Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Alt Wien, Biskuit, Breinwurst, Kernöl, Salat, Service, Wienerschnitzel
Same people, same place: Tag 2 in der Gaststube „Alt Wien“. Da man nicht immer woanders essen kann, beehren die Testesser das Alt Wien zum zweiten Mal hintereinander. In der Küche und hinter der Bar die üblichen Verdächtigen. Der Kommandant des kulinarischen Todessterns Karl-Heinz und seine Chaossturmtruppen.
An erster Stelle stand dieses Mal eine Backerbsensuppe, die Vorspeise aus dem Nichts.

Zum Hauptgang verspeiste der Senior-Tester eine Breinwurst und der Junior verging sich an einem Wienerschnitzel mit Bratkartoffel und einem gemischten Salat.



Als Dessert optionierte der Senior-Tester diesesmal eine Preiselbeerschnitte im Biskuitmantel. Ein Monument von einem Mantel.

Nach der Niederlage gestern, hatte sich die Küche gut erholt und erwirtschaftete auf der Kernölskala 5/10. Das Service bekommt für seinen unvergesslichen Auftritt 100 Bonuspunkte.
Passende Getränke: noch mehr Alkohol und kein Kaffee.
Passende Musik:
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: 60er, Alt Wien, Champignonomlette, Dietrichsteinplatz, Kotelettte, Letscho, Old School, Rechnung, Salat
Die Nordic-Walking Stecken lehnten in der Ecke, die rosaroten Schnürrsenkel chillten im Vorzimmer, als die Tester-Gang auf ihrer Steiermark-Tournee das „Alt Wien“ am Dietrichsteinplatz in Graz betraten. Dabei handelt es sich um ein Lokal, das in den 60er Jahren stehen geblieben ist, inneneinrichtungsmäßig, kulinarisch und servicemäßig. Neben all dieser bizarren Zeitreisegeschichte ist es das Grazer Lieblingslokal vom Senior-Tester wegen dem guten Salatbuffet. Darüber kann man zwar unterschiedlicher Meinung sein, aber die Qualität von Dosenbohnen, -mais, -rüben, -karotten, -kraut, Kartoffel- und grünem Salat ist unbestritten.

Mit einer flooten Champignonomlette eröffnete der Senior-Tester den kuinarischen Reigen.

Der Junior vergriff sich an einem Letschokotelette, 10x todgebraten mit Fertigsauce.

Neben dem diesmaligen kulinarischen Tiefschlag, ist es doch ein Lokal mit besonderem Charme (!), das als gastronomischer Todesstern einzigartig in der kulinarischen Galaxie rotiert. Ich kann nur empfehlen noch schnell vorbeizuschauen, solange diese Bereicherung in der die Zeit stehen geblieben ist noch existiert (es ist kein Nachfolger vorhanden). Allein die Rechnung spricht für sich:

Die Kernölskala für gutes Essen pendelt sich bei 4/10 ein, der Service sollte 1/10 erhalten. Aus Kultgründen heraus, bekommt der Service 7 Bonuspunkte.
Passende Getränke: Alkohol oder Fruchtsäfte in welcher Form auch immer.
Passende Musik:
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Balsamico, Cevapcici, Fenchelpüree, Gösser Bräu, Gewürze, Glöckl Bräu, Graz, Grossauer, Outback, Salat, Schloßberg, weiße Mischung, Zander
Nach einem Tag im steirischen Outback, wurde am 27. Dezember wieder in der Landeshauptstadt Graz gespeist. Die Auswahl beschränkte sich auf das Basisangebot, weshalb ein Kreuzer der Grossauer-Imperiums (Grazer Gastronom, der ebenfalls Göser Bräu und Restaurant am Schloßberg besitzt) von den Testern geentert wurde: das Glöckl Bräu im Bermudadreieck.
Als Starter wurde ein gemischter Salat geordert, schön in der Aufmachung, geschmacklos im Abgang.

Die Hauptspeisen bestritten auf Seiten der Erfahrung des Alters ein „Zander auf Fenchelpüree“ und auf Seiten des jugendlichen Leichtsinns eine kroatische Portion „Cevapcici“. Während man an der Cevapcici nichts aussetzen konnte, außer das der Koch vom Würzen keine Ahnung hat und ein Grobmotoriker für die Zwiebel zuständig war,

hatte es der Zander an sich, oder besser gesagt unter sich. Serviert auf einer Anhäufung von Püree, das für ein komplettes Pflegeheim ausgereicht hätte, war der Zander auch von der Konsistenz und vom Geschmack her nicht von seiner Unterlage zu unterscheiden. Die gestalterische Komponente wurde durch Bremsspuren aus Balsamico und zwei Salatblättern farblich abgerundet.

Passen dazu wurden weiße Mischung (für den geneigten Leser aus Deutschland: Weißweinschorle) und Saftmischgetränke verköstigt.
Auf der allseits beliebten kunlinarischen Kernölskala bekommt das Glöckl Bräu 2 von 10 Punkten und das Service 8/10. Man sollte wirklich kein Restaurant schlecht reden/schreiben, aber diese Lokalität empfiehlt sich wirklich nur, wenn auch die Altsteirische Schmankerlstube geschlossene Türen aufweist.
Passende Musik für ein Essen in diesem Lokal:
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Grillteller, Hendlbrust, Kaffee, Kürbiskernöl, Kernöl, Kiamobile, Klapsch, Lippizaner, Parkplatz, Rahm, Salat, Schilcher, Schilcherrahmsuppe, STS, Wetsteiermark
26. Dezember, Ausflug in die Weststeiermark - Heimat des Schilchers, Kürbiskernöls und der österreichischen Lippizaner - um in Deutschlandsberg das Kiamobile der Testcrew zu entern. Mit dabei wieder einmal großer Hunger und die Erkenntnis, dass öffentliche Verkehrmittel nervtötend sind.
Im tiefwinterlichen Umfeld wurde das Kiamobile vor dem Gasthof Klapsch, vulgo Steinwand-Weber in mehreren Versuchen geparkt. Das Gasthaus Klapsch ist noch ein Vertreter der alten Sorte: ein Vorraum für Raucher und Spiegeltrinker, Sturm Graz und Bayern München Fans, ein riesiger kitschiger Speisesaal für Hochzeiten und Beerdigungen sowie Speisen, so groß, dass man ganze Dörfer in Afrika davon ernähren könnte.
Hatte ich schon bemäkelt, dass die Lieblingszutat des durchschnittlichen Deutschen Rahm ist – egal ob Vor-, Hauptspeise, Dessert, Früstück oder Kaffee – wurde die Theorie mit einer Schilcherrahmsuppe an diesem Tag als Vorspeise ad absurdum geführt. Rahmsuppen haben auch in der Steiermark eine virale Ausbreitung erfahren.

Zum Hauptgang speiste Tester sr. eine gegrillte Hendlbrust samt Reis und grünem Sslat. Wichtig für ein derartiges Landgasthaus ist die Dekoration und der Pfirsich (in memoriam des guten alten „Putenschnitzel Hawaii“):

Tester jr. attakierte den Grillteller, der folgende Bestandteile zusammentrommelte: Puten-, Schweins- und Rindschnitzerl, Wienerle (damit auch alle wissen, was ich meine, anbei das Foto), Speck, Chillischote, Pfirsich mit Preiselbeerfüllung, Kräuterbutter, ein Kilo Pommes und genausoviel Tiefkühlgemüse.

Das ganze ist handwerklich perfekt gemacht, wird aber in Dimensionen geliefert, als ob es sich um die letzte Mahlzeit vor dem Weltuntergang handelt. Nach einem leckeren Landkaffee und dem Austausch von Dorftratsch bestiegen die zwei Tester wieder das Kiamobil, mit folgender Bewertung auf den Lippen: das Kernölbarometer für guten Geschmack liefert 8/10, das Servicebarometer (außer Konkurrenz, da einmalig individuell und persönlich ) 7/10. Den Kaffee kann man getrost auslassen, über denn Dekorationskitsch sollte man hinwegsehen, vorbeischauen und speisen kann man alle Mal.
Passende Musik:
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: altsteirische, Bier, Brust, Chardonnay, Huhn, Kürbis, Kernölk, Polz, Rindfleisch, Sauvignon Blanc, Schmankerlstube, Service, Speisekarte, STS, Wein
Da mein Vater noch nie gekocht hat und ich während den Feiertagen maximalen einen Kaffee zubereite, machen wir uns die folgenden zwei Wochen auf eine steirische Schmankerltournee:
Den Beginn machte am 25. Dezember die Altsteirische Schmankerlstube im Herzen von Graz, ein Lokal, das man ruhig aufsuchen kann, wenn sonst nichts offen hat. Der große Schwachpunkt ist die ständig gleiche Speisekarte, die von einer gastronomischen Kreativität unter dem Nullpunkt zeugt.
Als Entrée wurde eine Knoblauchrahmsuppe gereicht. Der Seniortester griff zu einer „Gegrillten Hühnerbrust auf Kräuterschaum mit Sesamkrustenkartoffelbällchen (oder so ähnlich)“ als Hauptspeise,

während der Filius sich mit einem „Gekochten Rindfleischscherzl mit Kürbisgemüse und Kartoffeln“ schadlos hielt. Passend dazu wurden zwei grüne Salate mit Kernöl serviert.

Die passende Getränkebegleitung beinhaltete Puntigamer Bier, Weiße Mischungen, ein Achterl Sauvignon Blanc von Polz und ein Achterl Chardonnay von ???. Wobei letzterer wohl schon länger in der Flasche chillte.
In der Kernölwertung für guten Geschmack verteilen die objektiven Tester 5/10 Punkten, die Dirndlwertung für gutes Service bringt 8/10 Punkten und die finale Wertung für das umbedingte Besuchen für den Wertenb Leser bringt 6/10 Punkten.
Passende Musik: Fürstenfeld von STS, da es sich um das passende Lokal für Touristen und Steirer handelt, die wieder eine erste Dosis sterische Kulinarik brauchen, aber nicht zu viel, da es sonst eine Überdosis wäre.
Gespeichert unter: 1, Von der Hand in den Mund | Schlagworte: bizarr, Lokale, Steiermark, Tscherne
Über Weihnachten zu Hause im eher unwinterlichen Graz, begeben sich die Tscherne Jungs (Vater Dr. Tscherne und Sohn Mag. Tscherne, zusammen reich an 130 Jahren Erfahrung) in den nächsten Festtagen auf kulinarische Tournee durch lokale und bizarre steirische Lokale. Dies sind ihre Berichte aus den steirischen Weiten…
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Öl, Chili, Erasmus, Freunde, Kapern, Karotte, Krabben, Kräuter, Kronenbourg, Modezar, Mutter, Pasta, Pfanne, Pfeffer, Roqufort, Salami, Salz, Schinken, Sellerie, Sky, Tofu, Wahnsinn, Weißwein, WG, Whisky
Essen ist ein Grundbedürfniss. Folglich wurde ab dem 18. Lebensjahr bei mir Kochen auch zu einem Grundbedürfniss, da ich von zu Hause ausgezogen war. Rückblickend gab es damals kein Internet (für mich), keine Kochbücher sondern nur vier Arten von Ratgebern. Die Erinnerung an die Kochkünste meiner Mutter, meine Freunde (den wenigen, denen ich über die Schulter blicken durfte und konnte), die Lokale in denen ich als Hühnerbrater/Garcon/Apprenti/Kellner tätig war und der eigene Wahnsinn. Letzteres bedeutete vor allem verschiedene Zutaten zerschnitten in eine Pfanne oder ins Backrohr zu schmeißen, eine Art Fusionsküche.
Das Gericht „Roquefortpasta“ ist dem Freundeskreis zuzuordnen. Für acht Monate in Grenoble als Erasmusstudent stationiert, besuchte mich der Modezar und zeigte sich in der WG-Küche mehr als ambitioniert bei der Zubereitung seiner Nudeln mit Roquefort. Dies ist eine kleine Ableitung, die aus einer geschmacklichen Fantasie entsprungen ist. Denn man soll Rezepte nie zu ernst nehmen. Für die Roquefortpasta à la Modezar nehmen man folgendes:
- eine Sellerieknolle (die Blätter in heißem Wasser blanchieren)
- ausgewählte Karotten (ebenfalls kurz gekocht und in kaltem Wasser abgeschreckt)
- Krabben (sollte man kein Fischer sein oder keinen Fischer kennen, dann bediene man sich dem Standardwerk)
- Kapernbeeren
- Chilischoten

(Ja, der grüne Häfen im Hintergrund ist in diesem Fall Statist und hat auch sonst im Leben meiner Mitbewohnerin enorme Beduetung.)
Das ganze brate man – nachdem man die großen Teile kleine geschnitten hat – in einer großen Pfanne mit einem Schuß Olivenöl an. Sobald alles fein brät, addiert man die Gewürze – Kräuter der Provence, Pfeffer, Paprika etc. – lösche mit einem Schuß Weißwein ab. Gewürfelten Roquefort dazugeben und brav mit etwas Sauerrahm einkochen lassen. Die inzwischen fertige Pasta – also bitte vorher das gesamte Rezept lesen, da es nicht der Standardnorm für Rezepte entspricht – abtropfen lassen und beifügen.

Wer keine Krabben am Start hat, benutze stattdessen Schinken oder Salami. Als vegetarische Version könnte ich mir auch Tofu gut vorstellen. Wer überhaupt nichts von den angegebenen Zutaten zuhause hat, außer Roquefort, der nehme was da ist. Roquefort ist dominant genug, um alles zu übertünchen. Folglich auch mit dem Salz aufpassen.
Passendes Getränk aus romantischen Gründen der Erinnerung an diese WG – Danke Cedric, Nat, Etienne & Pretty (was immer du jetzt auch machst, ich hoffe, du hast gefunden was du gesucht hast.) – einen Sky (Whisky mit Cola)als Apéro und dann ein kro.
Passende Musik (für dich Modezar), ein Stück von Ferris MC:
Gespeichert unter: Von der Hand in den Mund | Schlagworte: Gasthaus, Innereien, Kellner, Süddeutsche Zeitung, Schnaps, Trinkgeld, Wirtshaus
Als Österreicher in München, verschafft mir die Süddeutsche Zeitung mit Berichten zu Österreich immer wieder großes Amusement. Der Korrespondent Michael Frank hat es mit seinem Artikel „Geben ist seliger als nehmen“ (Printausgabe vom 9. Dezember 09) wieder geschafft.
Auf einer Viertel Seite führt er aus, dass eine blanke Hand in Österreich „skandalös ist“, was soviel bedeutet, dass wir ca. 8 Millionen Erdenbürger zu jeder Gelegenheit – vom Begräbnis, über den Supermarkt bis zur gedeckten Tafel – Trinkgeld geben. Jawohl, das stimmt! Wichtig ist auch der Hinweis, dass wir mit dem gemeinen „Piefke“ uns in dieser Hinsicht einen problematischen Umgang pflegen. Nein, das stimmt nicht, kommt aber auf den jeweiliegn Piefke und Ösi an.
Der Verlust der Humorlosigkeit bei einem verweigertem Trinkgeld ist nur eine der gastronomischen Tatsachen. Folgende Vorsichtsmaßnahmen sind für den ungeübten Touristen daher zu treffen:
1/ Handelt es sich um ein Wirts- oder ein Gasthaus? In ersterem herrscht der Wirt, in zweitem ist der Gast König. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, da Qualität und Originalität in einem Wirtshaus meist besser sind.
2/ Ist der „Herr Ober“ schlecht aufgelegt, ohne dass sie als Piefke was dafür können, dann herrschen entweder Kopfschmerzen, eine übellaunige Frau zuhause oder allgemeiner Verdruss vor. Wichtig: den Ober auf ein Getränk seiner Wahl einladen (meist Bier oder Wein), das schafft Nähe.
3/ Lachen Sie nicht über lustige Namen oder Bezeichnungen auf der Speisekarte. Meist – sollten sie nicht fragen – haben sie dann Innereien gegessen. Ob es ihnen geschmeckt hat oder nicht, Österreich ist bekannt für seine guten Schnäpse.
4/ Bestellen sie keine Völker oder Rassen wie „Russen“ oder „Neger“. Österreicher essen auch keine Brtakartoffeln zum Presssack/Sulz. Dies führt wieder zu Punkt 2.
5/ Geben sie Trinkgeld.
Sollte jemand mit diesen Punkten nicht das Herz eines jeden österreichischen Kellners erobern – wobei ich jetzt die Hand für Wiener nicht ins Feuer lege – dann bin ich bereit, das jeweilige Lokal höchstpersönlich aufzusuchen. Adressen bitte im Kommentarfeld hinterlassen.








