Schlepptakulär

In der heutigen Zeit voller Titten, Ärsche, Beine, Ficken und anderer Lustbarkeiten, scheint es durchaus konstruktiv auch das Thema Schwanz in seinem Food-Blog aufzugreifen. Besonders um die Clickrates zu steigern und einen auf dicke Hose zu machen.

Nein, denn Ochsenschwanz hatte er schon lange im Auge. Zwischen all den Steaks und Würsten, war der Ochsenschwanz – auch Ochsenschlepp in Österreich genannt – der Körperteil der Fleischgesellschaft an dem Multikulti gescheitert war. Er passte nicht dazu und wurde auch kaum gekauft.

Seit seiner Anstellung und fünf Lehrjahren in der Gamlitzer Weinstube in Graz kannte er sich mit Innereien, Füßen, Hufen und Köpfen aus. Auch was die Gesichter von Touristen betrifft, die nach dem Genuss Schnaps orderten. Ob Wangerl, Klachel oder Magen, er hatte in einem halben Jahrzehnt seine Harnsäure auch unter Einmischung von Schilcher durchgehend zum Blutwerte-Meistertitel geführt.

Mise en Place: Ein Achterl Rot, viel Gemüse und der größte Pimp aller Zeiten einen angemessen Takt

Karotten, Petersielenwurzel und Sellerie in Maßen grobwürfelig geschnitten türmte sich zu farbigen Haufen auf. Nach fünf Minuten des Auspackens und Bestaunens setzte er dem Herd den Bräter auf und heizte ein. Die Ochsenschleppeteile brieten als Erste beidseitig an und machten dann dem Gemüse Platz. Dieses bruzelten die beiden an, stießen an und fügten Tomatenmark und die Gewürze bei: Salz, Pfeffer, Piment de Cayenne, ein Zweig Rosmarin und zwei Mal Thymian sowie zwei Blätter Lorbeer. Das gewürzte Gemüse bezog ein Bad in einem halben Liter Rotwein und einem Liter Fleischbrühe. Ochsenschwanz hinein, Deckel rauf und 2 bis 2 ½ Stunden kochen lassen, bis das Fleisch weich ist. Bei Bedarf die Chause mit Brühe aufgießen und überlegen, wie die Sättigungsbeilage aussehen könnte. Dazu wusch er 250 Gramm Kartoffeln und schnitt diese in kleine Würfel, ebenso wie zwei Fenchel-Knollen. Butterschmalz in eine beschichtete Pfanne und ab ging die Post. Zuerst scharf anbraten und dann unter wenden langsam dahin schmoren lassen und mit Salz, Pfeffer, Rosmarin und Chili feiern. Bei Weichheit des Fleisches, dieses heraushaben und die Sauce durch ein feines Tuch passieren. Verfeinerungsformen finden sich auch in diesem wunderschönen Beitrag auf Zeit Online von Jürgen Koch.

Ein schlepptakuläres Essen lag auf den Tellern und er hatte einen fleischlichen wie geschmacklichen Befreiungsschlag gelandet und sah glücklich zu ihr hinüber und dachte bereits an Osso Buco und das Porkcamp, für das er sich mittlerweile angemeldet hatte. Doch erst Mal ein Körperteil nach dem anderen.

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