Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Anti Blue Eyes, Auswärtsspiel, Bandnudeln, Dünsten, Eingeständnis, Fett, Frankreich, frau, Gemüse, Käse, Kohlsproßen, Lorbeer, Muskat, Pfeffer, Preiselbeer, Rezept, Roquefort, Rosenkohl, Salz, Sex Pistols, Suppenwürfel, Tafelwein, Taktik, Topf, Wohngemeinschaft, Zwiebel, Zwiebelrostbraten
Für einen Zwiebelrostbraten gibt es mehrere Herangehensweisen. Dies ist wie bei einer schönen Frau oder die Taktik bei einem Auswärtsspiel. Dieses Rezept ist ein „Über-die-Schulter-Gucker“ aus Frankreich, bei den Eltern einer Bekannten. Dort lernte ich viel über französische Trink- und Tischsitten und velor meinen Geruchssinn fast an einem Stück Roquefort, das zum besseren Reifen im Sommer auf dem Balkon in einer Plastikhülle gehalten wurde.
Die letzte Version (jedes Gericht wird lustigerweise anders; siehe Frauen und Auswärtsspiele) war eine Reminiszenz an meine Grazer Wohngemeinschaft mit „Anti Blue Eyes“ und dem „Verwirrten“. Einerseits standen uns über drei Jahre die Vorräte einer Fleischhauerei (mit Dank an Anti Blue Eyes Eltern) zur Verfügung, andererseits herrschte allgemeine Panik vor Gemüse. Deshalb gab es gerne Zweibelrostbraten, da die gemeine Landzwiebel ein Grenzgänger zwischen Gemüse und was-weiß-ich ist, Geschmacksträger ist und gut in Fett schwimmt.
Passende Musik (ab jetzt vorab) für drei Jahre voll Anarchie:
Schritt 1: Man kann nie genug Zwiebel und Knoblauch schälen.
Schritt 2: Rindfleisch im Ganzen (für Rostbraten) in Butterschmalz oder Öl auf beiden Seiten anbraten. Alles was verbrennt ergibt Geschmack.
Schritt 3: Den grob geschnittenen Zwiebel und die ganzen Knoblauchzehen in den großen Topf hinzufügen, nachdem man das Fleisch herausgehoben hat. Die Zwieblkombo auf voller Hitze eindunsten lassen, unter Hinzufügung von Salz und Pfeffer. Wenn sich das erste Mal am Topfboden eine dickere „angebrannte“ Schicht bildet, mit Weißwein aufgießen und Lorbeerblätter sowie Pfefferkörner nach Geschmack addieren. Die Kombo wieder einreduzieren lassen.
Schritt 3: Den Zaubertrick der Schnellmixerrindsuppe anwenden (für alle die das Bild nicht verstehen, gebe man zu den Suppenwürfeln noch Wasser dazu) und mit dieser, samt dem Fleisch, den Zwiebeln auf den Leib rücken. Den Topf bis unter den Deckel füllen, eine weitere Flasche Wein öffnen, sich setzen und den Rest ca. 1 1/2 Stunden kochen lassen. Wichtig ist, dass man ab und zu kostet und sich die Lippen verbrennt. Gutes Zeichen für ein Gelingen ist, wenn die Sauce immer dicker wird.
Schritt 4: Zur Beilagenwahl aufrufen. In unserem Fall sind es breiter Nudelnester, Rosenkohl/Kohlsproßen. Erstere nach der Packungsbeilage Kochen, letztere (wie in unserem Fall, da wir zu spät zum Einkauf kamen) tiefgekühlt auftauen und in Butter schwenken, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Schritt 5: Das Fleisch herausholen, aufschneiden und mit dem restlichen Klimbim (je nach Laune passen auch Spätzle, Reis, Brokkoli etc. dazu) anrichten und genießen. Dazu passt auch exzellent ein Preiselbeerkompott.
Passendes Getränk: Steirischer Weißwein in rauen Mengen, weshalb ich einen eigenen Weinblog aufmachen müsste, wollte ich darüber schreiben. Also am Besten selbst auswählen.
Mein Eingeständnis folgt zum Schluß: Ich habe zwar in Frankreich über die Schulter geschaut, mir aber nicht alles gemerkt. Folglich handelt es sich um eine Interpretation. In Frankreich wurden auch drei Liter roter Tafelwein dazu verzwickt und Brot als Beilage gereicht. Auch lasse ich meinen Käse nicht außerhalb des Külschranks reifen und ziehen,
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Alt Wien, Campari Orange, DiGallo, Hischshnitzel, Kaffee, Knoblauch, Leber, Martinelli, Pangagsius, Pariser, Salatbuffet, Schiedwirt, Weißwein, Zwetschgenröster
Der Schreiber dieses Blogs hatte die Freude, sich mit seinem Vater 14 Tage durch die steirische und grazer Gastronomie durchzukosten. Dies war einerseits der Versuch ins Guiness-Buch der Weltrekorde für den Verzehr von Frittatensuppe (Flädle oder Pfannkuchen für meine deutschen Homies) zu kommen, andererseits täglich zu bloggen und zu sehen, wie das so ist. An letzterem Anspruch bin ich zerbrochen (oder waren es doch die langen kalten Abende?), weshalb hier ein letzter Test geschrieben und ein Resümee gezogen wird.
Inhaltlich hat sich bei den Beiträgen auch eine Änderung ergeben: Die Musikempfehlungen stehen jetzt an der erster Stelle, damit man hören und lesen gleichzeitig kann. (Ja, ich bin ein Fuchs:)
Musikempfehlung: Mit diesem Liedgut sind die Tester durch die steirischen Zeitzonen gejag (Im Original die große Connie Francis, hier jemand anderer)t:
Für das Neujahressen wählte der Senior-Tester ein besonderes Lokal aus, das Restaurant im Romantik Parkhotel. Dieses hat sich als Neujahrsstammlokal etabliert und weißt sich besonders durch benutzerfreundliche Gerichte (Junior-Tester mit fast dreißig ist der jüngste Gast. Für die Stammklientel um die 80 wird alles weich- und weichergekocht. Folglich sind auch keine Steacks oder härtere Speisen als Butterschnitzel auf der Speisekarte) und oldschool Kellneruniformen aus (Tita von Teese und alle Uniformfetischisten hätten ihre Freude).
Als Entrée schmausten die Tester ein Kresseschaumsüppchen mit Lachscrouton und eine obligatorische Frittatensuppe.

Zur Hauptspeise wurden die Dritten-Zähne-Schnitzel aufgetischt: Für den Senior-Tester Jungschweinmedaillons im Briochemantel auf Rahmlinsen.
Der Junior hatte sich für Jungkalbslende in/auf/unter/bei/durch Morchelsacue mit Butternudlen samt Gemüsevariation entschieden. Die Ausführung beider Speisen war exzellent, aber wie gesagt fehlte der Biss.

Passend dazu wurde ein Vitaminfeuerwerk mit einer homäopathischen Portion Essig und Öl gereicht.

Passend zum feinen Anlaß wurde wieder ein Dessert gezwickt. Der Senior-Tester erhielt (als Menu) ein nicht zu anspruchvoll zu kauendes Spumantemousse mit Mangosorbet.

Der Sohnemann verging sich angesicht guter Neujahrsvorsätze an einer Tonne Obstsalat und überlebte die geballte Vitmanladung nur durch Einsatz von viel Kaffee.

Passende Getränke: Campari-Orange, Weißwein und Kaffee.
Auf der Kernölskala kommt es zu einer letzten Beurteilung von 7/10, das Service ist einfach eine Wucht.
Eine kurzes Resümee:
Ich werde keine weiteren Lokalkritiken aus Graz mehr posten, da diese zu weit in der Vergangenheit liegen und mehr langweilen als erquicken würden. Ich hätte noch eine Tonne an Fotos von Frittatensuppen und gemischten Salaten, aber genauso wie mit der Zeit nackte Brüste und Hintern auf Seite 7 von (österreichischen und deutschen) Zeitungen nicht mehr erquicken, so verlieren auch Frittaten und Salatblätter ihren Sexappeal.
Hervorheben möchte ich trotzdem noch das Gasthaus DiGallo, es ist unbedingt besuchenswert. Hier wurden Hirschschnitzel mit Rahmspätzel, Brokkoli und Zwetschgenröster verspeist:

Ebenfalls ans Herz und an die Zunge lege ich das Gasthaus Martinelli auf der Leber (Siehe Bericht einige Visionen zuvor) und den Schmiedwirt in Andritz (nicht von den Fotos auf der Homepage irritieren lassen. Diese Leute sind überaus freundlich und verstehen ihr Handwerk:). Beim Sepp im Gasthaus Martinelli bitte nicht nach der Speisekarte fragen, sondern einfach ein Pariserschnitzel nehmen:
Bei Roberts Küche im Schmiedwirt schmeckt es einfach. Beispielsweise der Pangasius in Knoblauchpanade auf Rahmnudeln:

Verabschieden werden sich die beiden Tester vom kulinarsichen Todesstern müssen. Karl-Heinz sperrt aus Alters- und Erfolgsgründen das Alt-Wien zu Ostern zu. Ich werde den Chaossturmtruppen, den kulinarischen Entgleisungen, den bizarren Stammgästen und der andersartigen Einrichtungsphilosophie noch eine Träne hinterherweinen. Zum Abschied noch eine Fotoshommage:

Mein letztes Szegedinergulasch.

Das einzigartige Salatbuffet aus Fertigfrüchten.

Die Räumlichkeiten, die in den 60ern stehengeblieben sind.
Kurz gesagt, es hat mehr als Spaß gemacht, wir haben Wetter, Wind, kulinarischer Un/Fähigkeit und geschlossenen Türen getrotzt. Wir hielten uns an keine Verkehrregeln und Tischsitten. Da der Seniortester sich des öfteren fragte, was eine Digitalkamera in seinem Essen zu suchen hat, er aber kein Internet besitzt und der Junior ihm den Sinn eines Bogs schwer begreiflich machen konnte, werden hiermit die kulinarischen Visionen von 130 Jahren abgeschlossen und per Post nach Graz geschickt. Ich verspreche etwaige Anmerkungen vom Senior-Tester noch nachzureichen. Und wie ich ihn kenne, wird es einiges geben.
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: 2008. 2009, Blog, Bloggen, Dickhaut, Erzherzog Johann, idiomatik, Linsen, Podcast, Sauschädel, Silvester, Sk Sturm, Struktur, Sturm Graz
In der zweiten Hälfte des Jahres 2008 griff ich in die Tasten, um das Bloggen aktiv zu lernen. Der erste Schritt war ein Blogname, der unaussprechlich ist, der zweite eine undurchsichtige inhaltliche Struktur zu schaffen. Insgesamt machte es mehr als Spaß, auch wenn ich alle wichtigen Punkte für einen (Corporate-, ich als Firma:) Blog ignorierte. Aus Zeitmangel, Faulheit, mangelnde Themen oder Fotomaterial. Des Weiteren bin ich bekennender Begeher von Tipfehlern (ab und zu auch Tippfehlern) und die Unterschiede zwischen deutscher und österreichischer Idiomatik sind mir bis heute ein Rätsel. Meine Kochkenntnisse beschränken sich auf kulinarische Standards (obwohl manch eine Frau auch das Gegenteil behauptete), trotzdem durfte ich mit Sebastian Dickhaut einen Podcast aufzeichnen.
Wohl muss ich jetzt eingestehen, dass Bloggen eine fette Zeitverschwendung ist und dass ich auch schon positives Feedback bekommen habe. Nun bin ich wohl der letzte Foodblogger (ja, ich habe es gecheckt), der seinen Lesern ein aufregendes neues Jahr 2009 wünscht, in dem Charles Darwin, Erzherzog Johann und SK PUNTIGAMER STURM GRAZ Jubiläum feiern.
Als Hauptspeise fürs neue Jahr wird Sauschädelsalat (alias „Schweinerüssel“) in einer Kernölvinaigrette mit Linsensalat gereicht.

Den Sauschädel mundgerecht teilen, mit einer coolen Kernölvinaigrette (Basisversion besteht aus Essig, Kernöl, Salz, Pfeffer und Senf), Zwiebel und Knoblauch anrichten.

Die Linsen werden gleich behandelt.

Passendes Getränk: Roter Sekt
Passende Musik (mit Dank an den Modezaren, der bald selbst hier bloggen darf, da er nur den besten Input bringt):
Als Dessert zum neuen Jahr präsentiert Schwarzthoughts was Süßes. Man nehme den Glückstaler von einer Bekannten am 31. Dezember irgendeines Jahres, stecke ihn in die Tasche mit allerei anderem Schabernack, erhitze sich und vergesse alles um sich herum. Die Freude über das Dessert, bis in der Frühe in der Hosentasche geschmolzen ist, ist unvergleichlich. Sehr zu empfehlen.







