Gespeichert unter: 30 Minuten | Schlagworte: Abend, Öl, Chili, Cognac, dreißig, Einkaufsliste, Fake, Faschiertes, Hackfleisch, Karotten, Kräutern, Lasagne, Pasta, Pfeffer, Pfiatgottlackerl, Pfiatgottlackerls, Salz, Schalotten, Spaghetti, Stromae, Tomatenmark, Tomatenstücke, Wein, Welt
Er hatte die Welt gesehen, war tätowiert und über dreißig. Sie auch. Beide hatten schon viel erlebt, gelebt und geliebt. Dennoch gab es noch diesen einen offenen Punkt: Sie hatten noch nie Lasagne gekocht. Sie kauften streng nach den Regeln des Rezeptes und der Einkaufsliste ein und packten lieber noch 100 g oben auf. Sie hatten nichts dem Zufall überlassen, bis auf den Abend vor dem großen Abend. Dieser war von großer Freude gesegnet und endet weinselig mit der Eröffnung des Weines für die Lasagne. So versuchten die beiden sich am nächsten Tag im Suchen des Pfiatgottlackerls vulgo Noagerl in der Flasche und in der Vorstellung der Mahlzeit. Zeit wurde es und die Zeitangabe auf dem Rezept verhieß kaum Gutes: ca. 2 Stunden.
Die Pasta in heißem Salzwasser bis zum Punkt der Bißfestigkeit kochen. Währenddessen den Kühlschrank ausleeren und den Inhalten kleinschneiden. Schalotten, Chili und Karotten in Öl scharf anbraten, das Hackfleisch vulgo Faschiertes hinzugeben und verbraten. Die Combo mit Tomatenstücken aus der Dose übergießen, Tomatenmark hinzugeben und fest umrühren. Einen Schuss Wein oder Cognac verschneiden, mit Salz, Pfeffer und Kräutern würzen und abschmecken. Das Ensemble einkochen lassen, die Pasta in Teller füllen und die Sauce darüber ausbreiten.
Man muss aus keinem Ei ein Ei machen dachte er sich und streute Parmesan über die gemeinsame Lasgagen al Fake. Sie waren beide happy, hatten innerhalb von 35 Minuten gekocht und konnten weiter von der eigenen Lasagne träumen. Genau wie von Kuchen, Torten oder dem eigenen Brot.
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Butterschmalz, Chillishoten, Honig, Jungbullensteaks, Karotten, Knoblauch, Knoblauchzehen, Marinade, Pak Choi, Pfeffer, Pinienkerne, Salz, Schalotten, Schwarzthoughts, Senf, Zitronensaft, Zucker
Was sollen wir damit machen? fragte er. Sie sagte Nimm es einfach! und der chinesische Verkäufer erging sich zum vierten Mal in Ja gut kochen, in Suppe, Hauptspeise und Beilage. Beide hatten an diesem verregneten Oktobersamstag die Erfahrung der Führung der Touristen durch die Innenstadt gemacht, auf der Suche nach Handy und Whisky in die Augen des Konsums geschaut und in Weihnachtsgeschenken gedacht. So ging es nun auf ihre Empfehlung in das neuentdeckte Kaufhaus mit dem Asialaden und weiteren Lebensmittelgeschäften. Insgesamt verbrachten sie drei Stunden und wühlten sich durch potenz- und sehkraftsteigernde Gewürze, Gemüse, Kräuter und Gefahren. Danach hatten sie Einkaufstüten voll und Sinne überflutet.
Die Karotten gestreift (in Streifen geschnitten) blanchieren. Währenddessen eine Marinade aus Zitronensaft, Honig, Zucker, Salz, Pfeffer, Senf und Knoblauch anrühren. Die lauwarmen (nach dem Blanchieren kalt abspritzen) Karotten darin versenken. Die Jungbullensteaks in heißem Butterschmalz beidseitig anbraten, ungeschälte Knoblauchzehen als Komparsen für die Pfanne anheuern, einen Rosmarinzweig als Funktionär des Geschmacks addieren und heftig salzen und pfeffern. Steaks und Freunde nach drei Minuten aus der Pfanne auf ein Bett aus Aluminium und Zitronenscheiben mit Chillishoten betten und für ca. 8 Minuten in den vorgeheizten Herd. In einem synchronisiertem Schritt erhitzen die beiden zwei Platten, ließen Zucker in einem Topf karamellisieren und fügten vorab geschälte Schalotten hinzu um in der Pfanne des Fleisches kleingeschnittene Schalotten mit Pinienkernen anzurösten. In diese fiel der Pak Choi – vorab gewaschen und geteilt – würde angedünstet und von Gemüsebrühe abgelöscht.
In einem Akt der Maßlosigkeit wurden die Karotten mit dem Pak Choi Gemüse (nachdem die Brühe einreduziert war), den auf Zucker tanzenden Schalotten mit dem Jungenbullensteaks angerichtet. Dazu tranken die beiden Bier und freuten sich der Tatsache den Moment des What The Fuck im Laden mit kulinarischen Mitteln und der Googlesuche besiegt zu haben. Schmeckt es? fragte er und sie nickte.
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Alufolie, Bier, Chilli, Eier, Essig, Essiggurkerl, Fiakergulasch, Frankfurter, Gnu, Gulasch, Gulaschfleisch, Kalb, Käferbohnen, Käferbohnensalat, Kürbiskernöl, Kernöl, Klarsichtfolie, Knoblauch, Kurt Sowinetz, Milch, Muskat, Paprikapulver, Petersilie, Pfeffer, Pferd, Rindssuppe, Salz, Schilcher, Schnaps, Schwein, Serviettenknödel, Sonnenblumenöl, Speck, Spiegeleier, Toastbrotscheiben, Topf, Weststeiermark, Whisky, Wienerle, Zwiebel
Im beruflichen Kleinteam spielen sich die größten Dramen und besten Komödien ab. Grundsätzlich sollte man berufliches und privates trennen; da das Leben allerdings keine Trennkost ist, fand sich mein berufliches Umfeld bereits zu diversen lukullischen Genüssen zusammen. Nach Raclette, BBQ, Thaicurry und tschechischen Antipasti, eingelegt in Becherovka, ging es nun daran österreichisch zu bewirten.
Das Menü bestand aus Käferbohnensalat mit Kürbiskernöl und einem Fiakergulasch. Zur musikalischen Untermalung bietet sich ein österreichischer Klassiker von Kurt Sowinetz an:
Sollten die Käferbohnen getrocknet sein, diese für 24 Stunden in Wasser einlegen und dann in Salzwasser kochen, bis diese bissfest sind. Die Käferbohnen mit Essig und reichlich Kernöl abmachen, Zwiebel und Knoblauch addieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Am besten als Vorspeise servieren.
Für das Gulasch schneide man – wie in diesem Fall für acht Personen – zwei Kilo Zwiebel klein, bis die Augen leuchten wie Bremslichter. Man nehme die gleiche Menge Gulaschfleisch (egal ob Schwein, Kalb, Pferd oder Gnu, Hauptsache eine Sorte wegen der Kochzeit), tupfe sie trocken oder auch nicht und brate die in Würfel geschnittenen Stücke in reichlich Sonnenblumenöl in einem großen Topf an. Nach erfolgreicher Bräunung der Fleischstücke auf zumindest drei Seiten, werden diese zum chillen beiseite gelegt und die geschnittenen Zwiebeln nehmen ihren Platz im Topf ein. Die Zwiebel glasig dünsten, mit Paprikapulver, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Chilli und geriebenen Kümmel in ausreichender Menge bekannt machen. Wie gesagt, hier wird für acht Personen groß aufgekocht, weshalb auch mit den Zutaten nicht zu sparen ist. Das Fleisch wieder zuführen und dann dünsten lassen, bis sich alles in Wohlgefallen und Gulasch zersetzt. Alternativ kann man auch noch ca. 1 Liter Rindssuppe ins Spiel nehmen und die Komposition ausdünnen. Dann wird es eher zu einer Suppe, wie in meinem Fall.
In der Zwischenzeit hat man sich schon dem nächsten Bestandteil gewidmet: dem Serviettenknödel. Dazu eine Packung Toastbrotscheiben von der Rinde befreien und mit ca. 0,5 Liter warmer Milch für ca. 30 Minuten ruhen lassen. Gehackte Petersilie, Eier (ungefähr vier Stück), Salz, Pfeffer, Speck (bei Bedarf) und xxx einrühren und die ganze Masse zu einem Fest für die Finger werden lassen. Auf einer Klarsichtfolie wird der Patz dann zu einer Wurst aufgereiht – wer auch immer Zigaretten gedreht hat, ist hier von Vorteil – und an den Enden verschlossen. Darüber kommt noch eine Schicht Alufolie. Wem dies zu alternativ ist, kann den konservativen Weg nehmen und eine Serviette/Geschirrhangerl hernehmen. Das Kunstwerk in heißem Wasser für ca. 25 Minuten kochen bis die Konsistenz vom Halbflüssigen ins Feste übergegangen ist. Da ich diesen Moment nie erreicht habe, wurde in dieser Hinsicht von mir geschummelt: ich habe die Verpackung einfach aufgerissen und aus der langen Wurst kleine Knödeltaler geformt, die ich abgebraten serviert habe.
Als weitere Beilage zum Fiakergulasch werden Wienerle/Frankfurter, Spiegeleier und Essiggurkerl gereicht. All dies macht ein herrliches Fiakergulasch aus. Wichtig ist, die Gurkerl aufzufächert. Dazu mache man aus einem zwei und schneide die Hälften in kleinen Abständen ein ohne sie ganz durchzusägen. Dann mit der flachen Hand aufdrücken und fächern.
Passende Getränke: zur Vorspeise ein herrlicher Schilcher aus der Weststeiermark, zur Hauptspeise irgendein Bier, Hauptsache Bier und zum nicht vorhanden Dessert ein Schnaps oder Whisky zur Verdauung.
Dies war mein erstes Gulasch und einige Punkte sind festzuhalten:
- beim Zwiebelschneiden kann man irgendwann nicht mehr weinen
- dafür riecht man auch noch Tage danach nach Zwiebeln
- nimm lieber zwei mittlere Töpfe, als einen großen, in dem du nie mehr umrühren kannst
- addiere nur Suppe wenn du Suppe willst
- Knödel muss ich noch üben
- Ich habe noch immer nicht die Unkosten verrechnet
- ja Lukas, man kann auch ein Pferd hineinschneiden; nur woher kriegen ist die Frage
- ja ModeZampano, die Fotos sind noch immer Schrott
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Amy Winehouse, Brokkoli, Creme Fraiche, Garnelen, Kräuter, Olivenöl, Orange, Otternasen, Pfeffer, Salat, Salz, Schinken, Speckwürfel, Zwiebel
Die kulinarische Vielfältig in der trauten Zweisamkeit ist unendlich. Dies liegt an der Freude beim Einkauf von Madame und meiner beim Mixen aller erdenklicher Zutaten.
Passende Untermalung für den kulinarischen romantischen Abendklassiker ist Amy Winehouse:
Kleingehackte Zwiebel und Schinkenstreifen (auch gerne Garnelen, Speckwürfel oder Otternasen) in Olivenöl andünsten, mit Crème Fraiche ablöschen, salzen, pfeffern und weitere lustige Kräuter die zur Verfügung stehen untermixen. Brokkoliröschen – vorher im heißen Wasser für eine Minute blanchiert – unterrühren sowie gekochte Nudeln additieren. Die Kombo miteinander bekannt machen und anrichten. Käse drüber und mit einem Augustiner verschlingen.
Passen dazu einen grünen Salat mit Orangen reichen. Das Dressing bleibt Geschmackssache – in diesem Fall Kürbiskernöl – ebenso wie die Tatsache, dass man noch Nüsse oder Gorgonzala additieren könnte.
Easy come, easy go. Am beste während des Kochvorgangs gleich noch den Spülvorgang integrieren und man braucht sich in der Früh für keinen Scheiß genieren.
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Bandnudeln, Chillipulver, Cypress Hill, Kartoffel-Gurken-Salat, Kümmel, Knoblauch, Lyoner, Modezar, Paprikapulver, Paprizieren, Petersilie, Pfeffer, Polnische, Salz, Schinken, Schinkenfleckerl, Speck, Vodka-Orange
Reichhaltiges Material für meinen Food-Blog liefern mir meine Freunde. Interessanterweise muss ich zugeben, dass ich keinen Freund schimpfe, der nicht auch gerne isst. Folglich ist es immer wieder ein wunderschöner kulinarischer und bereichernder Austausch. Entweder bei unseren regelmäßigen Weinabenden – sorry, aber schwäbischer Wein hat auch am 4ten Abend noch nicht überzeugt –
oder bei richtigen Gelagen in Kompaniegröße.
Passende aufhetzende Musik, da es sich um reichlich Mise-en-Place handelt und der Modezar unterstützend eingriff: Cypress Hill
Bei größeren Runden zahlt es sich aus drei Fragen zu stellen:
1/ Ist ein Vegetarier/Allergiker dabei?
2/ Will ich meine ganze Küche verwüsten?
3/ Kann ich die Speise überhaupt für mehrer Personen zubereiten?
Rücksicht ist nur fair und macht den Abend auch schönes („Was da ist Ananas drinnen? Aber ich bin …). Das Küchenproblem stresst mich am Wochenende nicht, da Abwasch in sich meditativ ist, unter der Woche sehr wohl. Zu Punkt 3 kann ich folgende Geschichte anmerken. Das Gericht „Überbackene Lammkrone in Balsamicozwieberljus mit Polenta-Spinat-Turm“ klingt geil, braucht aber eine komplette Küchenbesatzung zum Anrichten. Obwohl mich damals in der Küche der Wahnsinn gepackt hat, konnte ich dennoch nicht die 7 Essen gleichzeitig & warm hinausbringen.
Folglich haben wir uns für den Abschied des Modezaren nach NY (keine Angst: nur Business, Liebe und Leben) für die „SCHINKENFLECKERL DELUXE“ entschieden. Man beginnt einen derartige Veranstaltung am Besten mit einem Vodka-Orange und überlege reichlich, was man machen oder nicht machen will.
Im Anschluss lasse man sich im Supermarkt an der Wursttheke von der/m VerkäuferIn seiner Wahl verwöhnen (Ich würde noch gerne das und das kosten!). Im Endeffekt greife man bei 8 Personen zu ca. 1 Kilo gemischter Wurst (Schinken, Polnische, Lyoner, Speck etc.), je nach den Gästen zu 2 Kilo Bandnudeln. Nudeln kochen, die geschnittene Wurst in einem Topf mit Zwiebel anbraten, Nudeln beimengen, mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Knoblauch abschmecken. Wichtig ist der Schritt des Paprizierens, der Vermählung der Nudeln mit dem Paprika- und Chillipulver. Reichlich davon Gebrauch machen! Vor dem Servieren noch klein gehackte Petersilie unterheben.
Vielleicht ist folgende Lektion noch von Interesse: auch wenn man einen schön großen Kochtopf zu Hause hat, wo alles reinpasst, lieber in kleineren Portionen kochen, da sich so alle Zutaten besser durchmischen.
Immerhin erhebe ich gerad irgendeinen kulinarischen Anspruch und nicht den einer Militärküche mit Gulaschkanone.
Als Starter wurde ein Kartoffel-Gurken-Salat serviert. Kartoffeln mit Gurken vereinen (die ersten gekocht und geschnitten, letztere nur geschnitten) und mit einer Marinade aus Kernöl, Essig, Senf, Salz und Pfeffer krönen.
Passende Getränke für solche Veranstaltungen: alles was nicht bei 3 auf einem Baum sitzt!
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Bio-Zitronenzeste, Frankfurter, Himbeersirup, Kohlblätter, Kohlgemüse, Mano Negra, Milch, Pfeffer, Rosinen, Salz, Schwägerin, Topfenpalatschinken, Waage, Wienerle, Zucker
Glücklicherweise steht die Regelmäßig meiner Blogeinträge in keinem natürlichen Verhältnis zu meiner Nahrungsaufnahme. Ganz im Gegenteil, wie ich am Wochenende im brüderlichen Badezimmer von der Waage mitgeteilt bekommen habe. Nach einer intensiven selbstreflektorischen Phase, warum mir eine Neun, eine Zwei und eine Acht entgegenleuchteten habe ich folgende Vorschläge für den werten Leser. Einer der Gründe sind die exzellenten Essen meiner Schwägerin. Zur musikalischen Untermalung nehme man Mano Negra
um eine Vorstellung der Lebhaftigkeit ihrer Küche zu bekommen.
Für das Kohlgemüse, wasche und schneide man Kohlblätter in Streifen. Diese dünstet man vorsichtig bei niedriger Temperatur, genauso vorsichtig, wie man mit Salz und Pfeffer würzt und genauso wenig, wie man Mehl diesem Gericht beifügt. So bleibt der Kohl schön bissfest und man erhält keine pampige Einheitsgeschmacksoße. Für die Frankfurter (ja geneigter Leser, so heißen Wienerle in Österreich – wobei ich aber sehr gerne den Begriff Wienerle benutze) kaufe man Fleischer (auch so ein österreichisches Wort) Bio-Frankfurter und koche diese gemäß der Anleitung. Hiermit möchte ich allen fotografischen Kommentaren vorweg entgegnen: Ich bruzzle die Wienerle nicht indem ich sie fotografiere.
Für die Topfenpalatschinken (deutsche Übersetzung für gewisse sprachliche Gebiete: Quarkpfannkuchen) aus Topfen, Zucker, Rosinen und Bio-Zitronenzeste eine schmackhafte Mischung heranziehen. Den Palatschinkenteig aus Eiern, Mehl und Milch zimmern, Palatschinken formen, mit der Mischung füllen und im Backrohr zur Vollendung bringen.
Passendes Getränk: Himbeersirup.
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Öl, Backpapier, Buchstaben, Butterschmalz, Dessert, Eigelb, Entrée, Essig, Familienwochenende, Festspiele, Gewürze, Hühnersuppen-ABC, heißen Pfanne, Kaffee, Karotten, Kartoffel, Kernöl, Kichererbsen, Kichererbsensalat, Kreppapier, Mehl, Pariser Schnitzerl, Pfeffer, Rosinen, Salz, Salzburg, Schlagobers, Schlemmertage, steif geschlagenenes Eiklar, Stiegl Bier, Suppenwürfel, Tüte, Tee, Topfen, Topfenstrudel, Vanillezucker, verquirteln Eiern, Zucker
Familienwochenenden sind die reinsten Schlemmertage. Dies liegt an der Tatsache, dass meine Schwägerin ausgezeichnet kocht und mein Vater überhaupt nicht. Folglich biegen sich im heimatlichen Hafen der Tisch immer unter den besten Speisen und mein Vater besorgt die Auswärtsspiele in ausgewählten Lokalen.
Nachdem meine Schwägerin von einer Grippe niedergestreckt wurde und der Skitag der restlichen Familienmitglieder aufgrund meiner schwachbrüstigen Konstitution, vor allem aber wegen meines steifen Halses ausfallen musste, kam es zu einer kulinarischen Familienfusion die in folgendem Menü gipfelte: „Hühnersuppen-ABC“ als Entrée, „Pariser Schnitzerl an der Kartoffel“ als Hauptgang und „Topfenstrudel“ als Dessert.
Passende Musik (von meiner kochenden Nichte A. gewählt):
Nachdem sich mein Brüderchen ritterlich in den österreichischen Einkaufsdschungel geworfen hatte, meine Schwägerin bereits die Hühnersuppe aufgesetzt, ich meinen ersten Guten-Morgen-Sonnenschein-Kaffee vertilgt hatte, ergriff meine Nichte das Zepter:
Für das Hühnersuppen-ABC Hühnerfleisch mit variablem Gemüse kochen, Gewürze beifügen (der Einfachheit halber kann es gleich ein Suppenwürfel sein). Fleisch und Gemüse abseien, gekochte Karotten schneiden, mit ausgewählten Buchstaben aus der Tüte vermengen und als Entrée servieren.
Für das Pariser eine Dreikampfarena aus Backpapier mit Mehl, verquirteln Eiern und einer heißen Pfanne Butterschmalz (oder Öl) aufbauen.
Mit einer Hand die gesalzenen und an der Seite eingeschnittenen (Puten-/Kalbs-/Schweins-)schnitzerl beidseitig mit Mehl bestäuben, dann im Eibad versenken und mit der „Eibad-Hand“ ins heiße Öl bugsieren. Dort in Ruhe chillen lassen, wenden und nach getaner Perfomance auf Kreppapier abtropfen lassen. Die Schnitzel an Kartoffel (Zubereitungsart sei jedem überlassen; diese wurden gekocht und in Butter zerlassen) auf bunten Tellern anrichten und servieren.
Für die Nachspeise werden nach Angaben meiner Schwägerin (ich war nicht live dabei, da ich Kaffeesatz lesen musste) Topfen, Schlagobers, Eigelb, Zucker, Vanillezucker, Rosinen und steif geschlagenenes Eiklar (für die „Leichtigkeit“) vermixt. Für die genaue Dosierung frage ich bei Interesse gerne nach. Auf Grund der Freude der Viren an meiner Schwägerin, wurde eine Fertigteig gefüllt, mit Eigelb bepinselt und im Backrohr versenkt.
In einer „blauen Stunde“ – in Anspielung auf die blaue Tasse und die Dame, mit der ich diesen Begriff verbinde – den Strudel lauwarm verzehren und die Rosinen mit dem Vater teilen.
Passendes Getränk. Stiegl Bier (wer in Salzburg weilt, der sollte umbedingt das Museum besichtigen), Kaffee und für alle Kranken jegliche Sorten von Tees.
P.S.: Weiteres Highlight der Familienfeier war ein Kichererbsensalat. Kichererbsen im Optimalfall kochen und mit Salz, Pfeffer, Essig und Kernöl abmachen. Flasht total.
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Anti Blue Eyes, Auswärtsspiel, Bandnudeln, Dünsten, Eingeständnis, Fett, Frankreich, frau, Gemüse, Käse, Kohlsproßen, Lorbeer, Muskat, Pfeffer, Preiselbeer, Rezept, Roquefort, Rosenkohl, Salz, Sex Pistols, Suppenwürfel, Tafelwein, Taktik, Topf, Wohngemeinschaft, Zwiebel, Zwiebelrostbraten
Für einen Zwiebelrostbraten gibt es mehrere Herangehensweisen. Dies ist wie bei einer schönen Frau oder die Taktik bei einem Auswärtsspiel. Dieses Rezept ist ein „Über-die-Schulter-Gucker“ aus Frankreich, bei den Eltern einer Bekannten. Dort lernte ich viel über französische Trink- und Tischsitten und velor meinen Geruchssinn fast an einem Stück Roquefort, das zum besseren Reifen im Sommer auf dem Balkon in einer Plastikhülle gehalten wurde.
Die letzte Version (jedes Gericht wird lustigerweise anders; siehe Frauen und Auswärtsspiele) war eine Reminiszenz an meine Grazer Wohngemeinschaft mit „Anti Blue Eyes“ und dem „Verwirrten“. Einerseits standen uns über drei Jahre die Vorräte einer Fleischhauerei (mit Dank an Anti Blue Eyes Eltern) zur Verfügung, andererseits herrschte allgemeine Panik vor Gemüse. Deshalb gab es gerne Zweibelrostbraten, da die gemeine Landzwiebel ein Grenzgänger zwischen Gemüse und was-weiß-ich ist, Geschmacksträger ist und gut in Fett schwimmt.
Passende Musik (ab jetzt vorab) für drei Jahre voll Anarchie:
Schritt 1: Man kann nie genug Zwiebel und Knoblauch schälen.
Schritt 2: Rindfleisch im Ganzen (für Rostbraten) in Butterschmalz oder Öl auf beiden Seiten anbraten. Alles was verbrennt ergibt Geschmack.
Schritt 3: Den grob geschnittenen Zwiebel und die ganzen Knoblauchzehen in den großen Topf hinzufügen, nachdem man das Fleisch herausgehoben hat. Die Zwieblkombo auf voller Hitze eindunsten lassen, unter Hinzufügung von Salz und Pfeffer. Wenn sich das erste Mal am Topfboden eine dickere „angebrannte“ Schicht bildet, mit Weißwein aufgießen und Lorbeerblätter sowie Pfefferkörner nach Geschmack addieren. Die Kombo wieder einreduzieren lassen.
Schritt 3: Den Zaubertrick der Schnellmixerrindsuppe anwenden (für alle die das Bild nicht verstehen, gebe man zu den Suppenwürfeln noch Wasser dazu) und mit dieser, samt dem Fleisch, den Zwiebeln auf den Leib rücken. Den Topf bis unter den Deckel füllen, eine weitere Flasche Wein öffnen, sich setzen und den Rest ca. 1 1/2 Stunden kochen lassen. Wichtig ist, dass man ab und zu kostet und sich die Lippen verbrennt. Gutes Zeichen für ein Gelingen ist, wenn die Sauce immer dicker wird.
Schritt 4: Zur Beilagenwahl aufrufen. In unserem Fall sind es breiter Nudelnester, Rosenkohl/Kohlsproßen. Erstere nach der Packungsbeilage Kochen, letztere (wie in unserem Fall, da wir zu spät zum Einkauf kamen) tiefgekühlt auftauen und in Butter schwenken, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Schritt 5: Das Fleisch herausholen, aufschneiden und mit dem restlichen Klimbim (je nach Laune passen auch Spätzle, Reis, Brokkoli etc. dazu) anrichten und genießen. Dazu passt auch exzellent ein Preiselbeerkompott.
Passendes Getränk: Steirischer Weißwein in rauen Mengen, weshalb ich einen eigenen Weinblog aufmachen müsste, wollte ich darüber schreiben. Also am Besten selbst auswählen.
Mein Eingeständnis folgt zum Schluß: Ich habe zwar in Frankreich über die Schulter geschaut, mir aber nicht alles gemerkt. Folglich handelt es sich um eine Interpretation. In Frankreich wurden auch drei Liter roter Tafelwein dazu verzwickt und Brot als Beilage gereicht. Auch lasse ich meinen Käse nicht außerhalb des Külschranks reifen und ziehen,





































