Quo vadis mit Blätterteigtaschen

Eigentlich wollte er das Bild nicht kommentieren, vor allem nachdem er das letzte Beef! für richtige Männer wieder gelesen hatte. In einem Anfall von Wahn hatte er sich in einer Bahnfahrt von Prag nach Hause hinreißen lassen, das aufzuschreiben, was er schon immer kulinarisch machen mochte. Doch wo das Blatt endete, endeten noch lange nicht seine Vorstellungen, besonders, wenn es um Cocktails mit „Entenfond“ ging. Doch wo andere ganze Tiere räucherten oder Kräuter aus der Wildnis ansetzen, verfolgte er noch kleine kulinarische Ziele und faltete Blätterteige.

Zur Untermalung der Situation nahm Kool Savas seine Gesangsblätter heraus und stimmte den besten Tag seines Lebens an.

Für die vegetarischen Blätterteigtaschen holte er das ABC der Vitaminschule aus dem Gemüsecenter und schnitt Karotten, Kohl, Kohlrabi, Zwiebel, Knoblauch, Fenchel und Rüben in Streifen oder in längsähnliche Formen und schlag mit der Bratpfanne zu. Butterschmalz erhitzt, das Gemüse kurz und scharf angebraten, ein wenig gehackten Ingwer hinzugefügt und mit Salz, Pfeffer, Piment de Cayenne und Basilikum abgeschmeckt. Währenddessen entrollte sie den fertigen Blätterteig und hieb ihn in Dreiecke. In der Mitte wurde das Gemüse gesetzt und zu einem geschmacklichen Scheiterhaufen getürmt. Zwei Eier in eine Tasse geschlagen ergaben den Kleister, der ohne Meister Pinsel – nicht vorhanden und auf die Weihnachtsgeschenkeliste geschrieben – auf die Faltflächen in Randlage mit den Fingern gemalt wurde. Auch das Falten klappte nach Wunsch, wenn auch die geometrische Ausrichtung das kommende Mal einer näheren Betrachtung unterzogen werden sollte. Das verbleibende Eigemix bedeckte die Taschen und sah sich in angenehmer Freundschaft zur Hitze im Backofen wieder. Nach ca. 25 Minuten und der Zubereitung eines grünen Salates mit einer Kernöl-Vinaigrette erhoben sich die Taschen zu einer majestätischen Komposition aus Teig und Gelb, wobei er Farbschlag weiterhin an schneebedeckte Alpenübergänge erinnerte.

Geschmacklich ein Hit vergossen die beiden eine Flasche Rotwein und erfreuten sich an einem kleinen kulinarischen Schritt, der als Leuchtfeuer am Horizont der Wünsche und Träume brannte. Dann ging er ins Bett und las als Betthupferl noch den aktuellsten Beitrag von http://das-gastronom.blogspot.com.

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