Amsterdam sehen und sterben

Er hatte 1000 Seiten gelitten und John Irving genau so wenig verstanden wie das Buch „Bis ich dich finde“. Er hatte den Empfehler des Buches in die Hölle gewünscht, um ihn dort wieder herauszuholen und eine zu fotzen. Es nutze nichts, er wusste es , als er die letzte Seite gelesen hatte. Er würde wieder nach Amsterdam fahren.

Tättowiert war er reichlich, mit seinem Vater war er auch schon in Amsterdam gewesen und er hatte mit Sicherheit auch schon die Oude Kerk besucht. Folglich musste er nicht mehr hin und sie schon gar nicht.

Die Beine und Geleise trugen sie von Amsterdam bis nach Zandvoort und hielten sich mit lachenden Bäuchen den Gaumen voll. Im wunderschönen Fyra war Irving sicher noch nie gewesen und hatte weder die feine Klinge der Küche noch des Kellers voll Wein geschmeckt. Beide wobten ihr Wohlgefühl um den Gin Tonic in der Feijao Bar. Er hatte den dort die Bekanntschaft von Fever Tree Tonic gemacht, dass in seiner Geschmackskitzelei mit einem Tanqueray einen Songcontestsieg BP-Lochborcontest einging. Es war eine Bar in der mit rohen Eiern ebenso jongliert wurde wie mit holländischen Gassenhauern.  Oder so ähnlich.

Und wo John Irvings Romanheld Jausenbrote bekam, sonnten sich die beiden Biere an der Gracht und fingen Sandkörner mit Muscheln und Zähnen in Zandvoort auf. Eine Bretterbude mit Kamin wurde durch Zapfhähne zusammengehalten. Er hatte griechisches Bier verstanden und sie Pommes. Kriek Bier wird mit Kirschen angesetzt und Pommes mit Mayonnaise. Der Ausflug voll Tüten mit Socken trug die beiden in den Bazar, eine Moschee des Essens, ein Mekka arabischer Kochkunst mit einem Gral voller unfähiger Bedienung.

So konnte es nur mehr einen abschließenden Grundkurs in Holländisch im Oosterling geben. Eine der letzten seiner Art: Eine Bar im alten Design, die gleichzeitig auch alle Produkte im Gassenverkauf ausgibt.

Amsterdam sehen und sterben hatten die beiden im Kopf, als sie dank einem isländischen Taliban die Rückfahrt von drei auf 13 Stunden verlängert hatten. Aber auch solche Wolken müssen sein und könnenein tiefes Klatschen des Beifalls für diese Stadt nicht verleisen.

Roter Faden durch Amsterdam: http://www.flickr.com/photos/34292741@N04/sets/72157623920787215/

John Irving hat übrigens ein neues Buch herausgebracht …

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Ein Gedanke zu “Amsterdam sehen und sterben

  1. Sollte der geneigte Leser fragen, warum er all diese Seiten gelesen hat. Weil er fast kein Buch weglegen kann und die 1.000 seiten dick genug schienen, den Freund damit zu verprügeln.

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