Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Öl, Backpapier, Buchstaben, Butterschmalz, Dessert, Eigelb, Entrée, Essig, Familienwochenende, Festspiele, Gewürze, Hühnersuppen-ABC, heißen Pfanne, Kaffee, Karotten, Kartoffel, Kernöl, Kichererbsen, Kichererbsensalat, Kreppapier, Mehl, Pariser Schnitzerl, Pfeffer, Rosinen, Salz, Salzburg, Schlagobers, Schlemmertage, steif geschlagenenes Eiklar, Stiegl Bier, Suppenwürfel, Tüte, Tee, Topfen, Topfenstrudel, Vanillezucker, verquirteln Eiern, Zucker
Familienwochenenden sind die reinsten Schlemmertage. Dies liegt an der Tatsache, dass meine Schwägerin ausgezeichnet kocht und mein Vater überhaupt nicht. Folglich biegen sich im heimatlichen Hafen der Tisch immer unter den besten Speisen und mein Vater besorgt die Auswärtsspiele in ausgewählten Lokalen.
Nachdem meine Schwägerin von einer Grippe niedergestreckt wurde und der Skitag der restlichen Familienmitglieder aufgrund meiner schwachbrüstigen Konstitution, vor allem aber wegen meines steifen Halses ausfallen musste, kam es zu einer kulinarischen Familienfusion die in folgendem Menü gipfelte: „Hühnersuppen-ABC“ als Entrée, „Pariser Schnitzerl an der Kartoffel“ als Hauptgang und „Topfenstrudel“ als Dessert.
Passende Musik (von meiner kochenden Nichte A. gewählt):
Nachdem sich mein Brüderchen ritterlich in den österreichischen Einkaufsdschungel geworfen hatte, meine Schwägerin bereits die Hühnersuppe aufgesetzt, ich meinen ersten Guten-Morgen-Sonnenschein-Kaffee vertilgt hatte, ergriff meine Nichte das Zepter:
Für das Hühnersuppen-ABC Hühnerfleisch mit variablem Gemüse kochen, Gewürze beifügen (der Einfachheit halber kann es gleich ein Suppenwürfel sein). Fleisch und Gemüse abseien, gekochte Karotten schneiden, mit ausgewählten Buchstaben aus der Tüte vermengen und als Entrée servieren.
Für das Pariser eine Dreikampfarena aus Backpapier mit Mehl, verquirteln Eiern und einer heißen Pfanne Butterschmalz (oder Öl) aufbauen.
Mit einer Hand die gesalzenen und an der Seite eingeschnittenen (Puten-/Kalbs-/Schweins-)schnitzerl beidseitig mit Mehl bestäuben, dann im Eibad versenken und mit der „Eibad-Hand“ ins heiße Öl bugsieren. Dort in Ruhe chillen lassen, wenden und nach getaner Perfomance auf Kreppapier abtropfen lassen. Die Schnitzel an Kartoffel (Zubereitungsart sei jedem überlassen; diese wurden gekocht und in Butter zerlassen) auf bunten Tellern anrichten und servieren.
Für die Nachspeise werden nach Angaben meiner Schwägerin (ich war nicht live dabei, da ich Kaffeesatz lesen musste) Topfen, Schlagobers, Eigelb, Zucker, Vanillezucker, Rosinen und steif geschlagenenes Eiklar (für die „Leichtigkeit“) vermixt. Für die genaue Dosierung frage ich bei Interesse gerne nach. Auf Grund der Freude der Viren an meiner Schwägerin, wurde eine Fertigteig gefüllt, mit Eigelb bepinselt und im Backrohr versenkt.
In einer „blauen Stunde“ – in Anspielung auf die blaue Tasse und die Dame, mit der ich diesen Begriff verbinde – den Strudel lauwarm verzehren und die Rosinen mit dem Vater teilen.
Passendes Getränk. Stiegl Bier (wer in Salzburg weilt, der sollte umbedingt das Museum besichtigen), Kaffee und für alle Kranken jegliche Sorten von Tees.
P.S.: Weiteres Highlight der Familienfeier war ein Kichererbsensalat. Kichererbsen im Optimalfall kochen und mit Salz, Pfeffer, Essig und Kernöl abmachen. Flasht total.
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Alt Wien, Campari Orange, DiGallo, Hischshnitzel, Kaffee, Knoblauch, Leber, Martinelli, Pangagsius, Pariser, Salatbuffet, Schiedwirt, Weißwein, Zwetschgenröster
Der Schreiber dieses Blogs hatte die Freude, sich mit seinem Vater 14 Tage durch die steirische und grazer Gastronomie durchzukosten. Dies war einerseits der Versuch ins Guiness-Buch der Weltrekorde für den Verzehr von Frittatensuppe (Flädle oder Pfannkuchen für meine deutschen Homies) zu kommen, andererseits täglich zu bloggen und zu sehen, wie das so ist. An letzterem Anspruch bin ich zerbrochen (oder waren es doch die langen kalten Abende?), weshalb hier ein letzter Test geschrieben und ein Resümee gezogen wird.
Inhaltlich hat sich bei den Beiträgen auch eine Änderung ergeben: Die Musikempfehlungen stehen jetzt an der erster Stelle, damit man hören und lesen gleichzeitig kann. (Ja, ich bin ein Fuchs:)
Musikempfehlung: Mit diesem Liedgut sind die Tester durch die steirischen Zeitzonen gejag (Im Original die große Connie Francis, hier jemand anderer)t:
Für das Neujahressen wählte der Senior-Tester ein besonderes Lokal aus, das Restaurant im Romantik Parkhotel. Dieses hat sich als Neujahrsstammlokal etabliert und weißt sich besonders durch benutzerfreundliche Gerichte (Junior-Tester mit fast dreißig ist der jüngste Gast. Für die Stammklientel um die 80 wird alles weich- und weichergekocht. Folglich sind auch keine Steacks oder härtere Speisen als Butterschnitzel auf der Speisekarte) und oldschool Kellneruniformen aus (Tita von Teese und alle Uniformfetischisten hätten ihre Freude).
Als Entrée schmausten die Tester ein Kresseschaumsüppchen mit Lachscrouton und eine obligatorische Frittatensuppe.

Zur Hauptspeise wurden die Dritten-Zähne-Schnitzel aufgetischt: Für den Senior-Tester Jungschweinmedaillons im Briochemantel auf Rahmlinsen.
Der Junior hatte sich für Jungkalbslende in/auf/unter/bei/durch Morchelsacue mit Butternudlen samt Gemüsevariation entschieden. Die Ausführung beider Speisen war exzellent, aber wie gesagt fehlte der Biss.

Passend dazu wurde ein Vitaminfeuerwerk mit einer homäopathischen Portion Essig und Öl gereicht.

Passend zum feinen Anlaß wurde wieder ein Dessert gezwickt. Der Senior-Tester erhielt (als Menu) ein nicht zu anspruchvoll zu kauendes Spumantemousse mit Mangosorbet.

Der Sohnemann verging sich angesicht guter Neujahrsvorsätze an einer Tonne Obstsalat und überlebte die geballte Vitmanladung nur durch Einsatz von viel Kaffee.

Passende Getränke: Campari-Orange, Weißwein und Kaffee.
Auf der Kernölskala kommt es zu einer letzten Beurteilung von 7/10, das Service ist einfach eine Wucht.
Eine kurzes Resümee:
Ich werde keine weiteren Lokalkritiken aus Graz mehr posten, da diese zu weit in der Vergangenheit liegen und mehr langweilen als erquicken würden. Ich hätte noch eine Tonne an Fotos von Frittatensuppen und gemischten Salaten, aber genauso wie mit der Zeit nackte Brüste und Hintern auf Seite 7 von (österreichischen und deutschen) Zeitungen nicht mehr erquicken, so verlieren auch Frittaten und Salatblätter ihren Sexappeal.
Hervorheben möchte ich trotzdem noch das Gasthaus DiGallo, es ist unbedingt besuchenswert. Hier wurden Hirschschnitzel mit Rahmspätzel, Brokkoli und Zwetschgenröster verspeist:

Ebenfalls ans Herz und an die Zunge lege ich das Gasthaus Martinelli auf der Leber (Siehe Bericht einige Visionen zuvor) und den Schmiedwirt in Andritz (nicht von den Fotos auf der Homepage irritieren lassen. Diese Leute sind überaus freundlich und verstehen ihr Handwerk:). Beim Sepp im Gasthaus Martinelli bitte nicht nach der Speisekarte fragen, sondern einfach ein Pariserschnitzel nehmen:
Bei Roberts Küche im Schmiedwirt schmeckt es einfach. Beispielsweise der Pangasius in Knoblauchpanade auf Rahmnudeln:

Verabschieden werden sich die beiden Tester vom kulinarsichen Todesstern müssen. Karl-Heinz sperrt aus Alters- und Erfolgsgründen das Alt-Wien zu Ostern zu. Ich werde den Chaossturmtruppen, den kulinarischen Entgleisungen, den bizarren Stammgästen und der andersartigen Einrichtungsphilosophie noch eine Träne hinterherweinen. Zum Abschied noch eine Fotoshommage:

Mein letztes Szegedinergulasch.

Das einzigartige Salatbuffet aus Fertigfrüchten.

Die Räumlichkeiten, die in den 60ern stehengeblieben sind.
Kurz gesagt, es hat mehr als Spaß gemacht, wir haben Wetter, Wind, kulinarischer Un/Fähigkeit und geschlossenen Türen getrotzt. Wir hielten uns an keine Verkehrregeln und Tischsitten. Da der Seniortester sich des öfteren fragte, was eine Digitalkamera in seinem Essen zu suchen hat, er aber kein Internet besitzt und der Junior ihm den Sinn eines Bogs schwer begreiflich machen konnte, werden hiermit die kulinarischen Visionen von 130 Jahren abgeschlossen und per Post nach Graz geschickt. Ich verspreche etwaige Anmerkungen vom Senior-Tester noch nachzureichen. Und wie ich ihn kenne, wird es einiges geben.
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Grillteller, Hendlbrust, Kaffee, Kürbiskernöl, Kernöl, Kiamobile, Klapsch, Lippizaner, Parkplatz, Rahm, Salat, Schilcher, Schilcherrahmsuppe, STS, Wetsteiermark
26. Dezember, Ausflug in die Weststeiermark - Heimat des Schilchers, Kürbiskernöls und der österreichischen Lippizaner - um in Deutschlandsberg das Kiamobile der Testcrew zu entern. Mit dabei wieder einmal großer Hunger und die Erkenntnis, dass öffentliche Verkehrmittel nervtötend sind.
Im tiefwinterlichen Umfeld wurde das Kiamobile vor dem Gasthof Klapsch, vulgo Steinwand-Weber in mehreren Versuchen geparkt. Das Gasthaus Klapsch ist noch ein Vertreter der alten Sorte: ein Vorraum für Raucher und Spiegeltrinker, Sturm Graz und Bayern München Fans, ein riesiger kitschiger Speisesaal für Hochzeiten und Beerdigungen sowie Speisen, so groß, dass man ganze Dörfer in Afrika davon ernähren könnte.
Hatte ich schon bemäkelt, dass die Lieblingszutat des durchschnittlichen Deutschen Rahm ist – egal ob Vor-, Hauptspeise, Dessert, Früstück oder Kaffee – wurde die Theorie mit einer Schilcherrahmsuppe an diesem Tag als Vorspeise ad absurdum geführt. Rahmsuppen haben auch in der Steiermark eine virale Ausbreitung erfahren.

Zum Hauptgang speiste Tester sr. eine gegrillte Hendlbrust samt Reis und grünem Sslat. Wichtig für ein derartiges Landgasthaus ist die Dekoration und der Pfirsich (in memoriam des guten alten „Putenschnitzel Hawaii“):

Tester jr. attakierte den Grillteller, der folgende Bestandteile zusammentrommelte: Puten-, Schweins- und Rindschnitzerl, Wienerle (damit auch alle wissen, was ich meine, anbei das Foto), Speck, Chillischote, Pfirsich mit Preiselbeerfüllung, Kräuterbutter, ein Kilo Pommes und genausoviel Tiefkühlgemüse.

Das ganze ist handwerklich perfekt gemacht, wird aber in Dimensionen geliefert, als ob es sich um die letzte Mahlzeit vor dem Weltuntergang handelt. Nach einem leckeren Landkaffee und dem Austausch von Dorftratsch bestiegen die zwei Tester wieder das Kiamobil, mit folgender Bewertung auf den Lippen: das Kernölbarometer für guten Geschmack liefert 8/10, das Servicebarometer (außer Konkurrenz, da einmalig individuell und persönlich ) 7/10. Den Kaffee kann man getrost auslassen, über denn Dekorationskitsch sollte man hinwegsehen, vorbeischauen und speisen kann man alle Mal.
Passende Musik:


















