Der folgende Link führt zu einer Präsentation mit zahlreichen Themen und Beispielen. Der Text am Anfang ist der gleiche – ansonsten einfach durchklicken., um sich von der Reichhaltigkeit der Themen zu delektieren: Here you go. Ich habe eine Mindmap für mich angelegt, in der ich in die Bereiche Essen/Trinken/Produzieren/Verkaufen/Kommunizieren/Sozialisieren unterteile und ein paar (willenlos ausgewählte) Beispiele verlinkt habe. Die Mindmap erhebt den Anspruch der vollkommenen Unvollständigkeit. Muss ja auch mal gesagt werden. Geht mir ja genauso. Sollte sich jemand an den Rechten für Videos und Bilder aufhängen, einfach einen Kommentar hinterlassen – es war in bester Absicht.

Ich freue mich über eure Kommentare, Anmerkungen, Anregungen, Kritiken und Unterstützungen. Wie und vor allem wo soll das gehen?
– Kommentare gerne hier
– oder per Mail an subversiv3[at]gmx[punkt]de
– oder via www.twitter.com/heimuuh
– oder Facebook/g+
Enthusiamus und Kritik finden immer ihren Weg!

So wie in diesem Polizeiauto:

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3 Gedanken zu “Ein Food-Barcamp – wie viel Sex hat diese Idee?

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