Gespeichert unter: 30 Minuten | Schlagworte: Abend, Öl, Chili, Cognac, dreißig, Einkaufsliste, Fake, Faschiertes, Hackfleisch, Karotten, Kräutern, Lasagne, Pasta, Pfeffer, Pfiatgottlackerl, Pfiatgottlackerls, Salz, Schalotten, Spaghetti, Stromae, Tomatenmark, Tomatenstücke, Wein, Welt
Er hatte die Welt gesehen, war tätowiert und über dreißig. Sie auch. Beide hatten schon viel erlebt, gelebt und geliebt. Dennoch gab es noch diesen einen offenen Punkt: Sie hatten noch nie Lasagne gekocht. Sie kauften streng nach den Regeln des Rezeptes und der Einkaufsliste ein und packten lieber noch 100 g oben auf. Sie hatten nichts dem Zufall überlassen, bis auf den Abend vor dem großen Abend. Dieser war von großer Freude gesegnet und endet weinselig mit der Eröffnung des Weines für die Lasagne. So versuchten die beiden sich am nächsten Tag im Suchen des Pfiatgottlackerls vulgo Noagerl in der Flasche und in der Vorstellung der Mahlzeit. Zeit wurde es und die Zeitangabe auf dem Rezept verhieß kaum Gutes: ca. 2 Stunden.
Die Pasta in heißem Salzwasser bis zum Punkt der Bißfestigkeit kochen. Währenddessen den Kühlschrank ausleeren und den Inhalten kleinschneiden. Schalotten, Chili und Karotten in Öl scharf anbraten, das Hackfleisch vulgo Faschiertes hinzugeben und verbraten. Die Combo mit Tomatenstücken aus der Dose übergießen, Tomatenmark hinzugeben und fest umrühren. Einen Schuss Wein oder Cognac verschneiden, mit Salz, Pfeffer und Kräutern würzen und abschmecken. Das Ensemble einkochen lassen, die Pasta in Teller füllen und die Sauce darüber ausbreiten.
Man muss aus keinem Ei ein Ei machen dachte er sich und streute Parmesan über die gemeinsame Lasgagen al Fake. Sie waren beide happy, hatten innerhalb von 35 Minuten gekocht und konnten weiter von der eigenen Lasagne träumen. Genau wie von Kuchen, Torten oder dem eigenen Brot.
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Butterschmalz, Chillishoten, Honig, Jungbullensteaks, Karotten, Knoblauch, Knoblauchzehen, Marinade, Pak Choi, Pfeffer, Pinienkerne, Salz, Schalotten, Schwarzthoughts, Senf, Zitronensaft, Zucker
Was sollen wir damit machen? fragte er. Sie sagte Nimm es einfach! und der chinesische Verkäufer erging sich zum vierten Mal in Ja gut kochen, in Suppe, Hauptspeise und Beilage. Beide hatten an diesem verregneten Oktobersamstag die Erfahrung der Führung der Touristen durch die Innenstadt gemacht, auf der Suche nach Handy und Whisky in die Augen des Konsums geschaut und in Weihnachtsgeschenken gedacht. So ging es nun auf ihre Empfehlung in das neuentdeckte Kaufhaus mit dem Asialaden und weiteren Lebensmittelgeschäften. Insgesamt verbrachten sie drei Stunden und wühlten sich durch potenz- und sehkraftsteigernde Gewürze, Gemüse, Kräuter und Gefahren. Danach hatten sie Einkaufstüten voll und Sinne überflutet.
Die Karotten gestreift (in Streifen geschnitten) blanchieren. Währenddessen eine Marinade aus Zitronensaft, Honig, Zucker, Salz, Pfeffer, Senf und Knoblauch anrühren. Die lauwarmen (nach dem Blanchieren kalt abspritzen) Karotten darin versenken. Die Jungbullensteaks in heißem Butterschmalz beidseitig anbraten, ungeschälte Knoblauchzehen als Komparsen für die Pfanne anheuern, einen Rosmarinzweig als Funktionär des Geschmacks addieren und heftig salzen und pfeffern. Steaks und Freunde nach drei Minuten aus der Pfanne auf ein Bett aus Aluminium und Zitronenscheiben mit Chillishoten betten und für ca. 8 Minuten in den vorgeheizten Herd. In einem synchronisiertem Schritt erhitzen die beiden zwei Platten, ließen Zucker in einem Topf karamellisieren und fügten vorab geschälte Schalotten hinzu um in der Pfanne des Fleisches kleingeschnittene Schalotten mit Pinienkernen anzurösten. In diese fiel der Pak Choi – vorab gewaschen und geteilt – würde angedünstet und von Gemüsebrühe abgelöscht.
In einem Akt der Maßlosigkeit wurden die Karotten mit dem Pak Choi Gemüse (nachdem die Brühe einreduziert war), den auf Zucker tanzenden Schalotten mit dem Jungenbullensteaks angerichtet. Dazu tranken die beiden Bier und freuten sich der Tatsache den Moment des What The Fuck im Laden mit kulinarischen Mitteln und der Googlesuche besiegt zu haben. Schmeckt es? fragte er und sie nickte.
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Algenblätter, Asialaden, frau, Gurke, Karotten, Karstadt, Lachs, Misosuppe, Reis, Reisessig, Sesamsamen, Snap, Sojasauce, Sushi, Thunfisch, Wasabi, Wasabipaste
Was für uns spricht ist alles, was gegen uns spricht. So können auch die gemeinsamen Kochabende mit meiner Dame gewertet werden. Für uns spricht die kulinarische Komponente und das Hungergefühl, gegen mich sprechen 92, 8 Kilo auf der brüderlichen Anzeigentafel der Waage. Wir essen einfach zu gerne.
Passende Musik für das erste gemeinsame Gericht ist ein Kind der 90er aufgrund einer musikalischen Diskussionsrunde: Snap „Rythmn is a Dancer“
Für das Sushi folgende Sachen shoppen gehen: Karotten, Gurke, Fisch (Thunfisch, Lachs) Sesamsamen und aus dem Asialaden Reis, Reisessig, Wasabipaste, Algenblätter und Sojasauce. Im Fischgeschäft von Karstadt wurde ich freundlich gebeten nicht zu fotografieren. Dies passierte mir zum ersten Mal in Harlem in einem Supermarkt und das letzte Mal in einem Brautmodengeschäft in Linz. Bald starte ich meinen eigenen „Bitte-nicht-fotografieren-Blog“. Der einzige Grund, warum ich nicht fotografieren dürfte ist die Tatsache, dass das einzig scharfe an meiner Kamera ich bin. Die Zubereitung von Reis können und müssen andere erklären, da ich keinen Faux Pas begehen will. Wenn alles in längliche Stäbchen geschnitten ist wird gerollt. Teil 1 des Rollkommandos ist das Algenblatt, worauf der Reis (den oberen Rand freilassen) ca. 0,5 cm hoch hinaufgepappt wird. Wasabi nach Lust und Laune verteilen, längliches Gemüse und Fisch einstreuen und auf einer „Unterlage“ rollen. Das erinnert an Zigaretten und funktioniert genau gleich.
Für die „Inside Out“ Rolle, die Unterlage in Klarsichtfolie hüllen, das Algenblatt komplett mit Reis zukleistern, umdrehen, sodass die grüne Seite obenaufliegt, wie gehabt füllen und zum zweiten Teil des Rollkommandos werden.
Anschließend im Sesambad wälzen.
Schöne kulinarische und farbliche Mosaike entstehen duch dasAnrichten:
Passendes Getränk: Rotwein aus Italien für die Zweisamkeit. Vorab noch eine Miso-Suppe aus der Packung verspeisen. Nicht weil man nicht selber Algen und Tofu kochen könnte, sondern weil diese Asiashop-Fertigsuppen einfach bizarr anders geil sind.
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Öl, Backpapier, Buchstaben, Butterschmalz, Dessert, Eigelb, Entrée, Essig, Familienwochenende, Festspiele, Gewürze, Hühnersuppen-ABC, heißen Pfanne, Kaffee, Karotten, Kartoffel, Kernöl, Kichererbsen, Kichererbsensalat, Kreppapier, Mehl, Pariser Schnitzerl, Pfeffer, Rosinen, Salz, Salzburg, Schlagobers, Schlemmertage, steif geschlagenenes Eiklar, Stiegl Bier, Suppenwürfel, Tüte, Tee, Topfen, Topfenstrudel, Vanillezucker, verquirteln Eiern, Zucker
Familienwochenenden sind die reinsten Schlemmertage. Dies liegt an der Tatsache, dass meine Schwägerin ausgezeichnet kocht und mein Vater überhaupt nicht. Folglich biegen sich im heimatlichen Hafen der Tisch immer unter den besten Speisen und mein Vater besorgt die Auswärtsspiele in ausgewählten Lokalen.
Nachdem meine Schwägerin von einer Grippe niedergestreckt wurde und der Skitag der restlichen Familienmitglieder aufgrund meiner schwachbrüstigen Konstitution, vor allem aber wegen meines steifen Halses ausfallen musste, kam es zu einer kulinarischen Familienfusion die in folgendem Menü gipfelte: „Hühnersuppen-ABC“ als Entrée, „Pariser Schnitzerl an der Kartoffel“ als Hauptgang und „Topfenstrudel“ als Dessert.
Passende Musik (von meiner kochenden Nichte A. gewählt):
Nachdem sich mein Brüderchen ritterlich in den österreichischen Einkaufsdschungel geworfen hatte, meine Schwägerin bereits die Hühnersuppe aufgesetzt, ich meinen ersten Guten-Morgen-Sonnenschein-Kaffee vertilgt hatte, ergriff meine Nichte das Zepter:
Für das Hühnersuppen-ABC Hühnerfleisch mit variablem Gemüse kochen, Gewürze beifügen (der Einfachheit halber kann es gleich ein Suppenwürfel sein). Fleisch und Gemüse abseien, gekochte Karotten schneiden, mit ausgewählten Buchstaben aus der Tüte vermengen und als Entrée servieren.
Für das Pariser eine Dreikampfarena aus Backpapier mit Mehl, verquirteln Eiern und einer heißen Pfanne Butterschmalz (oder Öl) aufbauen.
Mit einer Hand die gesalzenen und an der Seite eingeschnittenen (Puten-/Kalbs-/Schweins-)schnitzerl beidseitig mit Mehl bestäuben, dann im Eibad versenken und mit der „Eibad-Hand“ ins heiße Öl bugsieren. Dort in Ruhe chillen lassen, wenden und nach getaner Perfomance auf Kreppapier abtropfen lassen. Die Schnitzel an Kartoffel (Zubereitungsart sei jedem überlassen; diese wurden gekocht und in Butter zerlassen) auf bunten Tellern anrichten und servieren.
Für die Nachspeise werden nach Angaben meiner Schwägerin (ich war nicht live dabei, da ich Kaffeesatz lesen musste) Topfen, Schlagobers, Eigelb, Zucker, Vanillezucker, Rosinen und steif geschlagenenes Eiklar (für die „Leichtigkeit“) vermixt. Für die genaue Dosierung frage ich bei Interesse gerne nach. Auf Grund der Freude der Viren an meiner Schwägerin, wurde eine Fertigteig gefüllt, mit Eigelb bepinselt und im Backrohr versenkt.
In einer „blauen Stunde“ – in Anspielung auf die blaue Tasse und die Dame, mit der ich diesen Begriff verbinde – den Strudel lauwarm verzehren und die Rosinen mit dem Vater teilen.
Passendes Getränk. Stiegl Bier (wer in Salzburg weilt, der sollte umbedingt das Museum besichtigen), Kaffee und für alle Kranken jegliche Sorten von Tees.
P.S.: Weiteres Highlight der Familienfeier war ein Kichererbsensalat. Kichererbsen im Optimalfall kochen und mit Salz, Pfeffer, Essig und Kernöl abmachen. Flasht total.















