Der Mann des Jahres

Mein Kontakt mit Wäsche (aka Kleidung) war von Kindesbeinen an fremdbestimmt, in der Pubertät schambestimmt und hat sich auch in den  letzten Jahren eher durch blau ausgezeichnet. So bedeutete das Lesen  der aktuellen GQ – eines der letzten Männermagazine in Deutschland – so viel Vergnügen wie das Ausschneiden von Kötbuller-Gutscheinen aus dem IKEA-Katalog. Doch zwischen all den Anzeigen,  Mitteln gegen trockene Vorhaut und Gurkenmasken für Cabriofahrer versteckte sich auch ein Rezept. Ängstlich (Tonalität: Achtung, beim  Kochen kann es auch spritzen!!) zog der Crumble seine Zeilen und versteckte sich hinter einer Animation einer Speise.

In der gleichen Ausgabe wurde auch der Mann des Jahres gewählt. Nun und ich habe einige Erfahrung bei Schwanzvergleichen: sie benötigen einen feinen Zwirn und die entsprechenden Salben, aber keinen Crumble. Der Mann egal welchen Jahres legt the Clash mit Untertiteln auf,

macht sich einen Chivas/Pastis als Aperitif und holt die Bohnen aus dem Kühlschrank, schneidet die Enden ab und kocht sie für ca. 10 Minuten in Salzwasser. Abgeschreckt in kaltem Wasser werden die Bohnen in flüssiger Butter geschwenkt, gesalzen, gepfeffert und mit Butterbrösel bestreut.

Dazu serviert der der Mann des Jahres – mittlerweile noch mit Unterhose und einem Korkenzieher bekleidet – eine Flasche Rotwein und zwei (blutige) Steaks.  Im Anschluss nimmt er die Auszeichnung GQ Mann des Jahres entgegen, versucht damit seine Frau zu bezirzen, scheitert, verschenkt die GQ an den Empfangschef vom Lidl-Parkplatz und zieht die Vorhänge zu.

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