130 Jahre Erfahrung – Visionen 7.0 – das Finale

Der Schreiber dieses Blogs hatte die Freude, sich mit seinem Vater 14 Tage durch die steirische und grazer Gastronomie durchzukosten. Dies war einerseits der Versuch ins Guiness-Buch der Weltrekorde für den Verzehr von Frittatensuppe (Flädle oder Pfannkuchen für meine deutschen Homies) zu kommen, andererseits täglich zu bloggen und zu sehen, wie das so ist. An letzterem Anspruch bin ich zerbrochen (oder waren es doch die langen kalten Abende?), weshalb hier ein letzter Test geschrieben und ein Resümee gezogen wird.

Inhaltlich hat sich bei den Beiträgen auch eine Änderung ergeben: Die Musikempfehlungen stehen jetzt an der erster Stelle, damit man hören und lesen gleichzeitig kann. (Ja, ich bin ein Fuchs:)

Musikempfehlung: Mit diesem Liedgut sind die Tester durch die steirischen Zeitzonen gejag (Im Original die große Connie Francis, hier jemand anderer)t:

Für das Neujahressen wählte der Senior-Tester ein besonderes Lokal aus, das Restaurant im Romantik Parkhotel. Dieses hat sich als Neujahrsstammlokal etabliert und weißt sich besonders durch benutzerfreundliche Gerichte (Junior-Tester mit fast dreißig ist der jüngste Gast. Für die Stammklientel um die 80 wird alles weich- und weichergekocht. Folglich sind auch keine Steacks oder härtere Speisen als Butterschnitzel auf der Speisekarte) und oldschool Kellneruniformen aus (Tita von Teese und alle Uniformfetischisten hätten ihre Freude).

Als Entrée schmausten die Tester ein Kresseschaumsüppchen mit Lachscrouton und eine obligatorische Frittatensuppe.

parkhotel_kresseschaumsuppchenmitlachscrouton

Zur Hauptspeise wurden die Dritten-Zähne-Schnitzel aufgetischt: Für den Senior-Tester Jungschweinmedaillons im Briochemantel auf Rahmlinsen.

parkhotel_jungschweinmedaillonsimbriochmantelaufrahmlinsen 

Der Junior hatte sich für Jungkalbslende in/auf/unter/bei/durch Morchelsacue mit Butternudlen samt Gemüsevariation entschieden. Die Ausführung beider Speisen war exzellent, aber wie gesagt fehlte der Biss.

parkhotel_jungkalbslendeinmorchelsaucemitbutternudelnundgemuse1

Passend dazu wurde ein Vitaminfeuerwerk mit einer homäopathischen Portion Essig und Öl gereicht.

parkhotel_salat

Passend zum feinen Anlaß wurde wieder ein Dessert gezwickt. Der Senior-Tester erhielt (als Menu) ein nicht zu anspruchvoll zu kauendes Spumantemousse mit Mangosorbet.

parkhotel_champagnermoussemitmangosorbet

Der Sohnemann verging sich angesicht guter Neujahrsvorsätze an einer Tonne Obstsalat und überlebte die geballte Vitmanladung nur durch Einsatz von viel Kaffee.

parkhotel_obstsalat

Passende Getränke: Campari-Orange, Weißwein und Kaffee.

Auf der Kernölskala kommt es zu einer letzten Beurteilung von 7/10, das Service ist einfach eine Wucht.

Eine kurzes Resümee:

Ich werde keine weiteren Lokalkritiken aus Graz mehr posten, da diese zu weit in der Vergangenheit liegen und mehr langweilen als erquicken würden. Ich hätte noch eine Tonne an Fotos von Frittatensuppen und gemischten Salaten, aber genauso wie mit der Zeit nackte Brüste und Hintern auf Seite 7 von (österreichischen und deutschen) Zeitungen nicht mehr erquicken, so verlieren auch Frittaten und Salatblätter ihren Sexappeal.

Hervorheben möchte ich trotzdem noch das Gasthaus DiGallo, es ist unbedingt besuchenswert. Hier wurden Hirschschnitzel mit Rahmspätzel, Brokkoli und Zwetschgenröster verspeist:

digallo_hirschschnitzelmitrahmspatzle_brokkoli_zwetschgenrostermitorange

Ebenfalls ans Herz und an die Zunge lege ich das Gasthaus Martinelli auf der Leber (Siehe  Bericht einige Visionen zuvor) und den Schmiedwirt in Andritz (nicht von den Fotos auf der Homepage irritieren lassen. Diese Leute sind überaus freundlich und verstehen ihr Handwerk:). Beim Sepp im Gasthaus Martinelli bitte nicht nach der Speisekarte fragen, sondern einfach ein Pariserschnitzel nehmen:

leber2_pariser 

Bei Roberts Küche im Schmiedwirt schmeckt es einfach. Beispielsweise der Pangasius in Knoblauchpanade auf Rahmnudeln:

schmidt_pangasius

Verabschieden werden sich die beiden Tester vom kulinarsichen Todesstern müssen. Karl-Heinz sperrt aus Alters- und Erfolgsgründen das Alt-Wien zu Ostern zu. Ich werde den Chaossturmtruppen, den kulinarischen Entgleisungen, den bizarren Stammgästen und der andersartigen Einrichtungsphilosophie noch eine Träne hinterherweinen. Zum Abschied noch eine Fotoshommage:

altwien3_szegediner_ht

Mein letztes Szegedinergulasch.

altwien3_salatbuffet

Das einzigartige Salatbuffet aus Fertigfrüchten.

altwien3_raum

Die Räumlichkeiten, die in den 60ern stehengeblieben sind.

Kurz gesagt, es hat mehr als Spaß gemacht, wir haben Wetter, Wind, kulinarischer Un/Fähigkeit und geschlossenen Türen getrotzt. Wir hielten uns an keine Verkehrregeln und Tischsitten. Da der Seniortester sich des öfteren fragte, was eine Digitalkamera in seinem Essen zu suchen hat, er aber kein Internet besitzt und der Junior ihm den Sinn eines Bogs schwer begreiflich machen konnte, werden hiermit die kulinarischen Visionen von 130 Jahren abgeschlossen und per Post nach Graz geschickt. Ich verspreche etwaige Anmerkungen vom Senior-Tester noch nachzureichen. Und wie ich ihn kenne, wird es einiges geben.

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